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Schüler erwecken Lego-Roboter zum Leben

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Mit der Lehrerin Susanne Frick können Nicki, Aaron, Philipp und Flavio (von links) an der Freiherr-vom- Stein-Schule in die Welt der Technik eintauchen und Lego-Roboter basteln.
Mit der Lehrerin Susanne Frick können Nicki, Aaron, Philipp und Flavio (von links) an der Freiherr-vom- Stein-Schule in die Welt der Technik eintauchen und Lego-Roboter basteln. © Hans Nietner

Wissbegierige junge Tüftler und Techniker können an der Freiherr-vom-Stein-Schule im Robotik-Kurs Drachen, Krokodile und Sortiermaschinen programmieren. Lehrerin Susanne Frick bietet allen Schülern Einblicke in die Welt der Maschinen.

An der Freiherr-vom-Stein-Schule sieht man, dass Gesamtschule als alternatives Konzept zum dreigliedrigen Schulsystem ein erfolgreiches Lernen ermöglichen kann. Im Robotik-Kurs haben Kinder der fünften bis zehnten Klasse gemeinsam in Gruppen getüftelt und programmiert. Entstanden sind kreative und nützliche Lego-Roboter, die nicht nur fahren, fühlen oder sprechen, sondern auch Dinge sortieren können.

Dass 10-Jährige mit 16-Jährigen fachsimpeln – es bereichert, da sind sich Lehrer und Eltern einig. Philipp (11), Fynn (15) und Kadir (16) tauschen ihre Programmierkenntnisse aus. Im Raum stehen große Boxen, gefüllt mit Legosteinen, daneben Laptops. „Wir zeigen heute unsere Roboter“, plaudert Philipp. Während der Elfjährige die neuesten Raffinessen seines fahrenden Gefährten demonstriert, klärt er gleichzeitig noch offene technische Fragen. Schließlich soll seine mit Licht- und Bewegungssensoren ausstaffierte fahrende Maschine noch intelligenter werden. Die beiden älteren Jungs helfen gerne.

Susanne Frick, Chemie- und Physiklehrerin, freut sich, dass sie den Roboter-Kurs, den es schon einmal vor vielen Jahren an der Schule gab, „wieder ins Leben gerufen hat“. Besonders überzeugt ist sie vom Ansatz der Integration aller Schüler. „Jeder kann hier mitmachen. Jahrgangs- und schulformübergreifend unterstützen und schätzen sich die Kinder gegenseitig“, zeigt ihre Erfahrung. Eine kooperative Gesamtschule böte allen Kindern die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Inspiriert von den Qualifikationen anderer, fördere man die Wissbegierde und Lernfreude aller Kinder. Dies bestätigen auch Doris Sprung und André Roselt von der Schulleitung. Sprung ist vom Gesamtschulkonzept überzeugt. Nicht nur der fließende Übergang der Viertklässler in die weiterführende Schule, auch die Möglichkeit, jederzeit während der Schullaufbahn pädagogisch draufzusatteln, sei wichtig. Dies findet auch Kollege Roselt: „Die Kinder lernen hier alle gemeinsam unter einem Dach. Dadurch können pädagogische Wechsel besser begleitet werden.“ Kurze Informationswege im Kollegium ermöglichten einen guten Überblick über alle Schüler, ihren Wissenstand und ihre Lernfreude. „Bei einem Übergang von der Realschule zum Gymnasialzweig beispielsweise bleibt der Lernort gleich“, erklärt Doris Sprung und sieht auch den Vorteil, dass Schulfreundschaften bestehen bleiben. Sie leitet den Jahrgang der fünften Klassen. Roselt ist für den Gymnasialzweig zuständig.

Den Schülern böte das Gesamtschulkonzept ein gemeinsames Lernen unter dem Aspekt der Chancengleichheit. Darüber hinaus fördere die Schulform Sozialkompetenz und motiviere alle Schüler. Die häufig geäußerte Kritik, leistungsstarke Schüler würden von Schwächeren ausgebremst, lassen die Lehrer der Freiherr-vom-Stein-Schule nicht gelten. Ihre Erfahrungen würden das Gegenteil zeigen. Gemeinsames Lernen helfe den Schwächeren, Themen besser zu verstehen, die Stärkeren intensivierten ihre Kenntnisse. Individuelle Lernangebote förderten stärkere Schüler zusätzlich. 740 Schüler gehen in 32 Klassen, unterrichtet von 60 Lehrkräften.

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