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Michael Hoss zeigt?s: Einige Erdbeeren im Krifteler Hochfeld tragen bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Blüten und Früchte, auch wenn es bei den meisten nicht mehr ganz zu roter Farbe reicht.

Erdbeeren im November

Der milde Herbst treibt im Hochfeld seltene Blüten und Früchte

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Fast wie im Frühjahr: Kurz vor dem Advent hängen im Hochfeld an einigen Erdbeerpflanzen weiße Blüten und grüne, teilweise sogar hellrote Früchte. Schuld ist der Herbst mit seinen milden Temperaturen.

Michael Hoss hat noch bis vor knapp zwei Wochen frisch gepflückte Erdbeeren verkauft. An den Pflanzen seines Wartebeets mit den Frigo-Pflanzen, die er erst im August gesetzt hatte, hängen auch noch jetzt vereinzelt rote Früchte. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Doch dass die Pflanzen, die der Obstbauer im Spätsommer vergangenen Jahres gesetzt hatte und die in diesem Sommer Erdbeeren getragen haben, nun Mitte November noch einmal Blüten und Früchte bekommen haben, das ist außergewöhnlich. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das schon mal hatten“, sagt Vater Edelbert Hoss. Schuld sei die extrem milde Witterung in den zurückliegenden Wochen. Zur Ernte reicht’s zwar nicht, und so richtig rot werden die Früchte wohl auch nicht mehr. Dafür habe er zu spät gemulcht, sagt Markus Hoss. Weil es zu trocken war, habe er die Pflanzen, die der Landwirt auf Dämmen gesetzt hat, die mit Vlies bedeckt sind, in diesem Jahr erst Ende September abgemäht. „Hätte ich sie früher gemulcht, wären einige Früchte noch richtig rot geworden“, ist Markus Hoss überzeugt.

Das warme Wetter hätte eine späte Ernte, wie sie vor allem einige Landwirte in Südhessen genutzt haben, auch dem Ortslandwirt Andreas Theis beschert. Er habe aber bewusst die Blüte abgeschnitten, damit die Pflanzen nicht fürs nächste Jahr geschwächt werden, sagt er. Im übrigen sei er im Herbst mit der Apfelernte vollauf ausgelastet gewesen. Da seien die Kollegen im Ried besser aufgestellt, auch personell.

Erdbeerbauer Berthold Heil hat in den letzten Tagen ebenfalls hier und da auf seinen Feldern eine Erdbeere an seinen Pflanzen entdeckt. Aber das sei kaum der Rede wert. Da hätte er richtig gut wässern müssen, damit aus den abgemulchten Pflanzen noch mal Blüten gekommen wären.

Heil macht sich eher Sorgen, welche Auswirkungen die extreme Trockenheit in diesem Sommer auf die Ernte im kommenden Jahr haben wird. „Das werden wir gewiss merken“, fürchtet Heil und ist überzeugt, dass 2019 die Ernte bei Beeren und Obstbäumen nicht so gut ausfallen wird wie 2018.

Obwohl sie wegen der Trockenheit viel haben wässern müssen, sind die Obstbauern mit der Ernte in diesem Jahr recht zufrieden. Die Erdbeerernte sei okay gewesen, sagt Andreas Theis. Auch bei den Äpfeln sei sie sehr gut gewesen, „das ist richtig positiv“, zieht der Obstbauer Bilanz, nur die Rüben hätten richtig gelitten“, denen habe das Wasser richtig gefehlt“.

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