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Neufville-Turm bleibt 2017 zu

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Von: Manfred Becht

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Der Neufville-Turm wird in diesem Jahr nicht mehr öffnen. Im Rathaus werden sogar schon ganz grundsätzliche Überlegungen angestellt.

Zum Glück hat der Kaisertempel wieder geöffnet, werden manche sagen, die gerne zu Fuß im Eppsteiner Wald unterwegs sind. Denn auf der anderen Seite des Tales werden sie in diesem Sommer nicht verköstigt. Der Neufville-Turm wird in diesem Jahr nicht eröffnet, sondern muss vor einer Neuvermietung umfassend saniert werden. Das berichtet Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold dem Kreisblatt.

Die Stadt hatte im vergangenen Jahr bereits Gespräche mit einigen Mietinteressenten geführt; mehr als 20 hatten sich gemeldet. Etwa zeitgleich aber nahmen die Denkmalschutzbehörde und eine Architektin das Gebäude genauer unter die Lupe. Schon im vergangenen Jahr hieß es, die Schäden seien größer als befürchtet; eine Wiedereröffnung 2016 wurde immer unwahrscheinlicher.

Jetzt, ein paar Monate später, sieht es nicht wirklich besser aus. Ein paar Kleinigkeiten wurden erledigt, Undichtigkeiten beseitigt sowie Fallrohre und Regenrinnen beispielsweise vom Dreck befreit. Damit wird zwar erreicht, dass das Regenwasser wieder besser abfließt und sich nicht seine eigenen Wege sucht. Das Dach aber ist damit noch längst nicht saniert, betont Sabine Bergold.

Alleine für die Instandsetzung des Daches müssen zwischen 60 000 und 80 000 Euro ausgegeben werden, so viel steht inzwischen fest. Dazu kommt aber noch, dass einzelne Wände feucht geworden sind – und dies nicht nur vom undichten Dach her. Schimmel an den Wänden aber ist nichts, was die Stadt hinnehmen kann, also muss sie den Ursachen der Nässe auf den Grund gehen. Je nach Ergebnis kann die Sanierung dann noch eine teure Angelegenheit werden.

Momentan arbeitet die Verwaltung an einer Zusammenstellung aller Schäden einschließlich einer Kostenschätzung für die Sanierung, sagt Bergold zum Stand der Dinge. Parallel versucht die Stadt, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen, etwa beim Denkmalschutz. „Die Mittel für Gebäudeinstandhaltung sind knapp bemessen“, blickt Bergold auf den Eppsteiner Haushalt.

Zunächst einmal geht es zwar nur um den Substanzerhalt, aber klar ist für sie, dass einiges mehr passieren muss, um die Verhältnisse dort für einen Mieter zumutbar zu machen. Und dann ist eine Abwägung unausweichlich. Wie viel Geld ist die Stadt bereit auszugeben, um den Turm wieder zu einem lohnenden Ziel für das Publikum zu machen? Große Menschenmassen, so viel steht fest, haben den Weg zu dem mittelalterlich anmutenden Turm in den vergangenen Jahren nicht gefunden. Möglicherweise müsse ein völlig neues Nutzungskonzept her, überlegt Bergold. Vielleicht gibt es eines, das mehr Einnahmen bedeutet, die jetzt größere Investitionen rechtfertigen würden. Für gute Ideen ist sie dankbar. Fest steht für sie nur, und da sei sie sich mit dem Bürgermeister einig: Erhalten werden müsse der Turm auf jeden Fall.

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