Die seit rund 20 Jahren als Galeristin tätige Ling Wang-Hohmann zeigt in ihren Eppsteiner Ausstellungsräumen ostasiatische Kunst mit teils europäischem Einfluss.
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Die seit rund 20 Jahren als Galeristin tätige Ling Wang-Hohmann zeigt in ihren Eppsteiner Ausstellungsräumen ostasiatische Kunst mit teils europäischem Einfluss.

Kunstgalerie

Eppsteiner Kleinod für Kunst aus Ostasien

  • vonEsther Fuchs
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Die Eppsteiner Galeristin Ling Wang-Hohmann hilft seit 20 Jahren ostasiatischen Künstlern, in Europa Fuß zu fassen. In ihrer eigenen Galerie verknüpft sie Kunst aus ihrer chinesischen Heimat und europäische Kultur. Ein Rundgang durch eine ganz eigene Welt.

Niederjosbach -Vier mit grünem Seidenstoff bezogene, bemalte Leinwände ergänzen sich zu einem Gesamtkunstwerk. Das asiatische Gemälde hängt in der Galerie WangHohmann in Eppstein-Niederjosbach. Es ist eines von mehr als 20 Exponaten, die die seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebende Galeristin Ling Wang-Hohmann derzeit in ihren Galerieräumen präsentiert.

Seit rund 20 Jahren vermittelt die gebürtige Chinesin zeitgenössischen Künstlern aus Ostasien Ausstellungsmöglichkeiten in Europa. 2012 gründete sie ihre eigene Galerie für zeitgenössische ostasiatische Kunst in der Wiesbadener Nerostraße. Vor zwei Jahren zog sie mit ihrer Galerie ins eigene Haus in der Kurfürstenstraße 31 in Niederjosbach um.

In drei großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen im Parterre präsentiert sie dort Bilder und Skulpturen, die asiatische Kunst und europäische Kultur verknüpfen. Ling Wang-Hohmann studierte Archäologie und Kunstgeschichte in China. Nach dem Bachelor- und Masterabschluss brachte sie ein Stipendium zur Weiterbildung an die Goethe-Universität Frankfurt. Dort lernte die Chinesin ihren deutschen Ehemann kennen und lieben.

Die Gabe, Gefühle auszudrücken

Das eingangs erwähnte grüne Seidenbild ist ein Kunstwerk des koreanischen Malers Ukn Lee. Es zeigt die Rückansicht von Menschen, die sich bedächtig entlang einer gelben Linie schieben, die die Leinwand in zwei Hälften teilt. Der Titel "Lichtfolgende" gibt erste Aufschlüsse über die Botschaft des Künstlers, die Ling Wang-Hohmann gerne genauer erläutert: "Die Menschen sind auf ihrem Lebensweg auf der Suche nach dem Licht."

Der 1963 im gespaltenen Korea geborene Ukn Lee beschäftige sich seit vielen Jahren mit der Frage nach der Beschaffenheit des Menschen im Raum. Es gehe nicht nur um die materielle Bestimmung der Figuren, ihre Posen und Bewegung, die Lee als Meisterschüler unter anderem auch an der Universität Braunschweig lernte. Lee sei auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Sein Bild zeige die Suche des Individuums nach sich selbst im Gesamtgefüge unter anderen.

Die Auswahl der Künstler, die in der Galerie WangHohmann ausstellen, trifft die Galeristin anhand ihres Netzwerks, das sich vom europäischen in den asiatischen Raum spannt. Mit künstlerischem Sachverstand beurteilt sie die Menschen, ihr Können und die Botschaft ihrer Kunst.

"Ein Künstler sollte zunächst einmal das, was er macht, gelernt haben. Er muss also sein Handwerk verstehen", erklärt Wang-Hohmann ein ihr wichtiges Auswahlkriterium. Reine Handwerkskunst sei jedoch längst nicht alles. "Es sind die Gefühle, die ein Bild ausmachen. Kann der Künstler seine Gefühle dem Betrachter übermitteln? Diese Gabe hat nicht jeder."

Die ausstellenden asiatischen Künstler beherrschen oft verschiedene Arbeitstechniken und vereinen Erfahrungen verschiedener Kulturen. "Die meisten studieren in Asien, kommen aber zur Weiterbildung nach Europa, also nach Deutschland, Italien oder Frankreich." Das Zusammenspiel dieser Erfahrungen geben einem Bild oder einer Skulptur Tiefgang, so die Galeristin.

Die Arbeiten der Japanerin Keiko Kimoto schaffen diesen Tiefgang mit minimalistischer Pinselführung. Auch sie sind in Wang-Hohmanns Galerieräumen ausgestellt. "Kimoto arbeitet in Öl, fertigt aber auch Aquarell-Tuschebilder auf Papier", erklärt die Galeristin. Zufällige Farbakzente und Formen vermittelten eine ganz besondere räumliche Transparenz.

Ausstellung

im April geplant

Galeristin Ling Wahn-Hohmann bietet Einblicke in die ostasiatische Welt. Auch wenn ihre Galerie aufgrund der Covid-Pandemie geschlossen ist, bietet sie Einzelbesichtigungen nach vorheriger telefonischer Absprache an. "Ich hoffe die Galerieräume bald wieder regulär öffnen zu dürfen", sagt sie. Ihre Fühler auf dem Kunstmarkt hat Ling Wahn-Hohmann bereits ausgestreckt. In Berlin arbeite derzeit ein begabter asiatischer Künstler an neuen Werken. Seine Arbeiten sollen im April exklusiv in Eppstein ausgestellt werden.

Weitere Infos gibt es unter www.galerie-wanghohmann.com, Kontakt zur Galerie per E-Mail an info@galerie-wanghohmann.com.

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