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Stolz wie Oskar: Beim Neujahrsempfang wurden die Jugendpreise der Stiftung vergeben.

Jugendpreis

Wenn Kinder in ihrer Freizeit Texte büffeln und Müll sammeln

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Über 500 Euro für die Klassen-Kasse darf sich die G 7 b der Eppsteiner Gesamtschule freuen. Sie haben das Theaterspiel für sich entdeckt und dafür viel Freizeit geopfert. Es ist quasi der Hauptgewinn bei der Preisvergabe der Stiftung. Doch auch zwei andere aktive Gruppen dürfen sich freuen.

Es sollte nur eine kurze Spielszene für die Begrüßung der neuen Schüler werden. Doch das machte den Mädchen und Jungen der G 6 B der Freiherr-vom-Stein-Schule so viel Spaß, dass daraus die Idee entstand, ein komplettes Theaterstück einzuüben. Im Dezember 2016 hieß es also „Vorhang auf“ für „Märchen werden wahr“. Da es keine fertigen Theaterstück mit einer ausreichend großen Anzahl an Darstellern gibt, hat Klassenlehrerin Astrid Meinert selbst ein Drehbuch verfasst. 2017 wagten sich die Schüler dann an einen Krimi: „Sein letzter Cocktail“ spielte in New York und löste die rätselhafte Ermordung des Geschäftsmanns Robert Great auf, der auf seiner eigenen Party vergiftet wurde. „Die Schüler hatten zum größten Teil sehr lange Textpassagen, die sie alle in ihrer Freizeit lernten, und sie waren bereit, auch außerhalb der Unterrichtszeit zu proben“, hebt Astrid Meinert hervor. Es wurde außerdem ein aufwendiges Bühnenbild mit Schwarzlichteffekten erstellt.

Dieses Engagement der heutigen G 7 B der Stein-Schule ist auch in der Stadt nicht verborgen geblieben. Gleich drei Aufführungen gab es, zudem wurde die Bürgerstiftung nach der Bewerbung auf die Theater-Klasse aufmerksam. Den Lohn für unzählige Proben, Text-Büffelei und großes Engagement jenseits des Unterrichts gab es nun beim Neujahrsempfang: Die Schüler haben den Jugendpreis der Stiftung erhalten – immerhin 500 Euro wandern nun in die Klassen-Kasse. Da es sonst nur noch zwei weitere Bewerbungen gab, teilte die Stiftung die anderen 500 Euro gerecht auf: An die Jugendfeuerwehr für ihren Umweltschutztag sowie an die Burg-Schule für die Bilderwand der Intensivklasse.

Ute Jürges und Christina Cantzler aus dem Stiftungsvorstand freuten sich, die Preise zu übergeben. Die jungen Theaterleute hätten ihr Projekt „mit unglaublicher Energie durchgezogen“, lobte Cantzler. Dass die Feuerwehr die Stadt aufgeräumt habe, „dass müsste allen aufgefallen sein“, betonte Jürges. Und auch die Kunst der jungen Flüchtlinge mit einer Ausstellung in der Talkirche sei bemerkenswert.

Für diese Initiative waren Klassenlehrerin Bettina Romeiser und Sabine Gieshoff verantwortlich. Die jungen Flüchtlinge, vor allem aus Syrien und dem Irak, erhalten nicht nur intensiven Deutsch-Unterricht, sondern dürfen auch im Kinderatelier der Burg-Schule mit Farbe experimentieren – zuletzt zu Themen wie „Deutschland“, „Mein Heimatland“ oder „Was macht mich traurig, was macht mich fröhlich“. Ute Jürges weiß: „Die meisten Kinder haben zu Hause keine Möglichkeiten, sich wie bei diesen Kunstprojekten kreativ ,auszutoben‘. So können gerade die traumatisierten Mädchen und Jungen ihre

Erlebnisse verarbeiten

.“ Das Preisgeld soll daher wieder in ein Kunstprojekt gesteckt werden.

Einen „riesigen Berg“ (Jürges) an Müll hat wiederum die Jugendfeuerwehr im vergangenen Oktober bei ihrem Umweltschutztag gesammelt. Da kamen in der Stadt auch alte Fernseher, Duschwannen, Reifen, Matratzen, leere Ölfässer und andere Unrat zum Vorschein – ein großer Container voll. Rund 40 Jugendliche und 20 Betreuer sammelten mit – und wurden jetzt mit dem Jugendpreis belohnt. Für ein Engagement, das alle zwei Jahre beispielhaft in der Burgstadt ist. Und die Stadt hätte sicher nichts dagegen, wenn hier jedes Jahr fleißige Müll-Heinzelmännchen unterwegs wären . . .

Kontakt zur Stiftung

Die Bürgerstiftung Eppstein hat noch viele weitere Projekte. Informationen dazu gibt es per E-Mail an anfrage@buergerstiftung-eppstein.de

(wein)

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