Klassik Tour Kronberg

100 historische Autos machen Station in Eppstein

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Viele Lokalmatadoren aus dem Main-Taunus-Kreis sowie Gäste aus Mailand und den USA mischen sich unter die Teilnehmer der „Klassik Tour Kronberg“.

Von 1958 bis 1962 baute der ausgebildete Luftfahrt-Ingenieur Bob Carnes rund 30 bis 40 Autos. Sie trugen allen seinen Namen, den „Bocar“, und sind heute ziemlich selten. Klaus Flettner aus Eschborn besitzt ein solches Vehikel im schicken Blau. Das ist nicht zu übersehen – und vor allem nicht zu überhören. Denn der Motor des Bocar XP-5 mit dem Baujahr 1958 beschallt die ganze Eppsteiner Altstadt. In Sachen Dezibel und Seltenheitswert belegt der US-Rennwagen wohl jeweils Platz eins. Das mit Abstand älteste Auto wiederum fährt Thomas Hjorth aus Königstein mit einem Ford-Geländewagen, Baujahr 1943.

Flettner und seine Beifahrerin Ariadne Karanis haben jede Menge „Konkurrenz“. Denn es rollen gestern Vormittag insgesamt 100 Oldtimer durch die Altstadt. Am Gottfried-Platz herrscht Volksfestcharakter, die TSG Eppstein sorgt für Bewirtung, die „Weinpresse“ bietet edle Tropfen, viele Besucher wollen ein bisschen historischen Benzinduft einatmen und schicke Fotos machen. Einige sehnen die Startnummer 50 herbei. Die hat der Eppsteiner Mundschenk und Lokalmatador Roman Olivella mit seinem Volvo 1800. Er hat die Oldtimer-Fahrt von Kronberg durch den Main-Taunus-Kreis und den Rheingau zum Geburtstag geschenkt bekommen und ist nach den ersten Kilometern von Kronberg noch voller Tatendrang. Daumen hoch – und weiter geht’s mit seiner Tochter Julia Falk an der Seite. Seine andere kleine Tochter Mireia wiederum wartet bei der Durchfahrt sehnsüchtig auf den Papa und reicht ihm eine Versorgungstüte, die ansonsten Dirk Büttner im Namen der Stadt verteilt.

Nebenan ist Bernd Schultz ziemlich umtriebig. Zu jeden Oldtimer kann der Moderator während der Durchfahrt etwas sagen. Ein VW Käfer rollt gerade an, „etwas tiefer, etwas breiter“, ruft Schultz: „Herbie lässt grüßen.“ Gleich darauf erfahren die Zuschauer, dass Alfa Romeo die Farbe Baby-Blau bei den Originalen im Sortiment hatte. Beim Opel GT, „der Antwort auf die Chevrolet Corvette“, animiert er den Fahrer dazu, die Scheinwerfer über einen Hebel aufzuklappen. Das Gelächter und der Applaus im Publikum sind groß.

Auch die Teilnehmer schwärmen. Ein Zeitreise mit einem Oldtimer, das sei „einfach authentisch“, sagt Jochen Schwarz aus Kelkheim, der mit seinem Beifahrer in einem Porsche 911 T sitzt. Solche Autos hätten wirklich etwas zu bieten, finden wiederum Michael Bersties und Elodie Bergeret, die in einem alten Fiat 500 L kurz Halt machen. „Heute setzt man sich in ein modernes Auto, da fühlt sich alles gleich an“, finden sie. Das können Andreas und Erika Wentz am Steuer eines Jaguar XK 120, mit Baujahr 1953 einer der ältesten Teilnehmer, nur bestätigen. Die Leidenschaft teilen die Langenhainer schon länger, die „Klassik Tour Kronberg“ ist aber ihre erste Ausfahrt. Fachmännisch hat die Beifahrerin ihren Streckenplan auf dem Schoss liegen, zudem gibt es ein eigenes Formular für die Spezialprüfung in Eppstein. Es gilt, von der Altstadt bis hoch zum „Schmerzberg“ in einer bestimmten Zeit zu fahren. Allerdings nichts als Rennen, sondern gemütlich mit einem Schnitt von etwa 15 Kilometern pro Stunde, erläutert Zeitnehmer Volker Becker dieses Gleichmäßigkeitsfahren. Er hilft dem Tour-Organisator Andreas Flettner aus Eschborn, der selbst rund um die Strecke unterwegs ist. Rund 180 Kilometer haben die auch aus dem Ausland angereisten Teilnehmer zu absolvieren, am Abend folgt ein gemeinsames Essen mit Übernachtung in Eschborn, heute geht es zur zweiten Ausfahrt.

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