Die Burg ist noch immer eingerüstet, und das wird sie auch noch eine Weile bleiben.
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Die Burg ist noch immer eingerüstet, und das wird sie auch noch eine Weile bleiben.

Burg Eppstein

Sanierung des Bergfrieds beginnt

Bröckelndes Gestein, Feuchtigkeit und Baufehler der Vergangenheit: an der Burg ist viel zu tun.

Eppstein -Es geht nun endlich weiter mit der Sanierung des Bergfrieds, wie die Stadt mitteilt. Vor einigen Tagen haben die Arbeiten begonnen. Seit Juni ist der Turm der Burg eingerüstet, der Hof des Eppsteiner Wahrzeichens ist gesperrt - deshalb musste das "Burgfest light" am vergangenen Wochenende in der Wooganlage stattfinden anstatt wie sonst in der Burg.

Sanierung der 70er Jahre hat Spuren hinterlassen

Es stehen nun mehrere Maßnahmen an. Dabei geht es darum, die Außenmauer des Turms zu stabilisieren - die bröckelt nämlich -, und um die Turmabdeckung. Wie die Schäden festgestellt wurden und welche Schwierigkeiten sich bei dem Unterfangen bieten, das erläutert die Stadt ausführlich.

Im Frühjahr 2020 wurden die Außenmauern des Bergfrieds mit einer Drohne abgeflogen, da Unregelmäßigkeiten an der Oberfläche auf Schäden hingedeutet haben. Dann kam eine Firma, die diese Schäden kletternd instand setzen sollte - doch es wurde klar, dass es sich um ein größeres Problem handelt. "Einige lose Steine konnten ohne Hilfsmittel entnommen werden, teilweise ließen sie sich in der Hand zerbröseln", heißt es. Das Problem ist eine Zementverfugung aus den 1970er Jahren, die das Wasser nicht abführen kann. Stattdessen dringt das Wasser über und durch das Schiefergestein und zersetzt mit der Zeit die Außenschale. Teile lösen sich und fallen herab. Die Schäden reichen bis zu 40 Zentimeter tief ins Mauerwerk.

Vögel nisten am Gemäuer

Die Stadt stellte einen denkmalschutzrechtlichen Antrag und erhielt im März 2021 die Zustimmung vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) sowie die Aussicht auf eine Zuwendung. Weiterhin gab es vom Main-Taunus-Kreis noch 100 000 Euro dazu. Kurz darauf begann eine Firma damit, den Turm einzurüsten, ab Mai wurden die Schäden untersucht und kartiert. Die Oberfläche der Mauer beträgt immerhin 1085 Quadratmeter.

Dann ergab sich eine weitere Schwierigkeit: Es wurden Vögel beobachtet. Ein Gutachten ergab, dass dort zu dieser Zeit sowohl Dohlen als auch Hausrotschwänze brüteten. Für die Sanierung bedeutete dies, dass die Gerüstbespannung mittels Netz frühestens ab Juni angebracht werden durfte. Zudem musste eine Lösung her, damit an anderer Stelle Mauersegler brüten können.

Brachiale Gewalt wäre nötig

Burgenforscher Joachim Zeune stellte schließlich fest, dass die Bauschäden nur punktuell auftreten. Die Standsicherheit des Turms sei somit nicht gefährdet. Als Schadensursache stellt Zeune die Sanierung des Bergfrieds 1971/72 mit Industriezement fest. Diese Verfugung lasse sich nur mit brachialer Gewalt öffnen. Das heißt nun, dass die Sanierung der Außenhaut so erfolgt, dass der Zement drin bleibt. Mit dem Problem der Turmaußenhaut sei die 1971/72 und 1989 geschaffene Turmkrone, die sich aus einer Stahl-Beton-Plattform, der Brüstung und dem Zugangshäuschen zusammensetzt, verbunden. Aufgrund diverser Baufehler ist diese Turmabdeckung undicht und lässt Wasser in das Mauerwerk eindringen. Vor allem die Feuchtigkeit müsse raus aus dem Gemäuer. Ende September möchte die Stadt sich noch einmal detailliert vor Ort zu den Sanierungen äußern. wal/red

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