Verwaister Spielplatz: Die Kitas sind dicht - nur noch eine Notbetreuung wird gewährleistet: (Symbolbild)
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Verwaister Spielplatz: Die Kitas sind dicht - nur noch eine Notbetreuung wird gewährleistet: (Symbolbild)

Lockdown

Eppstein verzichtet teilweise auf Kita-Gebühren

  • vonJulian Dorn
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Die Kita-Schließung im verschärften Lockdown ist eine psychische Herausforderung für die Kinder - und Eltern, insbesondere für Alleinerziehende.Zumindest finanziell gibt es nun eine Entlastung für Eppsteins Eltern.

Eppstein -Seit Wochen sind die Kindergärten und Kindertagesstätten nun schon geschlossen. Darunter leiden zuvorderst die Kleinsten: Denn die Einrichtungen fungieren nicht als "Verwahranstalten", sondern leisten vielmehr einen wichtigen Beitrag zur frühkindliche Bildung. Die Kita-Schließung im verschärften Lockdown ist eine psychische Herausforderung für die Kinder - und Eltern, insbesondere für Alleinerziehende. Die gute Nachricht: Zumindest finanziell gibt es nun eine Entlastung für Eppsteins Eltern.

Ab Januar sollen die Betreuungsgebühren und Verpflegungspauschalen in allen Eppsteiner Kinderbetreuungseinrichtungen nur entsprechend der tatsächlich in Anspruch genommenen Betreuungszeiten erhoben werden. Bereits geleistete Zahlungen werden rückerstattet. "Wer sein Kind freiwillig nicht in die Kita schickt, der muss auch nicht zahlen", fasst es die Erste Stadträtin Sabine Bergold (CDU) zusammen. Wird ein Kind also im gesamten Januar zu Hause betreut, dann erhalten die Eltern den gezahlten Elternbeitrag zu 100 Prozent zurück.

Land will Einbußen

kompensieren

Die Befreiung soll so lange gelten, wie die Kinderbetreuungseinrichtungen gemäß den Corona-Verordnungen des Landes Hessen nicht voll in Anspruch genommen werden können oder sollen.

Am vergangenen Dienstag hatte die Landesregierung die Städte und Gemeinden ermuntert, Beiträge zurückzuzahlen. Das Land erklärte sich bereit, die Hälfte des Betrags zu übernehmen. Dafür stünden zwölf Millionen Euro bereit, teilten Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit. "Wir bitten die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, um Kontakte zu reduzieren", sagten die Minister unisono.

Wenn keine Betreuung in der Kita erfolge, sei es richtig, dafür auch keine Beiträge zu erheben. Sollten die Beschränkungen verlängert werden, gelte die Unterstützung des Landes auch über den Januar hinaus, versicherten die beiden Minister. Andere Kommunen kündigten ebenfalls an, die Eltern von Beiträgen zu befreien, wenn sie ihre Kinder nicht in die Kita schickten. Darauf hätten sich etwa die Städte und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises verständigt, heißt es etwa aus dem Krifteler Rathaus (wir berichteten). Allerdings müssten die Gemeindevertretungen noch zustimmen.

Der Gebührenverzicht bedeutet für den Eppsteiner Haushalt herbe Einbußen, denn der Zuschuss des Landes ist keine Komplettentschädigung der anfallenden Betriebskosten. Es verblieben Defizite. Wie hoch diese ausfallen, müsse sich nun erst zeigen.

Unklarheit herrscht in der Burgstadt und in den übrigen Kommunen auch noch an anderer Stelle. Die Minister Boddenberg und Klose hatten daran erinnert, dass Hessen bereits im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro bereitgestellt habe, um Kita-Beiträge auszugleichen.

Private Träger

sollen mitziehen

Allerdings sei bis heute noch nicht geklärt, wie dieses Geld verteilt werde. Deshalb könne man aktuell noch nicht sagen, wie genau die Modalitäten für die Eltern aussehen werden, heißt es. Die Stadtverwaltung betont, dass den Eltern, die nun Homeoffice und Homeschooling in Einklang bringen müssten, viel zugemutet werde. Sozialdezernentin Bergold äußerte deshalb auch die Hoffnung, dass konfessionelle und private Träger von Kitas bei der finanziellen Entlastung mitziehen. Diese Einrichtungen erhalten dann von der Stadt eine Erstattung der Einnahmeausfälle bei der Betriebskostenabrechnung.

Die Politik kann die Entlastung nur für städtische Kitas entscheiden. Allein: "Wir möchten in Eppstein für alle Eltern gleiche Voraussetzungen", betont Bergold und will nun mit den anderen Trägern sprechen.

Julian Dorn

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