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Die letzten Außenarbeiten: Ralf Beimel, Christian Schuler und Eberhard Schmidt (von links) bringen das Geländer auf der 150 Quadratmeter großen Terrasse an.

Es ist fast geschafft

Neubau des Feuerwehrhauses an der Embsmühle in Vockenhausen fast fertig

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Die Arbeiten für den Neubau des Feuerwehrhauses an der Embsmühle sind weitgehend abgeschlossen. Beim Ortstermin konnten sich die Anwohner einen Eindruck verschaffen.

Wer an diesem Abend durch Pfützen und Matsch über den Vorplatz des neuen Feuerwehrhauses watet, bekommt einen Eindruck davon, mit welchen Malaisen die Anwohner in den vergangenen Wochen und Monaten zu kämpfen hatten. Ihnen gilt deshalb auch ein ganz spezielles „Dankeschön“ von Bürgermeister Alexander Simon, der die Gäste zur Besichtigung im Neubau des Feuerwehrhauses Vockenhausen begrüßt. Doch die Vockenhäuser sind offenkundig nicht nachtragend. Trotz des nass-kalten Matschwetters waren sie gekommen, um sich das künftige neue Domizil der Brandschützer anzuschauen, das nahezu fertig ist. Die Halle steht, nur noch einige Arbeiten müssen im Außenbereich erledigt werden – am Mittag hatten die Handwerker das Gelände auf der Terrasse im Obergeschoss angebracht. Der großzügige Alarmhof ähnelt zwar noch einer Kraterlandschaft – doch der Übungsturm steht, und der Gebäudetrakt ist bis auf den Außenputz fix und fertig.

„Zukunftsfähig“

Doch wie sieht es innen aus? Das interessierte nicht nur Anwohner, sondern auch zahlreiche Nachbarn aus Ehlhalten und Niederjosbach, die gekommen waren, um sich das Vorzeigeprojekt in Sachen Feuerwehrhaus anzuschauen. Und das ist „zukunftsfähig“. Ein Attribut, das mehrfach fällt bei der Führung, die Wehrführer Alexander Seiffen mit Kompetenz und Witz übernimmt.

Das neue Feuerwehrhaus steht, nun müssen die Innenräume noch fertig werden. Wenn alles glatt läuft, kann die Wehr im Frühjahr umziehen.

Ein bisschen verloren wirkt die Gruppe in der noch leerstehenden riesigen Alarmhalle, in der es nach Beton und Farbe riecht. Künftig werden hier fünf Einsatzfahrzeuge Platz haben, die ohne millimetergenaues Rangieren geparkt werden können. „Dagegen wirkt die bisherige Halle neben dem Rathaus wie eine Streichholzschachtel“, merkt ein Gast an.

Deckenausbau jetzt erst möglich

Mehrere Räume grenzen an und sind auf direktem Weg mit der Halle verbunden: Zum Beispiel der Reparatur- und Werkstattraum für die Fahrzeuge, der über eine Deckenheizung verfügt, um eine gleichbleibende Temperatur zu gewährleisten. Gegenüber entsteht das Einsatzmittellager, in dem ein Hochregallager mit 50 Rollcontainern Platz für die Ausrüstung bietet – auch für 1000 Meter Schlauch. Das meterhohe Regal wird mit Hilfe eines Gabelstaplers befüllt. Überall baumeln noch Kabel von den Decken herab. „Der Deckenausbau ist erst jetzt möglich. Das liegt daran, dass der Fußboden, nachdem er fertig war, vier Wochen nicht belastet werden durfte. Aus diesem Grund kann die schwere Hubbühne, die für die Deckenarbeiten gebraucht wird, erst jetzt aufgestellt werden“, schildert Seiffen.

Weiter geht es zu den beiden getrennten Umkleiden, in denen sich jeweils 64 männliche und 7 weibliche Einsatzkräfte umziehen können. „Es ist noch Luft noch oben, denn wir wollen ja zukunftsfähig sein und hoffen, dass unsere Einsatzabteilung noch ein bisschen wächst. Jeder von 17 bis 60 ist übrigens willkommen“, flachst der Wehrführer, während er den neugierigen Gästen die diebstahlsicheren Spinde in den Umkleideräumen erklärt. Die Brandschützer erreichen sie im Einsatzfall über das ausgeklügelte Einbahnstraßensystem, ohne sich in der Hektik in die Quere zu kommen.

Herzstück des oberen Stockwerks ist ein großer Unterrichtsraum

Herzstück des oberen Stockwerks ist der große und per Trennwand teilbare Unterrichtsraum, der auch als Speiseraum genutzt werden kann und Platz für 120 Personen bietet. Die Fensterfront mit den verschiebbaren Glastüren lässt viel Licht herein und ermöglicht den Blick auf die etwa 150 Meter Quadratmeter große Außenterrasse, „auf der im Sommer natürlich auch gefeiert werden kann“, ergänzt Alexander Seiffen.

Im hinteren Teil schließt sich der Jugendraum an, von dessen Fenster aus man einen Blick in die Fahrzeughalle hat. Weil bei der Feuerwehr auch jede Menge Verwaltungsarbeiten anfallen, wurden ein Büro- und Besprechungszimmer sowie ein Funk- und ein Serverraum im Obergeschoss integriert. Außerdem gibt es Räume sowie Umkleiden für die Kinder- und Jugendwehr. „Das entspricht alles den Vorgaben des Landes, das diese auch überprüft“, sagt der Wehrführer, der ebenso wie Bürgermeister Alexander Simon hofft, dass die letzten Arbeiten, zu denen unter anderem die Möblierung gehört, reibungslos verlaufen. „Wenn alles nach Plan geht, kann die Feuerwehr im April hier einziehen“, meint Simon, der zuversichtlich ist, „dass der Kostenrahmen von insgesamt vier Millionen Euro nicht ganz ausgeschöpft werden wird“.

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