Wirtschaft

BT Germany streicht 160 Stellen

  • vonManfred Becht
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Weiterer Abbau von Jobs: Der Standort in Eschborn soll erhalten bleiben.

Eschborn -Die Stimmung sei nicht gut, sagt einer, der es wissen muss. Wobei viele Mitarbeiter des Unternehmens aktuell zu Hause arbeiten, der Austausch unter den Arbeitskollegen also weniger intensiv ist als vor der Corona-Pandemie. Aber es gebe eine weitreichende Verunsicherung, ist zu hören - und das ist keine Überraschung.

Die Rede ist von BT Germany, Tochter des britischen Telekommunikationskonzerns British Telecom. Das Unternehmen hat schon massiv Stellen abgebaut - 1500 gab es in Deutschland noch vor einigen Jahren, um die 700 sollen es zurzeit noch sein. Und der Abbau geht weiter.

Pressesprecher Boris Kaapke bestätigt die Zahl von etwa 160 Jobs, die wegfallen sollen, und zwar noch im nächsten Jahr. Gerüchteweise ist sogar von 360 Stellen die Rede; dies bestätigt Kaapke einstweilen nicht. Er erklärt aber auch nicht, dass mit den 160 Stellen das Ende des Abbaus erreicht wäre.

Keine Informationen gibt es auch dazu, in welchem Umfang die Eschborner Niederlassung betroffen wäre. Nach Auskunft des Pressesprechers gibt es dort 230 Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Technik, Service und IT-Sicherheit. Wie viele Stellen dort wegfallen sollen, stehe noch nicht fest. Das klingt aber auch nicht danach, als bleibe Eschborn komplett verschont. Kaapke verweist auf die anstehenden Gespräche mit dem Betriebsrat.

Längerfristige Konkurrenzfähigkeit

Immerhin, Eschborn wird neben München als einer von zwei Standorten in Deutschland überhaupt erhalten bleiben. Andere Aufgaben werden nach Ungarn, Indien und Kolumbien verlagert. "Diese Maßnahmen sind nicht nachvollziehbar", schimpft ein Insider, der nicht genannt werden möchte. Immerhin habe man in den vergangenen Jahren noch gute Geschäfte gemacht.

Kaapke stellt dies anders dar. Es gehe darum, Mitarbeiter und Kompetenzen dort anzusiedeln, wo die Kunden am besten betreut werden könnten. Deshalb bleibe auch der Standort Eschborn erhalten - in der Nähe einiger großer Kunden und mehrerer wichtiger Rechenzentren.

"Wir müssen die Zukunft im Blick haben und längerfristig planen", erläutert Pressesprecher Kaapke. Es gehe nicht um kurzfristige Gewinnsteigerungen, sondern um längerfristige Konkurrenzfähigkeit. Früher, so Kaapke, habe man es mit vielen kleineren Kunden zu tun gehabt, so dass eine Vertretung in der Fläche wichtig gewesen sei. Dies habe sich geändert, so dass die Niederlassungen in Stuttgart, Ratingen und Hamburg verzichtbar seien.

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