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Hoffnung auf Verschiebung der Stromtrasse in Eppstein

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Von: Manfred Becht

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In Bremthal an der Heinrich-Anton-Ickstadt-Anlage leben die Bewohner schon sehr nah an der Stromleitung. Es wird hier eventuell noch aufgestockt.
In Bremthal an der Heinrich-Anton-Ickstadt-Anlage leben die Bewohner schon sehr nah an der Stromleitung. Es wird hier eventuell noch aufgestockt. © Katrin Walter

Aber: Amprion will Leitung über bestehende Masten spannen

Eppstein -Man muss schon genau in die Unterlagen einsteigen, um die Ergebnisse der sogenannten Fachplanung zum Bau der Höchstspannungsleitung Ultranet genauer einschätzen zu können. Der Textteil nämlich geht auf eine im Jahre 2020 vorgeschlagene Verschiebung und Aufweitung des Korridors ein, in dem die Leitung gebaut werden soll. Und dort schreibt die Bundesnetzagentur, diesen Vorschlägen könne nicht gefolgt werden.

Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon (CDU) hat in den Unterlagen aber eine Karte gefunden, in der die Lage dieses Korridors am Ende des Fachplanungsverfahrens eingetragen ist. Und dort ist eindeutig zu erkennen, dass die vorhandene Stromtrasse bei Bremthal eben nicht in der Mitte des Trassenkorridors liegt, sondern am östlichen Rand. Demnach hat die Bundesnetzagentur eine von der Stadt ins Gespräch gebrachte Trassenverschiebung sehr wohl übernommen.

Korridor wurde festgelegt

Damit ist es zwar möglich, die neue Stromtrasse in größerem Abstand von der vorhandenen Leitung zu bauen. Dass es dazu aber kommt, ist noch längst nicht ausgemachte Sache. Die Bundesfachplanung hat nur einen 1000 Meter breiten Korridor festgelegt. Wo genau die Trasse verläuft, das ist Gegenstand eines Planfeststellungsverfahrens. Dieses wurde bereits eingeleitet.

Lauter Jubel darüber, dass die Verschiebung des Korridors in die Fachplanung aufgenommen wurde, verbietet sich nach Simons Worten. Denn noch besteht die Möglichkeit, dass die neue Leitung genau über die Masten der bereits vorhandenen Leitung gespannt werden. Und das ist die Lösung, die die Amprion als Leitungsbetreiber bevorzugt, schon aus Kostengründen. Und die Bundesnetzagentur hat andere Veränderungen genau mit der Begründung abgelehnt, sie seien nicht mit dem Ziel vereinbar, die bestehende Trasse zu nutzen.

Bürgerinitiative ist enttäuscht

Die Bürgerinitiative Eppstein-Niedernhausen ist enttäuscht. Denn in Niedernhausen ist die Bundesnetzagentur den Forderungen der Initiative überhaupt nicht entgegengekommen. "Der Netzbetreiber hat sich in den letzten sechs Jahren nicht bewegt", schimpft BI-Sprecher Rainer Wegner. Jetzt sähen sich Amprion und Bundesnetzagentur dem politischen Druck ausgesetzt, die Leitung schnell zu bauen. Hätte man vor Jahren auf die Bedenken der Anlieger mehr Rücksicht genommen, könnte jetzt schon Strom durch die Leitung fließen, ist er überzeugt.

Die BI will sich mit der Entscheidung aber längst nicht abfinden. Zwar kann gegen die jetzige Entscheidung der Bundesnetzagentur nicht geklagt werden. Juristische Schritte unternehmen kann man aber gegen die Baugenehmigung. Da einzelne Privatpersonen weiter gehende Klagerechte haben als die Kommunen und erst recht als die Bürgerinitiative, werde geprüft, ob Personen als Kläger auftreten können, auf deren Grundstücke die Masten der Leitung stehen. Die müssen teilweise nämlich erhöht werden.

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