+
Sieht martialischer aus als es ist: Die ?Eppensteiner? proben für das Ritterspektakel am kommenden Wochenende.

Mittelalterfest

So wird das Ritterfest auf der Eppsteiner Burg

„Schwerter zum Angriff!“ und „Formiert euch! Schwerter nach vorn, Speere nach hinten!“ So schallt es über die Wiese am Fuße der Eppsteiner Burg. Die „Die Eppensteiner“ proben für den bevorstehenden Ritterkampf am kommenden Wochenende.

„Wir inszenieren einen Streit zwischen den Eppsteinern und den Nassauern. Der Disput führt schließlich zum Angriff der Nassauer, den die Eppsteiner Ritter abzuwehren versuchen“, berichtet Buchenau alias Hauptmann Wigandus von Ascenburne. „Eingeleitet wird die Belagerung mit einer Spielszene auf dem Burghof.“ Das dargestellte, rund 60-minütige Szenario basiere allerdings nicht auf einer wahren Begebenheit, hätte sich aber so abspielen können. Eine Kanone und ein Katapult werden auch zum Einsatz kommen. Mehr möchte der Hauptmann nicht verraten. Unterstützt wird die Truppe von der Stadtwache und den Burgschauspielern, ein „Gemischtwarenladen aus verschiedenen Vereinen“, wie er das Spektakel beschreibt. Rund 20 Kämpfer und 10 Komparsen werden beteiligt sein.

Anfang des Jahres hatte die Mittelalter-Gruppe „Die Eppensteiner“ mit dem Aufruf „Ritter, Knappen und allerlei Volk gesucht“ unter anderem für ritterliche

Verstärkung

geworben. Zehn Neuzugänge aus den umliegenden Städten und Gemeinden meldeten sich. Dahinter steckte die Idee, neue Kämpfer auszubilden, welche die stadteigenen Ritter unterstützen können. Mittlerweile befinde sich die Gruppe seit Juni in der dritten Phase. Mit den Neuzugängen sei er mehr als zufrieden. „Alle sind hochmotiviert, die Trainings sind tiptop gelaufen“, sagt Buchenau, der für die militärische Abteilung zuständig ist. Die Gruppe habe ihr Können beim Mittelaltermarkt in Ehlhalten bereits auf die Probe gestellt. Hier transportierten sie eine Reliquie, wurden überfallen und mussten sich verteidigen. Dabei betont der Fachmann: „Wir sind keine Ritter im eigentlichen Sinn. Ritter konnten nur Adelige werden. Wir sind Fehdehelfer, also Vasallen, Söldner und wehrpflichtige Stadtbewohner.“ „Nur Ritter trugen eine Rüstung, Söldner hatten eher eine bescheidene Kampfkleidung“, erklärt Buchenau, der auch Kindergeburtstage durch die Burg führt. Die richtige Kleidung sei damals als Schutz vor Verletzungen sehr wichtig gewesen.

Daher sei auch für die Truppe der Eppsteiner Infanterie eine nahezu identische Ausstattung von Nöten. „

Sicherheit geht vor

“ – trotz stumpfer Waffen. „Ich trage eigentlich jedes Mal blaue Flecken mit nach Hause“, erzählt Patrick Klein. Das sei nicht weiter schlimm, man habe schließlich vorher gewusst, was auf einen zukomme, so der Fischbacher.

Seit März ist Buchenau dabei, die Frischlinge auszustatten. Mehr als die Hälfte der Freiwilligen habe bei der Ausrüstung bei Null angefangen. Und das ist recht kostspielig. „Eine minimale Ausstattung liegt bei ungefähr 500 Euro“, schätzt er. Mit der richtigen Ausrüstung könne man sich auch viel besser in die damalige Zeit hineinversetzen, sagt Klein – dazu trage die Burg als historische Kulisse natürlich auch einen Großteil bei. „Es ist schwer, nicht in Fantasie zu verfallen!“ Dem stimmt auch Thomas Stiebler aus Wildsachsen zu. Er könne sich so viel besser mit der Zeit identifizieren – trotzdem, die Erstinvestition habe es in sich. „Es ist erst einmal ein teures Hobby“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare