Das ist der Grillplatz Weiherbach mit Parkplatz an der L 3011 von oben gesehen.
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Das ist der Grillplatz Weiherbach mit Parkplatz an der L 3011 von oben gesehen.

Vandalismus

Kein Grillen am Weiherbach mehr

Der Naturpark Taunus gibt den Platz oberhalb von Ehlhalten auf. Nun überlegt die Stadt Eppstein, was mit dem Gelände geschehen soll und bittet die Bürger um Ideen.

Ehlhalten -Die politischen Gremien in Eppstein haben sich in der Sitzungsrunde im September mit dem Grillplatz Weiherbach an der L 3011, an der Abzweigung nach Schlossborn, zu beschäftigen. Der Naturpark Taunus, der diesen Grillplatz bislang betrieb, wird diesen aufgeben. Entsprechende Gespräche gab es im Vorfeld. "Die Hintergründe hierzu können nachvollzogen werden", teilt Bürgermeister Alexander Simon schriftlich mit. Der Naturpark Taunus betreibt den Grillplatz seit vielen Jahren.

Feiernde hinterließen Müll

Der Naturpark Taunus begründet die Aufgabe folgendermaßen: Der "schön und idyllisch gelegene Grillplatz mit angrenzendem Parkplatz und Grillhütte im hinteren Bereich des Platzes wurde immer gut nachgefragt und war auch überregional ein beliebtes Ziel. Durch seine Größe konnten viele Menschen zeitgleich den Platz nutzen". Der Naturpark habe wöchentlich die Mülleimer geleert, Vandalismus und Missbrauch hielten sich in "normalem Maße". Der Zeitpunkt, wo dieses Verhältnis zwischen angedachter naturnaher Erholung und Missbrauch und Vandalismus der Einrichtung gekippt sei, liege nun einige Jahre zurück. Durch die etwas abgelegene Lage, die Tatsache, dass der Grillplatz von der Straße aus nicht einsehbar ist und viele Menschen Platz und Raum haben, hätten ihn zu einem Ort werden lassen, an dem Feiern in nennenswertem Ausmaß stattfanden und entsprechende Müll- und Vandalismusprobleme auftraten. "Die negativen Folgen waren immens und nur mit einem erheblichen Personal- und Kostenaufwand vonseiten des Naturparks zu beseitigen", erklärt der Verband. "Die Strahlkraft der illegalen Nutzung konnte bis in die anliegenden Ortsteile festgestellt werden. Besonders im vergangenen Sommer 2020 kamen einige Aspekte zusammen, die uns als Naturpark Taunus und Betreiber des Platzes dazu veranlasst haben, eine Sperrung der Anlage gemeinsam mit der Stadt Eppstein durchzusetzen."

Schlösser durchtrennt und Barrieren niedergebrannt

Die erste temporäre Schließung des Platzes sei aufgrund der Corona-Pandemie erfolgt, denn die Menschenmengen, die sich dort aufhielten, seien nicht mehr steuerbar gewesen. "Absperrungen wurden missachtet und abgerissen, Schrankenschlösser durchtrennt, Barrieren niedergebrannt. Neben größeren Mengen an Verpackungsmüll fanden wir auch regelmäßig Unmengen an Hausmüll, auch Sonder- und Sperrmüll waren keine Ausnahme. Nachdem nun auch ab April 2020 die akute Gefährdung von Waldbrandgefahr hinzukam, blieb der Platz auch gegen erhöhten Widerstand mancher Nutzer gesperrt." Dennoch fanden Mitarbeiter morgens Feuerstellen, die die Nacht über brannten, Müll und Vandalismus nahmen nicht ab und auch Ordnungspolizei und Polizei konnten aufgrund knapper Besetzung wenig helfen. "So mussten wir leider den Grillplatz Weiherbach samt dem Parkplatz aufgrund von massivem Missbrauch und Missachtung der temporären Sperrungen mit großem Bedauern und einer radikalen Maßnahme (Baumstämme am Eingang) sperren."

Vorschläge erwünscht

Erst diese Maßnahme habe geholfen, schreibt der Verband. So biete der Platz keinen Mehrwert mehr. Nun plädierte der Naturpark Taunus dafür, den Platz zu schließen. Es soll sich aber darüber abgestimmt werden, was nun mit dem Platz geschieht. Da er sich auf der Gemarkung Eppstein befindet, darf die Stadt nun darüber befinden. Eine erste Idee, daraus einen Solarpark zu machen, musste schon wieder verworfen werden, da die Fläche zu klein und zu bewaldet ist. Außerdem sei in der Planung zu bedenken, dass das Areal teilweise in Privatbesitz sei. Diese Grundstücke hat der Naturpark Taunus bisher gemietet oder gepachtet.

Nun sind die Bürger gefragt: Bis zum 30. Oktober kann jeder, der will, Vorschläge einreichen. Wer eine Idee, einen Wunsch oder gar ein Konzept hat, kann es präsentieren. In diesem Fall kann der oder diejenige eine Nachricht direkt an den Bürgermeister schreiben: per Post an das Rathaus, Hauptstraße 99, 65817 Eppstein oder per E-Mail an Alexander.Simon@eppstein.de. red

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