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Verantwortung mit 36: Stephan Euler leitet Fachbereiche Soziales sowie Sicherheit und Ordnung.

Rathaus Eppstein

Thomas Euler und sein Weg vom Praktikanten zum Chef in der Verwaltung

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Thomas Euler ist mit gerade 36 Jahren Chef zweier wichtiger Fachbereiche im Rathaus. Seine Verwurzelung im Ort sieht er als Vorteil an.

Leicht lässt sich für Stephan Euler ein Dilemma konstruieren. Mit gerade 36 Jahren leitet er die Fachbereiche Soziales sowie Sicherheit und Ordnung in der Eppsteiner Verwaltung. Das spricht schon für eine gewisse Zielstrebigkeit oder Karrierebewusstsein. Weiter hinauf aber geht es im Eppsteiner Rathaus nicht – wenn ein leitender Mitarbeiter nicht, so wie die Erste Stadträtin Sabine Bergold (CDU), von der Verwaltung in die Politik wechseln will.

Genau das aber sei nicht seine Absicht. Aber Eppstein zu verlassen, der Karriere wegen? Das kommt derzeit wohl kaum in Frage. Euler hat sein ganzes Leben privat und beruflich in der Burgstadt verbracht – und das sehr gerne. „Ich sehe gar keinen Grund, aus Eppstein weg zu gehen“, sagt er. Ob er aber deshalb noch rund 30 Jahre die beiden Fachbereiche im Rathaus leitet?

Kleines Haus mit Vorteilen

Die Frage kann und muss offen bleiben. Euler ist genau da, wo er hin wollte, die Arbeit macht Spaß, genug zu tun hat er auch, es gibt keinen Veränderungsdruck. Der Eppsteiner empfindet es ausdrücklich als Vorteil, in einer relativ kleinen Verwaltung beschäftigt zu sein. Denn je größer ein Rathaus ist, um so mehr spezialisiert sich jeder einzelne Mitarbeiter auf eine Aufgabe. In einem kleinen Haus muss sich jeder mit vielen Dingen beschäftigen, das bringt mehr Abwechslung, findet er.

Euler kam im Alter von sechs Jahren nach Eppstein, lebte zunächst in Vockenhausen, jetzt in Alt-Eppstein. Burg-Schule, Freiherr-vom-Stein-Schule – das ist der gängige Eppsteiner Bildungsweg. Als er sein Schulpraktikum im Rathaus machte, kam er erstmals mit der Verwaltung in Berührung. Es gefiel ihm, und so begann er 1999 eine Ausbildung im Rathaus. Damals war Richard Hofmann noch Bürgermeister. Mit Alexander Simon erlebt er den vierten Rathauschef, hat aber mehr mit Sabine Bergold zu tun. Sie ist zuständige Dezernentin für seine Fachbereiche.

Zwischendurch hat Euler noch ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt absolviert, er ist einer von inzwischen gar nicht mehr so vielen Beamten in der Verwaltung. Das Beamtenverhältnis begründet eine besondere Loyalitätsverpflichtung dem Dienstherrn gegenüber.

Lieber erst mal anrufen

Freilich wissen die Eppsteiner, dass sie keine Sonderregelung bekommen können, nur weil sie den Chef des Ordnungsamtes kennen, wenn sie einen Strafzettel für Falschparken an der Windschutzscheibe gefunden haben. Höchstens zum Spaß frage da manchmal einer, sagt Euler. Und klar ist, dass da auch bei einem Mitarbeiter im Angestelltenverhältnis keiner eine Extrawurst gebraten bekommt.

Die Nähe zum Bürger ist für ihn sowohl Ansporn als auch Herausforderung. „Ich muss mich überall auskennen und lege Wert darauf, dass ich alle Prozesse kenne“, sagt Euler. Ihm ist es auch lieber, wenn die Eppsteiner ihn bei Problemen anrufen, statt gleich in den Sozialen Netzwerken auf die Stadt zu schimpfen.

Der Appell geht auch an die Mitglieder der Ortsbeiräte – ein Anruf im Rathaus erspare so manchen Antrag, der erst mit Verzögerung etwas bewirkt und der Verwaltung viel mehr Arbeit macht. Dass es aber immer wieder Kritik gibt, die Bürger aber kaum einmal ein Lob für die geleistete Arbeit aussprechen, damit kommt Euler inzwischen ganz gut zurecht. Dass die Verwaltung funktioniert, das ist inzwischen generelle Erwartungshaltung.

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