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Noch hat der Hellweg-Baumarkt an der Frankfurter Straße 2-8 geöffnet. Das Grundstück ist aber für einen riesigen Bürokomplex vorgesehen. 

Und der Verkehr?

Baumarkt muss für Millionen-Projekt weichen - wer steckt dahinter? 

Der Hellweg-Baumarkt muss für das nächste Millionen-Projekt im Gewerbegebiet in Eschborn weichen. Welcher Konzern dahintersteckt, ist noch ein Rätsel. 

  • Das Gewerbegebiet in Eschborn befindet sich im Umbruch.
  • Der Hellweg-Baumarkt muss weichen. 
  • Das Rätselraten über den neuen Konzern beginnt.

Eschborn - Es ist die Herzkammer des Eschborner Wohlstands und garantiert der Stadt neunstellige Gewerbesteuer-Einnahmen, von denen die allermeisten Kommunen im Frankfurter Umland nur träumen können. Das rund 50 Hektar große Gewerbegebiet Süd, in dem zurzeit rund 21 000 Menschen arbeiten, ist die Heimstätte von Deutscher Börse, Ernst & Young, LG Electronics und vielen anderen Konzernen.

Eschborn: Gewerbegebiet im Umbruch - Baumarkt muss weichen

Doch seit einigen Jahren ist Eschborn Süd im Umbruch. Immer mehr marode und veraltete Gebäude müssen modernen Bürobauten und neuen Hotels weichen. Einen der dicksten Fische, die Eschborn in jüngerer Vergangenheit an Land gezogen hatte, ist die Software-Schmiede SAP, die mit ihrer markanten Fassade neben Ernst & Young emporragt. Die 2018 eröffnete Niederlassung des Weltunternehmens nimmt an der Kreuzung Frankfurter/Sossenheimer Straße eine hervorgehobene Position ein.

In den kommenden Jahren bekommt das Hochhaus mit der gläsernen Fassade aber optische Konkurrenz. Denn dort, wo sich heute noch der Flachbau mit dem Hellweg-Baumarkt befindet, ist das nächste Millionen-Vorhaben in Planung. Die Projektentwickler versprechen „ein modernes, attraktives Quartier mit mehreren Gebäuden und einer Bruttogeschossfläche von über 50.000 Quadratmetern“. Dies teilten die Partner mit - die Kölner Art-Invest Real Estate und die Frankfurter OFB Projektentwicklung, die beide mit dem Standort Eschborn vertraut sind.

So soll "Eschborn Gate" aussehen [1 ]. Der künftige Bürokomplex liegt gegenüber SAP [2 ] - an der Sosseenheimer [3 ] und der Frankfurter Straße [4 ]. Eschborn Süd grenzt an die Autobahn A 66/A 648 [5 ]. Das Deutsche-Bank-Haus [6 ] und Frankfurts Skyline [7 ] sind ebenfalls gut sichtbar. 

„Eschborn Gate“: Welcher Konzern zieht ein?

Rund 30.800 Quadratmeter groß ist das Grundstück an der Frankfurter Straße 2-8, dessen prominente Lage die Planer veranlasst, das künftige Büro-Quartier auf „Eschborn Gate“ zu taufen - das Tor zu diesem Gewerbestandort. Allerdings wird sich auf dem Gelände nicht gleich von heute auf morgen was tun. „Mit der Vermarktung der Mietflächen wurde vor kurzem begonnen“, informierten die Projektverantwortlichen am Dienstag. 

„Frühestmöglicher Baubeginn für das erste Teilprojekt ist 2020.“ Wer einziehen könnte, sagen sie nicht. Zwar kursieren erste Namen möglicher Interessenten. Darunter ist mindestens ein weltweit tätiger und im Rhein-Main-Gebiet vertretener Konzern. Aber diese Zeitung hat keine gesicherten Angaben vorliegen, so dass mit Nennungen vorsichtig zu verfahren ist.

Auf Nachfrage erläutert ein Sprecher der Beteiligten, dass fünf Gebäude und eine Tiefgarage geplant seien. Der Zeitpunkt der Fertigstellung sei vom Zustandekommen der Vermietungen abhängig. Mit dem Bau der einzelnen Abschnitte wird „erst begonnen, wenn eine bestimmte Vorvermietungsquote erreicht ist“. In einer Selbstbeschreibung des Megaprojektes heißt es, für „Eschborn Gate“ sei „ein vielfältiger und flexibler Nutzungsmix mit dem Schwerpunkt Büro vorgesehen“. 

Die moderne Ausstattung entspreche den höchsten Anforderungen. Wörtlich ist nachzulesen: „Das großzügige Areal wird architektonisch äußerst attraktiv bebaut, die Freiflächen des Büroquartiers laden zum Verweilen ein. Repräsentative Foyers sorgen für einen niveauvollen ersten Eindruck in den Gebäuden. Die Grundrisse der Mietflächen lassen sich sehr flexibel gestalten und in Nutzungseinheiten bis zu 400 Quadratmeter teilen.“

Eschborn: „Eschborn Gate“ soll schnell bekannt werden

Die Investoren werten „die gute Sichtbarkeit der Gebäude von der A 66“ aus und „die richtungsweisende Architektur“ als einen Vorteil, der „zu einer schnellen Bekanntheit“ von „Eschborn Gate“ führen werde. Sie loben die „hervorragende Anbindung an die Autobahnen“. Der ÖPNV sei gut ausgebaut, und die geplante Regionaltangente West (RTW) werde die Möglichkeiten für Pendler zusätzlich stark verbessern. 

Die RTW wird aber sehr wahrscheinlich nicht vor 2026 ihren Betrieb aufnehmen. Die Planer wollen „Elektrofahrzeuge an ausreichend vorhandenen Stationen“ bereitstellen. Zur genauen Höhe der Investitionssumme könne er „keine Angabe machen“, erklärte der Pressesprecher auf Anfrage. 

Andreas Schick

Probleme hat Eschborn allerdings mit der Infrastruktur. Aufgrund des großen Gewerbegebiets hat die Kleinstadt viele Pendler, aber wenige Wohnungen. Viele Menschen dürfte auch der neue Globus anziehen, der dort ensteht, wo der Real-Markt abgerissen wird, wie fnp.de* berichtet.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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