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So sieht der Komplex Rathaus/Stadthalle von oben aus. Der rechte Teil mit dem Rathaus soll bestehen bleiben und weiter saniert werden. Der linke Teil mit der Stadthalle, der Bücherei und dem Parkdeck wird der Abrissbirne zum Opfer fallen. Kreisblatt-Mitarbeiter Maik Reuß setzte im Jahr 2016 eine Drohne ein, um das Bild des Gebäudekomplexes aufzunehmen.

Neue Stadthalle

Das ist das 57-Millionen-Projekt in Eschborn

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Nachdem im Jahr 2018 andere Bauvorhaben im Mittelpunkt standen, soll 2019 das Projekt einer neuen Stadthalle vorangetrieben werden - zunächst mit einem Architektenwettbewerb.

Mehr als ein Jahr lang hat der Bauausschuss einen mächtigen Anforderungskatalog für eine neue Stadthalle ausgearbeitet. Das liegt etwa fünf Jahre zurück. Neue Stadtverordnete waren im Jahr 2016 dazugekommen, manche Einschätzungen könnten sich geändert haben. Es ist daher die Frage, ob das Parlament im kommenden Jahr dem Vorschlag des Magistrates folgen wird, an diesen Vorgaben unverändert festzuhalten.

Vorgaben werden aber gebraucht. Nächster Schritt soll nämlich ein Architektenwettbewerb sein, und die Planer müssen wissen, worauf es der Stadt ankommt. Allerdings wird über das weitere Vorgehen erst im nächsten Jahr entschieden – im Haupt- und Finanzausschuss wurde beschlossen, das Thema noch mal zu vertagen. Zuerst möchte der Ausschuss eine größere Präsentation zum Thema anschauen, die gerade im Rathaus vorbereitet wird.

Bekanntlich wurden ursprüngliche Pläne, Rathaus und Stadthalle komplett neu zu bauen, durch einen Bürgerentscheid 2012 durchkreuzt. Deshalb steht jetzt die Erweiterung und Sanierung des Rathauses auf dem Programm. Die Stadthalle sei dagegen nicht mit vertretbarem Aufwand in einen angemessenen Zustand zu versetzen und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Wohin mit der Bücherei?

Die Kosten werden derzeit auf knapp 57 Millionen Euro geschätzt. Schon jetzt steht aber fest, dass dies nicht ausreichen wird. Denn nicht enthalten sind die Kosten für provisorische Verwaltungsbüros während der Umbauphase. Auch soll es offenbar für manche Veranstaltungen, die bisher in der Stadthalle sind, ein Ausweichquartier geben. Auch das wird Geld kosten. Beides ist aber kaum zu beziffern – genauso wenig wie die Zuschüsse, die die Stadt für das Vorhaben bekommen kann. Alleine 1,2 Millionen Euro werden die Abbrucharbeiten kosten, denen eine ganze Reihe von Gebäuden zum Opfer fallen werden. Verschwinden sollen nicht nur die Stadthalle, sondern auch der Anbau mit der Bücherei auf der einen, der Anbau mit der Gaststätte auf der anderen Seite, sowie das Gebäude parallel zur Straße „Am Stadtpfad“, in dessen Erdgeschoss sich ein Friseursalon befindet. Auch das Parkdeck gleich nebenan wird abgerissen.

Die Anordnung einer neuen Stadthalle, von Parkplätzen und der zusätzlichen Fläche für die Verwaltung auf dem durch den Abbruch freigewordenen Gelände ist der Fantasie der Architekten überlassen. Zu deren Vorgaben gehört, dass die Nutzfläche von 3250 auf etwa 5200 Quadratmeter erweitert wird, um dort möglichst viele Büros der Verwaltung unterzubringen und auch ein Bürgerbüro einrichten zu können.

Noch offen lässt der Magistrat, wo es Platz für eine vergrößerte Bücherei geben könnte. Im bestehenden Rathaus wurden zwar die Vorgaben des Brandschutzes schon umgesetzt, aber es muss eine neue Gebäudetechnik her, Dach und Fassaden müssen gedämmt und die Innenräume renoviert werden. Alleine für das Rathaus werden über 13 Millionen Euro veranschlagt. Mit Orchestergraben

Die neue Stadthalle soll nach dem Anforderungskatalog aus dem Jahre 2014 insgesamt 600 Sitzplätze haben, durch einen absenkbaren Boden sollen Ränge hergestellt werden können. Einen absenkbaren Orchestergraben haben sich die Stadtverordneten gewünscht und eine bewegliche Leinwand mit der Möglichkeit zur Projektion von der Rückseite.

Einige Vorgaben zur Gestaltung des Gesamtgeländes haben sich die Stadtverordneten vor Jahren auch schon ausgedacht. So soll es einen neuen Platz vor der neuen Stadthalle geben, keine durchgängige Fassade zur Straße „Am Stadtpfad“, viel Beleuchtung, Sitzbänke und eine ausreichende Begrünung. Ein Hinterhofcharakter soll nicht entstehen, aber eine Aufstellfläche für Skulpturen – und eine öffentliche Toilette.

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