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Der Blick von oben auf die Baustelle gibt einen Eindruck von den Ausmaßen des neuen Wohnparks in der Müllerwies.

Müllerwies

Hier wohnen künftig Senioren

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Möglichst noch in diesem Jahr sollen die Rohbauarbeiten für die Seniorenwohnungen in der Müllerwies abgeschlossen werden – wenn nicht noch der Winter kommt.

Das Projekt solle die Senioren in Eppstein halten, die in der Burgstadt sonst keine für ihre Altersgruppe geeigneten Wohnungen finden, hatte Bürgermeister Alexander Simon (CDU) vor einem Jahr erklärt. Offensichtlich wird dieses Ziel auch erreicht: 8 von 13 Eigentumswohnungen sind verkauft, hieß es gestern bei einer Baustellenbesichtigung mit dem Eppsteiner Magistrat. Für die 33 Mietwohnungen gibt es eine längere Liste von Interessenten. Und alle kommen aus Eppstein, nur ein einziger Lorsbacher ist dabei. Es werden also einige Dutzend Eppsteiner die Stadt nicht gegen ihren Wunsch verlassen müssen, und wenn sie in die Müllerwies ziehen, werden andernorts im Stadtgebiet Wohnungen frei.

Freilich wird es noch eine Weile dauern, bis es so weit ist. Wenn es gut läuft, werden die Rohbauarbeiten für die drei Häuser noch in diesem Jahr abgeschlossen, berichtet Architekt Werner Schmitt. Möglichst Ende 2019 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein, spätestens aber im März 2020. „Da sind noch zwei Winter dazwischen“, sagt Schmitt. Mit anderen Worten: Unpassendes Wetter könnte durchaus noch für Verzögerungen sorgen.

Beim Rundgang über die Baustelle wies er auf einige Besonderheiten der Gebäude hin. In der Tiefgarage fällt die massive Betonkonstruktion auf, auf der die drei Häuser stehen. Alles sei aus wasserdichtem Beton gebaut worden, betont Schmitt – das Grundwasser steht hoch im Tal. Auffällig sind die rohrförmigen Kabeldurchlässe – die mussten gleich mit gebaut werden, da in diesen Beton nachträglich keine Löcher gebohrt werden können. „Da heißt es Augen auf bei der Planung“, kommentiert Schmitt.

In den Wohnungen weist er auf das Ziegelmauerwerk hin. Für die dicken Außenmauern wurden Steine genommen, die mit Dämmstoff gefüllt sind, so kann auf das problematische Styropor an der Fassade verzichtet werden. Trotzdem erreichen die Häuser gute Energiestandards, entsprechend niedrig werden die Heizkosten ausfallen. Jede Wohnung bekommt eine eigene Lüftungsanlage. Schmitt hat absichtlich keine zentrale Lüftung eingeplant, da dies Nachteile für den Lärm- und den Brandschutz hat.

Der geringere Verbrauch an Heizenergie ist nur eine von mehreren ökologischen Spezialitäten des Konzepts. So wird auf den Dächern durch Photovoltaikanlagen Strom erzeugt, der von den Bewohnern selbst verbraucht werden kann. Der ist nicht nur günstig, sondern es handelt sich vollständig um regenerativ erzeugte Energie.

Mutmaßlich wird davon mehr erzeugt als im Haus verbraucht – falls es nicht zu einem plötzlich schnellen Umstieg auf Elektroautos kommt. Immerhin – in der Tiefgarage wird es Möglichkeiten geben, die Batterien von E-Autos aufzuladen. Vorgesehen ist auch eine öffentliche Stromtankstelle auf dem Grundstück. Wer ein E-Bike hat, kann damit barrierefrei durch die Tiefgarage zu seinem Abstellraum gelangen, wo das Rad an einer Steckdose aufgeladen werden kann.

Überhaupt: Barrierefrei soll das ganze Anwesen als Senioreneinrichtung natürlich werden. Der Zugang von der Tiefgarage bis zu den Wohnungen, die Gestaltung der Wohnungen selbst, bei diesen Themen ist Barrierefreiheit für Architekten inzwischen Routine und kein großes Problem.

Ganz barrierefrei ist aber nur einer von drei Wegen, die von den umliegenden Straßen auf den zentralen Platz zwischen den drei Häusern führen. Schuld ist die leichte Hanglage des Geländes.

Zu den Außenanlagen gehört aber nicht nur dieser Platz, sondern auch ein Kleinkinderspielplatz zur Staufenstraße hin. Der wird mit etwa 700 Quadratmetern etwa so groß wie der neue Spielplatz im Baugebiet Hollergewann in Niederjosbach. Zurzeit stehen dort allerdings noch die Baustellentoiletten und ein Kran.

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