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Breitbandausbau in Sachsen

Startschuss für Projekt

Glasfaser für die Burgstadt?

Wird es etwas mit dem Internet per Glasfaser in Eppstein? Der Anbieter ist zuversichtlich. Es gibt aber auch Skeptiker.

Keine Frage, zu einem Wechsel kann keiner gezwungen werden, das hat auch niemand vor. Dirk Hess aus Vockenhausen kann also weiter bei seinem bisherigen Anbieter bleiben, der Telekom. Deren Internetangebot sei für ihn mehr als ausreichend – für Privatkunden rechtfertige die Offerte der Deutschen Glasfaser auf keinen Fall die höheren Gebühren. Die liegen beim Drei- bis Fünffachen der sonst gängigen Tarife, von einer verbilligten Anfangsphase abgesehen.

Ende November hatten die Stadt und die Deutsche Glasfaser über den Plan informiert, im ganzen Stadtgebiet Glasfaseranschlüsse anzubieten, die je nach Tarif Übertragungsgeschwindigkeiten von 200 bis 1000 MB pro Sekunde erlauben. Allerdings kommt das nur zustande, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte mitmachen und sich darauf bis zum 25. März festlegen. In dem Fall fallen keine Kosten an für die Verlegung der Glasfaser-Kabel bis ins Haus – danach muss der Nutzer, so kündigt es das Unternehmen an, je nach den örtlichen Verhältnissen mindestens 800 Euro ausgeben. Für Ende Januar sind drei Informationsveranstaltungen in der Burgstadt angekündigt.

Ob Nutzer nun einen solchen Anschluss haben möchten oder nicht, zusätzliche Informationen sind auf jeden Fall nützlich. So ist noch nicht richtig bekannt geworden, was aus bestehenden Verträgen wird – Dirk Hess zum Beispiel befürchtet, dass natürlich die Kosten für den Altvertrag weiterlaufen und die Ausgaben für den neuen dazu kommen. Das wäre für viele Haushalte eine größere Belastung.

Das weiß aber auch die Deutsche Glasfaser. Projektleiter Mirko Tanjsek weist daher darauf hin, dass die Gebühren erst dann fällig werden, wenn der Altvertrag ausgelaufen ist. Bucht ein Interessent also bei der Deutschen Glasfaser, kann er diesen Anschluss nutzen, sobald er eingerichtet ist. Gebühren zahlt er weiter an den bisherigen Anbieter bis zum Auslaufen des Vertrages. Sind das zum Beispiel noch acht Monate, kommt der Kunde noch vier Monate in den Genuss des Einstiegstarifs von 25 Euro, anschließend kostet der günstigste Anschluss 45 Euro. Wer allerdings gleich ein Gigabyte braucht, zahlt monatlich dann 90 Euro.

Projektleiter Tanjsek glaubt auch nicht daran, dass viele Nutzer Geld für neue Geräte ausgeben müssen. Die allermeisten der vorhandenen Router müssten in der Lage sein, mit den neuen Übertragungsraten zurecht zu kommen, sagt er. Die Deutsche Glasfaser bietet selbst drei Router an, einer davon sei kostenfrei. Leistungsstärkere Geräte kosten 2 bis 4 Euro pro Monat Miete.

Richtig zuverlässig abschätzen, ob genügend Eppsteiner das Angebot annehmen, kann die Stadt noch nicht. Vergleiche der Tarife fallen schwer, weil identische Leistungspakete praktisch nicht angeboten werden. Projektleiter Tanjsek ist allerdings zuversichtlich, dass das Projekt in Eppstein umgesetzt werden kann. Die ersten Interessenten hätten bereits gebucht. „Wir haben ein wahrnehmbares Interesse, und das ist ein Zeichen dafür, dass es funktionieren kann.“ In der Regel gebe es mehr Buchungen nach den Informationsveranstaltungen.

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