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Eine Glasfaserleitung.

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Glasfaserausbau: Das Interesse ist eher mau und es droht das Aus

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Steht der flächendeckende Glasfaserausbau in Eppstein vor dem Aus, bevor er angefangen hat? Die Zahlen sehen derzeit immer noch nicht gut aus.

Eppstein -  Sehr viele Kunden würden sich erst kurz vor Ende der sogenannten Nachfragebündelung entscheiden, heißt es bei der Deutschen Glasfaser GmbH, wenn Vertreter des Unternehmens auf die aktuellen Anmeldezahlen angesprochen werden. Es ist aber auch das einzige, was man sagen kann, wenn man mit den Eppsteinern ins Geschäft kommen will – denn alles andere motiviert niemanden. Aus dem Glasfasernetz wird bekanntlich nur etwas, wenn bis zum Ende der Nachfragebündelung 40 Prozent der Haushalte unterschrieben haben.

Das Ende der Nachfragebündelung ist am 25. März. Wer bis dahin bestellt, zahlt für die Verlegung des Glasfaserkabels bis ins Haus nichts. Danach kostet es mindestens 750 Euro – wenn es ein Danach gibt. Tatsache ist, dass die aktuellen Zahlen sehr unterschiedlich sind. Ehlhalten ist mit 30 Prozent an der Spitze, gefolgt von Niederjosbach mit 20 Prozent. In Eppstein und Vockenhausen sieht es mit 12 Prozent eher schlecht, in Bremthal mit 11 Prozent noch schlechter aus.

In Bremthal reichen vielen normale Übertragungsraten

Die Unterschiede werden auch darauf zurückgeführt, dass die Versorgung mit herkömmlicher Technik in Bremthal vielen wohl reicht, Übertragungsraten von bis zu 250 MB seien erreichbar, heißt es. Mit der Deutschen Glasfaser kann man bis zum 1000 MB buchen – aber offenbar glauben viele, dass sie dies nicht brauchen. Zumal der Anschluss mit 600 MB zwar im ersten Jahr mit monatlich 25 Euro preiswert ist, danach aber 80 Euro monatlich fällig werden – und so viel geben heute wohl nur die Wenigsten für ihren Internetanschluss aus.

Auf jeden Fall wirbt die Politik bei jeder Gelegenheit dafür, diese Chance zu nutzen, die Bürgermeister Alexander Simon einmal als „Lottogewinn“ bezeichnet hat. Unlängst feuerten sich auch die Mitglieder des Ortsbeirates Ehlhalten sich gegenseitig an, mehr Werbung zu machen für das Projekt. So einig sich die Politik aber zu sein scheint, so unterschiedlich ist das Echo, wenn man die Debatten in den sozialen Netzwerken anschaut.

Dort wird auch Kritik laut. Vieles ist nebensächlich, anderes gewichtiger. So wurde darauf hingewiesen, dass es sich um ein Angebot für Privathaushalte handelt. Freiberufler, Gewerbetreibende und Unternehmen kämen für diese Tarife nicht zum Zug. So steht es auch in den Geschäftsbedingungen.

Deutsche Glasfaser kündigt nicht-privaten Kunden

Unternehmenssprecher Dennis Slobodian weist darauf hin, dass es für diese Kundengruppe den Tarif DG professional gibt. Bezahlen muss man zunächst 50, nach einem Jahr 70 Euro monatlich. Dafür bekomme man aber auch noch ein Sicherheitspaket dazu. Allerdings: Weder bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus noch beim Infoabend in Bremthal wurde diese Einschränkung erwähnt. Wer den Privattarif geschäftlich nutze, werde von der Deutschen Glasfaser irgendwann darauf angesprochen, kündigt Schickor an.

Die Frage stellt sich ohnehin erst, wenn das Glasfasernetz tatsächlich gebaut wird. Wie strikt aber sind die Frist und die 40-Prozent-Hürde? Daran halte man fest, versichert das Unternehmen. Nur bei begründeter Hoffnung, dass es zum Erfolg führe könnte, werde die Frist eventuell verlängert, heißt es. Vorstellbar ist aber, in einzelnen Stadtteilen zu bauen und in anderen nicht.

Frist endet am 25. März

Und warum muss es überhaupt eine solche Frist geben? Die Diskussionen in den Internet-Foren zeigen, dass vehement versucht wird, Zweifler zu überzeugen. Die Deutsche Glasfaser weist auf den enormen Aufwand hin, den sie mit Info-Containern, Haus-zu-Haus-Werbern und Info-Abenden treibt. Dies könne man nicht unbegrenzt lange fortsetzen, heißt es. Wirtschaftlich sei ein Projekt eben nur, wenn sich in recht kurzer Zeit 40 Prozent der Haushalte zum Mitmachen entschließen.

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