Ortsbeirat Vockenhausen

Eppstein: Überraschende Ergebnisse bei der Geschwindigkeitsmessung

  • VonManfred Becht
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Immer wieder heißt es: Auf der Hauptstraße in Vockenhausen werde nur gerast. Doch die Ergebnisse einer Geschwindigkeitsmessung, die nun im Ortsbeirat vorgestellt wurden zeigen: Von Raserei kann keine Rede sein.

Es wird gerast, heißt es immer wieder, wenn vom Verkehr auf der Hauptstraße in Vockenhausen die Rede ist. Da kann man den Beratungen des Ortsbeirates zuhören oder die einschlägigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken verfolgen: Die Tendenz ist immer die gleiche.

Ein anderes Bild ergibt sich allerdings immer dann, wenn Tempomessungen gemacht werden. Die Stadt hat jetzt die jüngsten Ergebnisse veröffentlicht. Gemessen wurde über etwa sieben Wochen im vergangenen Herbst, auf Höhe der Hausnummer 16, in Fahrtrichtung Ehlhalten. Dort gilt Tempo 30. Und die Ergebnisse zeigen: Von Raserei kann insgesamt keine Rede sein.

Gut, nur 40,4 Prozent der Autofahrer hielten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber weitere 50,6 Prozent fuhren 31 bis 40 Kilometer pro Stunde, davon 30,6 Prozent nicht schneller als 35 Kilometer pro Stunde. Das ist schneller als erlaubt, aber hat mit Raserei nichts zu tun. Eine Überschreitung von fünf Kilometer pro Stunde dürften die meisten Verkehrsteilnehmer als tolerierbar bezeichnen. Weitere acht Prozent bewegten sich mit 41 bis 50 Kilometer pro Stunde, und nur 0,3 Prozent überschritten auch die Marke 50.

Meist moderate Verstöße gemessen

Im Ortsbeirat war die Stimmungslage eine andere. "Es gibt immer noch Deppen, die in der 30er-Zone 90 fahren", sagte Stadtrat Horst Winterer - was auch den gemessenen Zahlen nicht widerspricht. Aber selbst wenn man schon alle ab 51 Kilometern pro Stunde so bezeichnen möchte, kommen auf einen "Deppen" 3300 vernünftigere Fahrer. Neuralgische Punkte scheint es aber schon zu geben. Es werde viel zu schnell auf den Zebrastreifen bei der Bäckerei zugefahren, einfach weil man ihn zu spät sehe, hieß es aus den Reihen der CDU. "Wir müssen sehen, wie wir den Zebrastreifen besser schützen", findet auch Ortsvorsteher Henning Quitzau (CDU). Dass sich dort auf dem Bürgersteig oft viele Personen aufhalten, trage ebenfalls zur Unübersichtlichkeit bei.

Bärbel Oetken (FDP) hält nichts vom Wechsel zwischen Tempo 30 und Tempo 50 - man verliere zu schnell den Überblick. Überhaupt widersprach im Ortsbeirat keiner der Forderung, dass auf der Hauptstraße durchgehend Tempo 30 gelten soll. Allerdings: Nicht nur Ortsvorsteher Quitzau hält es für aussichtslos, dies bei der Straßenverkehrsbehörde durchzusetzen.

Hohe Hürden für Tempobegrenzung

Andere sind da nicht ganz so pessimistisch. In Ehlhalten habe der Ortsbeirat nach langer Zeit dieses Ziel erreicht, gab SPD-Mann Marcus Berggötz zu bedenken. In Kelkheim gebe es ebenfalls solche Regelungen, weiß auch Freidemokratin Oetken. Warum sollte dies in Vockenhausen nicht funktionieren?

In Fischbach ist die Tempobegrenzung gelungen, weil eine übermäßige Lärmbelastung nachgewiesen wurde. Hessen Mobil hat dafür genaue Grenzwerte durchgesetzt und beharrt auf bestimmte Berechnungsverfahren. Hofheim scheitert seit Jahren an diesen Hürden bei genau dem gleichen Ansinnen für eine vielbefahrene Durchgangsstraße.

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