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Viele Menschen möchten zu Hause oder in einem Hospiz sterben. Die Einrichtung eines stationären Hospizes in der Stadt soll jetzt überprüft werden.

Politik

Begleitung in der letzten Lebensphase

  • vonManfred Becht
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Projekt kommt voran:Magistrat hat den Auftrag, die Realisierbarkeit eines stationären Hospizes zu überprüfen.

Eschborn -Das Projekt, in Eschborn ein stationäres Hospiz einzurichten, kommt voran. Vor dem Sozialausschuss der Stadtverordnetenversammlung erklärte Ulrike Bohni vom Hospizverein Lichtblick sich bereit, das Vorhaben federführend anzupacken und auch die Gründung eines Trägervereins in die Wege zu leiten. Die Mitglieder des Sozialausschusses stimmten mehrheitlich dem Antrag zu, dass der Magistrat die Realisierbarkeit des Projektes prüfen soll.

Ulrike Bohni stellte vor allem klar, dass der bestehende Hospizverein Lichtblick als Betreiber eines Hospizes nicht in Frage kommen könne. In dessen Satzung ist nämlich ausdrücklich festgehalten, dass er sich um ambulante Hospizarbeit kümmert. Er kümmert sich um Sterbende also nicht in einer speziellen Einrichtung, sondern in deren Wohnung oder auch im Krankenhaus.

Tendenziell überbelegt

Wobei der Tod im Krankenhaus das ist, was Bohni vermeiden möchte. Viele möchten zu Hause oder in einem Hospiz sterben, beenden ihr Leben aber in einem Krankenhaus oder Pflegeheim, weiß sie. Genaue Zahlen hat sie zwar nicht, aber immer wieder komme es vor, dass kein Bett in einem der bestehenden Hospize frei sei und Todkranke auf einen solchen Platz warten müssten. Damit war die von der SPD-Stadtverordneten Silke Kutscher aufgeworfene Frage nach dem Bedarf beantwortet.

Bestehende Hospize zu weit weg

Die nächsten Hospize befinden sich in Oberursel, Flörsheim und Frankfurt. Dass diese aber tendenziell überbelegt sind, ist nicht der einzige Grund, warum die Freien Wähler die Initiative für eine weitere Einrichtung in Eschborn ergriffen haben. Viele Angehörige könnten nicht mehr Auto fahren, und es sei beschwerlich, die bestehenden Hospize mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, hieß es.

Auf die Frage, wer ein solches Hospiz betreiben soll, gab es noch keine endgültige Antwort. Die Rolle der Stadt bestünde vor allem darin, ein Gebäude zur Verfügung zu stellen. Nach Bohnis Worten müsste dies auch weitgehend durch die Stadt oder Spender bezahlt werden. Die Kranken- und Pflegekassen finanzieren zwar 95 Prozent des laufenden Betriebes, aber eben nicht den Aufbau eines Hospizes. Da ist oft auch die Stadt gefragt.

"Wir brauchen ein paar Leute, die es umsetzen, und die brauchen Unterstützung", erklärte Bohni. Ob es ein Trägerverein werden solle oder eine GmbH, das sei nicht so entscheidend, für beide Varianten gebe es Vor- und Nachteile. Sie kann sich auch vorstellen, dass ein Hospiz in Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Organisationen wie Caritas, Diakonie oder Maltesern betrieben wird.

Eine Aufgabe für den Kreis?

Wie groß nun sollte so ein Hospiz in Eschborn sein? Nach Ulrike Bohnis Worten haben die meisten Einrichtungen zwischen sechs und zwölf Betten. Wie viele in Eschborn gebraucht würden, das wäre zu prüfen. Natürlich hat die Frage der Größe auch einen großen Einfluss darauf, welches Grundstück oder welches Gebäude gebraucht wird - die Stadt hat bei ihren Recherchen jetzt schon einiges zu tun.

Oder ob am Ende die Stadt gar nicht im Boot bleibt? Im Juli hatte im Bauausschuss CDU-Mann Roland Abt die Auffassung vertreten, nicht die Stadt Eschborn müsse die Initiative ergreifen, sondern ein Trägerverein. Jetzt erklärte im Sozialausschuss der FDP-Stadtverordnete Heinz Göbbels ein Hospiz zu einer Aufgabe für den Main-Taunus-Kreis.

Doch einstweilen ist es nur ein Prüfauftrag, den der Magistrat abarbeiten soll . . .

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