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Schöne Lage im Schatten der mächtigen Burgruine: Das Eppsteiner Burgcafé ist aber leider geschlossen.

Tourismus in Eppstein

Hoffnung fürs Eppsteiner Burgcafé

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Das Burgcafé am Wernerplatz hat geschlossen. Für den Tourismus in Eppstein ist das erstmal ein Rückschlag.

Immer wieder einmal wird in Eppstein davon gesprochen, den Fremdenverkehr zu beleben. Die Burg, die Altstadt und die Landschaft rundherum scheinen gute Voraussetzungen zu bieten. Eine Besichtigung der Burg aber oder eine Wanderung nach Eppstein wird für viele erst durch den abschließenden Besuch einer Gaststätte oder eines Cafés zu einer runden Sache. Deshalb wurde es weithin begrüßt, als das Burgcafé vor einer Weile auch Öffnungzeiten an den Sonntagen einführte.

Schwierige Situation

Das aber ist vorläufig vorbei. Und nicht nur das, zum Jahreswechsel wurde das Café ganz geschlossen. Betrieben wurde es von Esther Debo, die in Niedernhausen eine Bäckerei hat und von dort nicht nur mehrere Filialen beschickt, sondern bisher auch das Burgcafé in Eppstein. Debo gibt den Betrieb aber ganz auf, und somit auch das Café in Eppstein und die Filialen in Ober- und Niederjosbach. Der Grund ist, dass die Geschäfte immer schlechter laufen, vor allem im Niedernhausener Hauptgeschäft. Immer weniger Kunden holen sich Brot, Brötchen und Kuchen in der Bäckerei, immer mehr gehen in den Supermarkt. Dass inzwischen sogar in vielen Discountern Rohlinge aufgebacken werden, hat die negative Entwicklung noch beschleunigt.

Debo hat durchblicken lassen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb des Gesamtgeschäftes schon seit einer Weile schwierig geworden ist. Aber die Negativentwicklung breche einfach nicht ab. Zusätzlich erschwert wird das Handwerk durch immer strengere Vorschriften und Gesetze. Zuletzt hat es auch noch ein lukratives Angebot für das Betriebsgelände in Niedernhausen gegeben. Es kamen also einige Faktoren zusammen.

Debo hat zugesagt, sich selbst um einen Nachfolger für das Burgcafé zu kümmern. Das hätte sie sicher nicht getan, würde sie die Suche für aussichtslos halten. Interessenten gibt es offensichtlich, dem Vernehmen nach soll ein renommierter Betrieb aus der Region darunter sein. Sie sei mitten in den Verhandlungen, lässt Debo wissen. Mehr könne sie daher aktuell nicht zu dem Thema sagen.

In Eppstein sei der Umsatz des Cafés höher als der der Bäckerei, hat sie schon im Oktober einmal erklärt. Auch aus Mitarbeiterkreisen wurde berichtet, dass das Kuchensortiment besonders gefragt ist. Das spricht für ernsthafte Chancen für den Standort. Als problematisch wurde jedoch die Parkplatzsituation bezeichnet.

Gute Chancen

Das Thema wird vom Einzelhandel insgesamt in der Altstadt immer wieder angeführt. Allerdings scheint sich in dem Punkt nicht übermäßig viel ausrichten zu lassen. Parallel gibt es die Klage von Anwohnern, sie wüssten nicht, wohin mit den Autos. Die Interessen von Anliegern und Geschäftsleuten sind also widersprüchlich – das ist keine einfache Situation für die Verwaltung.

Eventuell ist für ein Café die Situation noch besser zu verkraften als für Einzelhändler. Wer die Altstadt oder die Burg besuchen möchte, nimmt einen Fußweg vom Bahnhof oder von der Rossertstraße eher in Kauf als jemand, der schnell eine Kleinigkeit kaufen möchte. Die Stadt plant, im Zusammenhang mit dem Bau von Seniorenwohnungen an der Laurentiuskirche einige öffentliche Parkplätze zu schaffen. Aber ob aus dem Projekt etwas wird und wann, das steht noch nicht fest.

Für das Café hingegen sieht Bürgermeister Simon gute Chancen. „Ich bin überzeugt, dass sich ein Nachfolger finden wird“, sagt Simon. Die Stadt habe Unterstützung angeboten, aber ist natürlich froh, wenn Debo alleine einen Nachfolger findet. Mit einer ganz schnellen Wiedereröffnung rechnet Simon indes nicht, denn nach seinem Eindruck wären vorher einige Renovierungsarbeiten fällig.

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