Spitzenkandidat bei der FWG: Magnus Fischer
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Spitzenkandidat bei der FWG: Magnus Fischer

Kommunalwahl

Freie Wähler wollen mehr Tourismus und Platz für Geselligkeit

  • vonManfred Becht
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Außerdem steht die Familienpolitik bei der Eppsteiner FWG im Zentrum des Wahlprogramms

VON MANFRED BECHT

Eppstein -Ob die Neugestaltung der Ortsmitte Vockenhausen in der nächsten Wahlperiode vorankommt? Die Eppsteiner Politik beteuert oft genug, dass dieses Thema vorangebracht werden muss, aber das Tempo ist nicht hoch. Die Freien Wähler haben da genaue Vorstellungen. Zwar haben sie sich in der Vergangenheit auch schon dagegen ausgesprochen, das Rathaus durch einen Neubau zu ersetzen, und eine Sanierung bevorzugt. Das Wahlprogramm allerdings lässt beide Möglichkeiten offen. Was die FWG möchte, ist, dass die Ortsmitte ein Treffpunkt der Generationen wird. Mit Saal, Vereinsräumen, Stadtbücherei mit Lesebereich, Tagespflege für Senioren, Kinderspielplatz, Jugendraum, Restaurant, Parkplätzen, Drogeriemarkt und Freiflächen.

Vereine im Blickpunkt

Das ist eine Menge, und die FWG hat an diesem Platz an viele Themen gedacht, die ihr wichtig sind. Zum Beispiel an die Vereine, die nicht ohne Grund gleich am Anfang des Programmes genannt werden. Sie brauchen nach Einschätzung der Freien Wähler eine zusätzliche Sporthalle, am besten an der Comeniusschule, weil alle Kapazitäten ausgereizt sind. Auf die Vereine zielt auch die Forderung, den Dorfplatz Niederjosbach als Ort für gesellige Veranstaltungen zu verbessern, durch einen kleinen Raum für Getränke, mit einem Geschirrspüler und Toilette.

Eine weitere wichtige Zielgruppe der FWG sind die Familien. Flexiblere Kinderbetreuungsmodelle wünscht sich die Gruppe. Außerdem gibt es die Idee, in Rente gegangene Erzieherinnen anzuwerben für eine Personalreserve, die im Notfall eingesetzt werden kann, wenn aus irgendeinem Grund plötzlich Personal ausfällt. An Familien ist auch gedacht, wenn eine Schrebergartenfläche vorgeschlagen wird oder ein Bürgergarten, in dem die Eppsteiner, etwa in Niederjosbach, ein wenig gärtnern können.

Immer wieder einmal taucht in der politischen Debatte die Forderung auf, den Tourismus zu fördern - ohne dass bisher jemand ein tragfähiges Konzept vorgelegt hätte. Die FWG möchte ein solches ausarbeiten lassen, auch um durch Besucher zu mehr Einnahmen zu kommen, etwa für die Geschäfte. Aus der Altstadt soll ein Erlebnisbereich werden - was darunter genau zu verstehen ist, soll eine "Bürgerwerkstatt" erarbeiten. Natürlich greift die FWG auch Themen auf, um die sie sich schon in der zu Ende gehenden Wahlperiode gekümmert hat. So bleiben die Freien Wähler bei der Forderung, vor allem Bremthal solle mehr Trinkwasser aus der örtlichen Förderung bekommen - schon, weil dieses weicher ist als das hinzugekaufte Wasser aus dem Hessischen Ried. Bisherige Initiativen der Gruppierung im Parlament hatten in dem Punkt aber nichts verändert.

Erdgasnetz für Ehlhalten

Auch treibt die FWG die Tatsache um, dass in einigen Jahren keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen, es in Ehlhalten aber kein Erdgasnetz gibt. Das müsse sich ändern, heißt es - denn nach Einschätzung der FWG sind Gas aus regenerativer Erzeugung oder auch Wasserstoff Energieträger der Zukunft. Notfalls müsse die Stadt das Gasnetz wieder in ihren Besitz bringen, fordert die Partei.

Außerdem hätte man die Hochspannungsleitung Ultranet am liebsten als Erdkabel entlang der Autobahn, in jedem Stadtteil soll es Einkaufsmöglichkeiten geben, in Bremthal einen Rad- und Fußweg zum Gewerbegebiet, in Niederjosbach eine Bäckerei, und in Ehlhalten ist eine Verbesserung der Verkehrssituation an der Kirche dringend nötig. Die FWG würde am liebsten ein dort leerstehendes Haus kaufen und abreißen, um mehr Platz für den Verkehr zu schaffen.

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