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Erzieherinnen sind knapp. Deshalb ist die Betreuung in der Kita der Evangelischen Talkirchengemeinde in Eppstein jetzt eingeschränkt.  (Symbolbild)

Evangelische Talkirchengemeinde

Personal-Engpass in Kita: Gruppen haben tageweise keine Betreuung

Erzieherinnen sind knapp. Und sie werden auch mal krank. Deshalb ist die Betreuung in der Kita der Evangelischen Talkirchengemeinde jetzt eingeschränkt.

Eppstein –  Die Stadt hofft natürlich, dass es sich in dieser Schärfe um ein vorübergehendes Problem bei der Evangelischen Talkirchengemeinde handelt. In den vergangenen Monaten musste die Stadt nämlich zwei neue Kinderbetreuungseinrichtungen aus dem Boden stampfen, um dem Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz zu entsprechen. Das hat die Finanzplanungen so durcheinander gebracht, dass die Vorstellung des Haushalts für 2020 um einige Wochen verschoben wurde. Nicht auszudenken, wenn nun auch noch in einer kirchlichen Einrichtung dauerhaft Plätze wegfallen sollten.

Udo Bergholz, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Talkirchengemeinde, ist zuversichtlich, dass es dazu nicht kommt. Er bestätigt, was in Eppstein und in den sozialen Netzwerken die Runde macht - dass die Betreuung in der Kindertagesstätte eingeschränkt werden musste. Die Krankheit zweier Erzieherinnen sei der Grund.

Wie Bergholz auf Anfrage dieser Zeitung berichtete, wurde keine Gruppe auf unabsehbare Zeit ganz geschlossen, sondern es gebe jeweils für einige Tage keine Betreuung, und dann sei die nächste Gruppe dran. Er geht aber davon aus, dass beide Erzieherinnen in den kommenden Wochen wieder zum Dienst erscheinen können. Dabei ist das Personal ein Dauerproblem. Bergholz: "Wir sind ständig auf der Suche nach Erzieherinnen." Vorstellungsgespräche stehen zwar jetzt an - aber er freut sich über jeden Interessenten, der sich meldet.

Personal-Engpass in Kita in Eppstein: Appell an Eltern

Bergholz appelliert bei der Gelegenheit an die Eltern, keine kranken Kinder in die Einrichtung zu schicken. Steckt sich eine Erzieherin an, wird es für die ganze Gruppe zum Problem.

Die Reaktionen der Eltern auf die aktuellen Einschränkungen sind unterschiedlich. Die einen äußern Verständnis dafür, dass es wegen niedriger Bezahlung zu wenige Erzieherinnen gibt. Andere schlagen vor, die Eltern sollten eine Notfallbetreuung organisieren, wieder andere werfen der Kirchengemeinde vor, zu spät informiert zu haben, und sie fühlen sich auch von der Stadt im Stich gelassen.

"Wir haben erst spät davon erfahren", will Eppsteins Erste Stadträtin Sabine Bergold diese Kritik nicht unwidersprochen lassen. Die Kommune habe jetzt aber allen Trägern angeboten, in solchen Fällen auch einmal leihweise mit Erzieherinnen auszuhelfen. Einen großen Personalengpass bei den städtischen Einrichtungen gebe es momentan nämlich nicht. Bislang hat es auf das Angebot der Stadt von den anderen Trägern aber noch keine Reaktionen gegeben.

Von Manfred Becht

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