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Neue Farbe für die Kirche: Malergeselle Bernd Heilmann ist mit der langen Rolle in St. Michael in Niederjosbach in Aktion.

Fertigstellung im Februar

Für rund 50 000 Euro: Frische Farbe für die Kirche

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Die Kirche St. Michael in Niederjosbach wird innen neu gestrichen. Fast wäre aus dem Plan nichts geworden.

So, wie sie sich momentan präsentiert, so werden die wenigsten Niederjosbacher die katholische Kirche je von innen gesehen haben. So werden sie aber auch die wenigsten je sehen, denn strenggenommen hat dort außer den Handwerkern und einigen Aktiven der Kirchengemeinde niemand etwas zu suchen. Auch nicht sonntags, denn die Gottesdienste sind derzeit ins katholische Gemeindezentrum verlegt. Die Gottesdienste am Donnerstag fallen sogar ganz aus.

Der Grund ist ein Gerüst, das den Innenraum der Kirche weitgehend ausfüllt. 14 Tonnen wiegen all die Metallteile und Holzbohlen. Eine geschlagene Woche hat die beauftragte Firma damit zugebracht, das Gerüst aufzubauen. Seit das Gerüst fertig ist, kann der Maler mit Pinsel oder Farbrolle an jedes Fleckchen Wand in dem Gotteshaus kommen – und das ist der Zweck der Übung.

25 Jahre ist es her, dass die Innenwände der Kirche zum letzten Mal renoviert wurden. Im Laufe von zweieinhalb Jahrzehnten setzt sich da allerlei Schmutz ab, das ist ganz unvermeidlich. Mancher erinnert sich daran, dass die Niederjosbacher Kirche nach dem letzte Anstrich in strahlendem Weiß einen viel hellereren Eindruck machte, und das möchte die Gemeinde wieder so erleben. Deshalb wird die Kirche jetzt gestrichen.

Zweiter Voranschlag

Über die Idee ist schon eine Weile gesprochen worden, bis der Kirchort schließlich eine Kalkulation vom Bistum bekam. Auf 150 000 Euro schätzte das Bistum das Vorhaben, und für manche in der Gemeinde war das Thema damit erledigt. „Das hätten wir nicht stemmen können“, sagt Irmgard Theis vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde. Das Team holte aber trotzdem noch einen Kostenvoranschlag ein, und der fiel erheblich niedriger aus. Einschließlich einiger Nebenkosten geht die Gemeinde jetzt davon aus, dass sie mit 50 000 Euro hinkommt.

Das ist eine Menge Geld – vor allem, wenn sich sonst niemand an der Finanzierung beteiligt. „Spender gesucht“ heißt es deshalb auch auf einem Transparent, das gleich neben der Kirche an der Straße angebracht ist. Der Förderverein von St. Michael leistet zwar einen Beitrag, aber Zuschüsse oder Sponsorengelder von außerhalb sind schwer zu bekommen. Ganz eingestellt hat die Gemeinde die Bemühungen aber nicht.

Derweil schwingen die Mitarbeiter der Kelkheimer Firma Schnabel schon kräftig Pinsel und Farbrollen. Im ersten Arbeitsgang haben sie den Schmutz heruntergeholt, mit einer Art Radiergummi. Es folgen zwei Schichten Mineralfarbe, und zwar in den gleichen Farbtönen wie 1993. Der größte Teil der etwa 2000 Quadratmeter Wandflächen wird wieder weiß, nur im Chor ist die Farbe ganz leicht grün und rosa abgetönt. „Das ist alles mit dem Bistum abgestimmt“, betont Theis.

Neue Beleuchtung

Nicht überall konnte die Wand einfach so wieder neu gestrichen werden, einige Risse und Bohrlöcher galt es zu verspachteln. Außerdem wurden ein paar Leitungen unter Putz gelegt. Abschließend soll sowohl der Chorraum als auch der Eingangsbereich mit einer neuen Beleuchtung versehen werden. „Das war eine richtige Funzel“, beschreibt Theis die bisherige Beleuchtung an der Tür.

Sie weist noch ganz dringend auf Norbert Ziegler hin, den Vorsitzenden des Ortsausschusses. Der ist täglich in der Kirche, auch als Ansprechpartner für die Handwerker. Er hatte 30 Freiwillige zusammengetrommelt, die vor Beginn der Arbeiten die Kirche ausgeräumt haben. „Wir sind froh, dass die Kirchenbänke nicht raus mussten“, deutet Theis auf das unter Planen gestapelte Mobiliar hin.

Kreuzigungsgruppe und Madonna warten in der Sakristei darauf, an ihren angestammten Platz zurückkehren zu können. Irgendwann im Februar wird alles fertig sein. Dass sich dann wieder 30 Helfer zum Einräumen finden, daran zweifeln Theis und Ziegler nicht.

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