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Stadtgarde-Chef Klaus Wilke (links) und sein Helfer Manuel Niegel führen Hans-Günter Danguillier beim Fest an den Pranger.

Prangerfest in Eppstein

Für die gute Sache in Ketten

Rund 550 Euro kamen beim Prangerfest für die Familie Mohrs zusammen, die bei einem Brand alles verloren hat.

Sein Ziel, mindestens 500 Euro von denjenigen zu „erpressen“, die er an Christi Himmelfahrt auf der Burg an den Pranger gestellt hat, hat Klaus Wilke nicht erreicht. „Die Spendenbereitschaft hat sehr stark nachgelassen“, bedauert der Hauptmann der Stadtwache. Denn der Erlös des Prangerfestes war dieses Mal für die Familie Mohrs gedacht, deren Haus an der Burgstraße im März völlig ausgebrannt war. „Wir haben unser Bestes gegeben, um weitere Spenden für die Familie Mohrs zu sammeln, die sich beim Brand nur mit dem retten konnte, was sie auf der Haut trug“, sagt Wilke. Während einige der „Opfer“ am Pranger recht großzügig waren, zeigten sich andere knausrig. Wilke: „Einer hat sogar nur 10 Euro gegeben.“ Zusammengekommen sind aber immerhin 275 Euro, die von der Stadtwache noch einmal mit der gleichen Summe aufgestockt werden. So können der Familie 550 Euro übergeben werden, die davon weiteren Hausrat und ähnliches anschaffen kann. Denn die Flammen haben beim Brand alles vernichtet.

„Von 550 Euro müssen andere einen ganzen Monat lang leben“, tröstet sich der Stadtwachen-Kommandant, der ansonsten sehr zufrieden war mit dem Verlauf des Prangerfestes. Denn bei dem schönen Frühlingswetter waren Scharen von Besuchern gekommen, wie die Abordnung von einem Dutzend Vertreter des Frankfurter Karneval-Clubs „Die Eulen“, die das erste Mal dabei waren und die gute Sache unterstützen wollten. Deshalb hatte Hans-Günter Danguillier gleich eingewilligt, beim Pranger-Spektakel mitzumachen. Zuvor hatte Wilke am Tisch der Gruppe mit den gelben Poloshirts nachgefragt.

Unter den Trommelwirbeln von Stadtwachen-Neuling Manuel Niegel bekam „Schlendrian“ Danguillier dann die Handfesseln angelegt und wurde zum mittelalterlichen Bestrafungsinstrument geführt. „Was ist er euch denn wert – immer her mit der Pinkepinke“, fragte er die „Eulen“-Abordnung und verwies dabei auf das Schicksal der Familie Mohrs. „Wir müssen ihn ja wohl auslösen, wenn wir ihn wieder mitnehmen wollen“, signalisierte „Eulen“-Sprecher Axel Heilmann die Spenden-Bereitschaft der Gruppe. 80 Euro kamen dabei herum. „Ich hoffe, dass auch die anderen, die nicht an den Pranger gestellt werden, etwas geben für die gute Sache“, appellierte Heilmann an das schaulustige Publikum.

„Die Eulen“ wollen getreu dem Schwur, den Danguillier am Pranger leisten musste, im nächsten Jahr wieder dabei sein. Es ist das Fest Stadtwache, mit der die Gruppe der 18 Aktiven ein auch einen Teil ihrer Öffentlichkeitsarbeit machen und Nachwuchs anwerben will. Denn viele Stadtwachen-Mitglieder sind schon jenseits der 80, auch Wilke geht auf die 75 zu. Stolz ist die Stadtwache, dass sie stets von drei Chefköchen aus der Region beim Prangerfest unterstützt wird, womit die Prangerpfanne und die anderen Speisen wirklich kulinarische Köstlichkeiten sind.

(lux)

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