Schulspeisung an der Baharini Primary School in Kenia, die vom Freundeskreis Ostafrikahilfe St. Luke's e.V. unterstützt wird.
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Schulspeisung an der Baharini Primary School in Kenia, die vom Freundeskreis Ostafrikahilfe St. Luke's e.V. unterstützt wird.

Ostafrika-Hilfe

Wenn die warme Mahlzeit ein kostbares Geschenk ist

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Spenden sorgen für die Speisung von 1600 Schülern. Die Corona-Pandemie hat die Situation in Kenia noch verschlimmert.

Eppstein -Während hierzulande die Gastronomie wieder öffnet und die Leute unbeschwert in den Gartenlokalen sitzen, sterben in Entwicklungsländern immer noch viele Menschen den Hungertod. "Todbringende Seuchen und Epidemien können heutzutage mit Impfungen und Antibiotika besiegt werden - allein gegen den Hunger auf der Welt ist immer noch kein Kraut gewachsen", sagt der Eppsteiner Entwicklungshelfer Hans Meisemann. "Immer noch wissen Millionen Menschen am Morgen nicht, ob sie und ihre Kinder den Abend erleben."

Meisemann kennt die Situation vor Ort gut. Viele Male reiste er nach Kenia, um zu helfen. Dort nennen sie ihn "Papa Kaloleni". 28 Jahre lang war der ehemalige Arzt aus Bremthal das Gesicht des Eppstein-Zeilsheimer Freundeskreises Ostafrikahilfe St. Luke's, den er seinerzeit mit Gleichgesinnten gegründet hatte. "Irgendwann müssen Jüngere ran", fand er und gab im Mai 2018 sein Amt an der Spitze des Vereins an Guido Ernst ab. Ganz zurückgezogen hat sich der engagierte Mediziner nicht: Er steht seinem Nachfolger als Stellvertretender Vorsitzender mit Rat und Tat zur Seite.

Seit 31 Jahren versucht der Verein, die Not zu lindern

Die Hilfsorganisation kämpft seit nunmehr 31 Jahren gegen die Not in Afrika. Wie vielen Menschen in dieser Zeit geholfen werden konnte, wie viele Leben vor dem Tod gerettet wurden? "Unzählbar viele in der langen Zeit", sagt Meisemann.

Alles begann 1990 mit dem Buschhospital St. Luke's in Kaloleni. Rund eine halbe Million Menschen der Region können nach dessen Sanierung durch den Freundeskreis wieder ärztliche Hilfe finden. Es folgte der Aufbau einer Station für fehl- und mangelernährte Kinder am Distriktkrankenhaus in Kilifi. Kinder, die zu Hunderten im vierten bis fünften Lebensjahr starben, weil ihre Mütter sie wegen eines nachkommenden Kindes von der Brustnahrung absetzten und nur noch mit Mais-Schleim ernährten, können seitdem gerettet werden. "Die Station hat heute als Zentrum zur Erforschung und Behandlung der Fehl- und Mangelernährung Weltgeltung", erklärt Meisemann.

Der Schwerpunkt liegt auf der schulischen Bildung

Um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung aller Altersgruppen in der Küstenregion nördlich von Mombasa zu verbessern, baute der Freundeskreis 2007 das Gesundheitszentrum Kanamai Health Center. "Ein großes Projekt, das ebenfalls nur dank hiesiger Spenden realisiert werden konnte", erinnert sich der Gründer der Hilfsorganisation. Die Menschen bekommen hier sogar eine völlig kostenfreie Behandlung.

Seit Beginn der Pandemie werden darüber hinaus im Gesundheitszentrum wöchentlich mehr als 120 Familien mit vom Freundeskreis bezahlten Lebensmitteln versorgt. Denn: "Sozialhilfe, Arbeitslosenunterstützung und Rente gibt es nicht." Corona ist für das Gros der kenianischen Bevölkerung eine weitere Heimsuchung, die ihre ohnehin prekäre Lage noch weiter verschlimmert. "Und wie immer in Krisenzeiten werden Grundnahrungsmittel schamlos verteuert." Nahezu alle Bewohner des Bezirks haben durch Corona ihre vom Tourismus abhängigen, kargen Einkommensquellen verloren. Mittlerweile stünden auch die wenigen Menschen, die vor der Pandemie in den Hotels ein regelmäßiges Einkommen hatten, "beschämt in den Ausgabeschlangen an", erzählt Meisemann.

Die einzige Mahlzeit des Tages mittags in der Schule

Immerhin: Die Schulen haben wieder geöffnet, so auch die Baharini Primary School, die der Freundeskreis seit 20 Jahren unterstützt. Dort erhalten etwa 1600 Schulkinder täglich eine warme Mahlzeit - immer einen Teller Reis oder Mais mit Bohnen. "Für die meisten Kinder die einzige Mahlzeit eines Tages", sagt der pensionierte Mediziner. "Für ihre überwiegend analphabetischen Eltern ist das allein schon ein Grund, ihre Kinder in die Schule zu schicken."

Eine weitere wichtige Säule ist für Meisemann und seine Mitstreiter die berufliche Ausbildung. Hier fördert und unterstützt der Freundeskreis seit Jahrzehnten den Aufbau und die Ausstattung von Berufsschulklassen mit Maschinen und Werkzeugen, die Zahlung von Lehrergehältern und die Vergabe von Stipendien für förderungswürdige junge Menschen. Jüngstes Projekt ist Marianist Education in Bombolulu und Ukunda, wo junge Menschen in verschiedenen Berufszweigen ausgebildet werden.

Für Vereins-Gründer Meisemann ist klar: "Keines der Projekte war und ist ohne finanzielle und materielle Spenden oder durch die aktive Mitarbeit zahlreicher Helfer aus ganz Deutschland vor Ort möglich." judo

Hilfe für Ostafrika

Das Spendenkonto: Freundeskreis Ostafrika e.V. - IBAN: DE96 5105 0015 0225 0372 80 bei der Nassauischen Sparkasse. Eine Spendenquittung für das Finanzamt wird zeitnah bei Angabe des Namens und der Adresse des Spenders ausgestellt.

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