Kiesgrubengelände

Tag der Erde - ein Tag der Rekorde ?

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Es könnte ein rekordverdächtiger „Tag der Erde“ werden. Das Team des Naturschutzhauses erwartet 45 Standbetreiber – so viele wie noch nie zuvor. Außerdem rechnen die Veranstalter aufgrund des schönen Wetters am Sonntag mit bis zu 4000 Besuchern auf dem Weilbacher Kiesgrubengelände.

Nicht jeder, der am Wochenende zum „Tag der Erde“ auf dem Weilbacher Kiesgrubengelände pilgert, ist ein überzeugter Umweltschützer. Manche Besucher werden das Naturschutzhaus einfach nur ansteuern, um einen schönen Tag mit der Familie zu verbringen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Gäste nichts mitnehmen. Mit Sicherheit wird es auch Familien geben, die vom Ausflug mit neuen und unerwarteten Denkanstößen zurückkehren. Ein Bewusstsein für die Bedeutung der Umwelt zu vermitteln, ist ein Ziel der Veranstaltung. Wenn es gelinge, den Menschen ein paar Impulse zu geben, sei sie schon zufrieden, sagt Martina Teipel, Leiterin des Naturschutzhauses.

Der „Tag der „Erde“ wird weltweit in mehr als 170 Ländern gefeiert. Die Tradition begann im Jahr 1970 mit dem „Earth Day“ in den USA. Seither steht der 22. April jährlich im Zeichen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit dem Planeten und der Umwelt. In Deutschland wird der Aktionstag unter anderem vom Umwelthaus in Kassel mit einem großen Fest begangen.

Doch auch im Flörsheimer Stadtteil Weilbach hat der „Tag der Erde“ eine lange Tradition: Schon 1991 – im ersten Jahr des Naturschutzhauses – sei der Tag gefeiert worden, berichtet Martina Teipel. In diesem Jahr findet die Veranstaltung zum 26. Mal auf dem Gelände der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW) statt.

Nachhaltige Mobilität steht im Mittelpunkt des internationalen Umwelttages. Das diesjährige Motto lautet: „Tempo für eine lebenswerte Verkehrswende“. Das Thema Elektromobilität soll am Sonntag auf dem GRKW-Gelände präsent sein. Unter anderem wird ein Carsharing-Anbieter Probefahrten mit seinen Elektroautos anbieten. „Da muss sich schon etwas ändern“, findet auch Martina Teipel.

Die Leiterin des Naturschutzhauses würde sich freuen, wenn möglichst viele Besucher das Auto zu Hause stehen lassen und mit Bussen oder dem Rad anreisen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) organisiert eine Fahrradtour zum „Tag der Erde“, die um 10 Uhr am Bahnhof in Bad Soden startet. Zwischenstopps sind für 10.15 Uhr am Rathaus in Sulzbach und 10.45 Uhr am Busbahnhof in Hofheim geplant. Darüber hinaus gibt es kostenlose Sonderbusse, die im Abstand von einer halben Stunde in Hofheim und an der Nordseite des Flörsheimer Bahnhofs abfahren.

Ein weiteres Thema, das in diesem Jahr groß geschrieben wird, ist der faire Handel. Die Städte Hattersheim, Hofheim und Kelkheim werden ihre Maßnahmen in diesem Bereich an einem Gemeinschaftsstand zu Fairtrade und Klimaschutz vorstellen. Die Stadt Flörsheim befindet sich ebenfalls auf dem Weg zur Fairtrade-Kommune.

Vielleicht können die Verantwortlichen ja den „Tag der Erde“ nutzen, um sich über die Schritte der Nachbarkommunen zu informieren. Wer selbst etwas zum natürlichen Gleichgewicht beitragen möchte, der ist bei der Naturgartenberatung und dem Pflanzenverkauf an der richtigen Adresse. Wildstauden und andere Wildpflanzen werden unter anderem von der Gärtnerei der Evim Schlocker-Stiftung angeboten. Diese Pflanzen erfüllen im heimischen Garten einen wichtigen Zweck, weil sie Insekten Nahrung bieten.

So könne jeder etwas zur Eindämmung des Insektensterbens beitragen, erklärt Martina Teipel. „Wir verkaufen keine Geranien“, betont die Umweltberaterin.

Kinder erwartet im Naturschutzhaus lehrreiche Unterhaltung. Erstmals ist ein Kindertheater mit der

„Prima-Klima-Show“

zu Gast. Ansonsten wird es unter den 45 Ständen auch in diesem Jahr wieder Kunsthandwerk, Mitmach-Angebote und verschiedene Speisen und Getränke geben. Der „Tag der Erde“ findet am Sonntag, 22. April, von 11 bis 17 Uhr statt.

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