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Tote Mufflons in Eppstein: Eines der von Hunden tot gebissenen Muttertiere. Das andere lag übel zugerichtet im Bach.

Erneuter Zwischenfall in Eppstein

Unangeleinte Hunde töten Mufflon-Muttertier – Den Halter lässt das kalt

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Ein Jagdpächter entdeckt ein gerissenes Mufflon-Muttertier am Dattenbach im Eppsteiner Stadtteil Ehlhalten und sucht vergebens nach den Kleinen.

  • Eppstein: Jagdpächter entdeckt gerissene Mufflons
  • Unangeleinte Hunde hatten zwei Tiere getötet, eins davon ein Muttertier mit Jungen
  • Corona-Pandemie sorgt für Chaos im Eppsteiner Wald

Eppstein - Abends, wenn es ruhig wird, beobachtet Torsten Becht oft die Mufflon-Herde, die im Eppsteiner Wald zu Hause ist, "Seit sechs, sieben Jahren" sind die Wildschafe hier heimisch geworden, nachdem das Muffelwild über Jahrzehnte nahezu verschwunden war. Der Anblick - vor allem der der Widder mit ihren schneckenförmigen Hörnern - ist auch für den Eppsteiner Jagdpächter jedes Mal ein imposantes Naturschauspiel.

Der Anblick, der sich ihm vergangenen Sonntag (03.05.2020) am Dattenbach bot, war weniger erfreulich. Dort fand der Jagdpächter zwei weibliche Mufflons, die offenkundig von frei laufenden Hunden gerissen worden waren. "Am Sonntagmorgen rief mich zunächst der Förster an. Passanten hatten eines der Tiere am Dattenbach entdeckt. Ich bin dorthin gefahren, habe aber zunächst nichts finden können, weil das Gelände ziemlich unwegsam und zugewachsen ist. Ein Baumstamm lag quer über dem Bach. Erst, als ich darüber gestiegen bin, habe ich ein weibliches Mufflon gefunden, das eindeutige Risswunden aufwies."

Tote Mufflons in Eppstein: Beide Tiere waren übel zugerichtet - Hundehalter lässt das kalt

Kaum war Becht zu Hause, klingelte erneut das Telefon. Diesmal war es ein Anwohner aus Ehlhalten. Unweit seines Grundstücks hatte ein freilaufender Hund ebenfalls ein Mufflon gejagt und gerissen. "Der Mann hatte den Vorfall beobachtet, den Hundehalter noch angesprochen. Der ignorierte dies kaltschnäuzig und lief mit seinem Hund weg." Zurück gelassen haben sie das verendete Mufflon. 

"Sowohl dieses als auch das andere Tier waren übel zugerichtet. Das Schlimmste war, dass ich beim näherem Hinsehen entdeckt habe, dass bei einem der Tiere die Zitzen angesäugt waren. Das bedeutet, dass es Nachwuchs hatte", schildert der Jagdpächter, der sich sofort auf die Suche nach den hilflosen Kleinen machte - vergebens. Von den Jungtieren fand sich keine Spur. 

Bisher hat man den oder die Hundehalter, die für den erneuten Vorfall verantwortlich sind, nicht ausfindig machen können. Becht hofft, dass die Jungtiere überlebt haben und in der Herde von anderen Mufflonmüttern mitgesäugt werden. "Wahrscheinlicher ist aber, dass die Hunde zuerst die hilflosen Jungtiere gerissen haben, die natürlich leichte Beute sind, da sie sich kaum retten können."

Tote Mufflons in Eppstein: "Im Wald geht es derzeit zu wie auf der Zeil" - Folgen der Corona-Krise

Ein Vorfall, der sich Jahr für Jahr ähnlich abspielt. Unzählige Wildtiere kommen auf diese grausame Weise um. Gebetsmühlenartig appellieren Jagdpächter, Förster, Naturschützer und Kommunen an die Vernunft der Hundebesitzer.

Torsten Becht hat im Zuge der Corona-Krise und des Shutdown beobachtet, dass es "im Wald derzeit zugeht wie auf der Frankfurter Zeil." Dass es die Menschen in die Natur zieht, kann er absolut nachvollziehen. "Aber sie sollten sich bitte an die Regeln halten und auf den Wegen bleiben. Viele tun das leider nicht, sondern laufen einfach querfeldein durch den Wald - zu jeder Tages- und Nachtzeit."

Tote Mufflons in Eppstein: Corona-Krise führt zu Chaos im Wald

Ein Phänomen, das auch Revierförster Peter Lepke großen Kummer bereitet. "In den Wäldern rund um Eppstein werden zunehmend illegale Mountainbike-Strecken angelegt. Diese führen quer durch die Jungbestände, über Freiflächen, wo die kleinen Bäume nach den Sturmschäden wieder wachsen, über Felsen und durch Dickichte, in denen die Wildtiere Schutz suchen", schildert er. Lepke hat auf dem Trail am Hammersberg, der weit abseits der befestigten Wege verläuft, nicht nur Sprungschanzen und Steilkurven entdeckt. Sogar Bretter wurden an die Bäume genagelt. "Hier muss man schnell handeln, um Schlimmeres zu verhindern."

Ein Schild am Anfang der Strecke soll nun auf die rechtlichen Grundlagen hinweisen, die das Bauen und Befahren solcher illegalen Strecken verbieten. "Ein Schild ist der erste Schritt, aber das schreckt erfahrungsgemäß einige leider nicht ab. Die Einfahrt soll daher versperrt werden, schließlich werden wir im ganzen Verlauf der Strecke die Durchfahrt mit Kronenholz und Ästen erschweren. Es ist die Uneinsichtigkeit Einzelner, die aufwendige Maßnahmen notwendig machen - zulasten der Allgemeinheit."

Von Christine Sieberhagen

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