Ortsbeirat sucht Lösungen

Leere Geschäfte in der Altstadt

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Wie geht es weiter mit der Altstadt? Der Ortsbeirat diskutiert, hat aber keine Lösungen. Das Thema soll auf jeden Fall auf der Tagesordnung bleiben.

Peter Arnold, Vorsitzender des Burgvereins, formuliert es schon sehr bestimmt. „Hier hat unseres Erachtens die Kommune aktiv zu werden“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder des Ortsbeirates, das er allerdings als Privatperson und nicht als Vertreter des Burgvereins geschrieben hat. „Die Stadt Eppstein steht in der Verantwortung, für eine ausreichende Infrastruktur im Ortskern zu sorgen.“ Sonst veröde dieser endgültig.

Veranlasst zu dieser Äußerung hat Arnold die angekündigte Schließung der Apotheke, wobei dies für die Altstadt nicht die einzige Hiobsbotschaft der letzten Monate ist. Das Lebensmittelgeschäft wurde schon geschlossen, der Buchladen macht ebenfalls dicht. Das ist unbestreitbar eine negative Entwicklung und Anlass für viele Diskussionen in der Burgstadt.

Bürgermeister Alexander Simon (CDU) widersprach allerdings im Ortsbeirat dem Eindruck, die Stadt sei verantwortlich. „Wenn jemand meint, keinen Laden mehr in seinem Haus haben zu wollen, ist das nicht unsere Schuld“, so Simon mit Blick auf die Buchhandlung. Was die Apotheke betrifft, so habe sich das Einkaufsverhalten geändert – es werde mehr im Internet gekauft.

So ganz wollte dies Heinz Sparwasser (FWG) nicht gelten lassen. Andere Apotheken funktionierten trotz Online-Handel, erklärte er, und das Problem der nächtlichen Anlieferungen für die Buchhandlung hätte sich lösen lassen. Dass Lebensmittel bevorzugt in größeren Geschäfte gekauft werden, kann Sparwasser nicht bestreiten. Der neue Edeka-Markt kann dem alten Geschäft in der Ortsmitte natürlich nicht genützt haben.

Ortsvorsteher Norbert Ruff (CDU) sieht aber auch einen positiven Effekt für die Altstadt – dort seien viele Leute auf dem Weg zu dem neuen Supermarkt unterwegs. Aber er sieht gewisse Versäumnisse der Einzelhändler: „Wer immer den gleichen Stiefel macht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn keiner mehr kommt.“ Auch die Öffnungszeiten seien „unter aller Kanone“.

Während SPD-Mann Rezep Uzun glaubt, dass auch die Bäckerei in der Altstadt nicht mehr lange bestehen wird, warnen andere davor, die Situation schlechter zu machen, als sie ist. „Die meisten sind guter Dinge“, so Ortsvorsteher Ruff. „Nicht ganz düster“ möchte auch Bürgermeister Simon das Bild malen. Arnold hatte auch „Bauruinen“ kritisiert, die das Bild der Altstadt nicht gerade verbessern. Keine Handhabe habe die Stadt bei schleppenden oder ausbleibenden Sanierungen, so Simon. Es seien aber auch Häuser vorbildlich hergerichtet worden.

Trotz unterschiedlicher Einschätzung, wollen aber alle etwas unternehmen. Im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung solle auch über die Altstadt gesprochen werden, kündigte Simon an. „Wir brauchen ein Konzept für kleine Verkaufsflächen“, so der Bürgermeister, der nicht so gerne sehen würde, wenn Läden zu Wohnungen umgebaut werden. Wichtig sei, dass es sich um ein gemeinsames Konzept aller Beteiligten handele. „Ich glaube auch, dass uns etwas einfällt.“

Dass mehr Parkplätze gebraucht werden, diese Forderung gehört auch zu jeder Diskussion über die Altstadt. Ein gutes Dutzend sollen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau von Seniorenwohnungen an der Laurentiuskirche entstehen. Über irgendwelche greifbaren Fortschritte bei diesem Projekt konnte Simon im Ortsbeirat aber nicht berichten.

Das Vorhaben sei kompliziert, der Investor habe viele Aufgaben abzuarbeiten und brauche dafür Zeit, so Simon. Die Belastung durch die für die Öffentlichkeit gedachten Parkplätze sind, wie Simon durchblicken ließ, für manchen Interessenten ein Problem gewesen. Es gebe weder eine Bauvoranfrage noch einen Bauantrag, so der Bürgermeister. Zwar wird gelegentlich argumentiert, das Vorhaben trage zur Belebung der Altstadt bei. Aber als sicher einkalkulieren kann man das offensichtlich nicht. Alexander Simon meint dazu: „Ob es überhaupt etwas wird, das steht in den Sternen.“

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