Sie ist die Favoritin für den Posten der Ersten Stadträtin: Bärbel Grade (Grüne).
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Sie ist die Favoritin für den Posten der Ersten Stadträtin: Bärbel Grade (Grüne).

Politik

Der Tag der Vorentscheidung

  • Andreas Schick
    VonAndreas Schick
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Die Bewerber für den Posten des Ersten Stadtrats stellen sich vor. Bärbel Grade (Grüne) wird als Favoritin gehandelt.

Eschborn -Eigentlich ist für die Dreier-Koalition klar, wen sie Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU) an die Seite stellen will. Als die CDU, die Grünen und die Freien Wähler Eschborn/Niederhöchstadt (FWE) im Mai ihren Koalitionsvertrag vorstellten, einigte sich das Trio darauf, den vakanten Posten des Ersten Stadtrats wieder zu besetzen, denn das Aufgabenvolumen bei der Stadt ist immens. Er ist seit Februar 2020 frei, weil die Amtszeit von Thomas Ebert (Grüne) zu Ende ging. Ebert schied nahezu gleichzeitig mit dem damaligen Bürgermeister und heutigen Stadtverordneten Mathias Geiger (FDP) aus dem Rathaus aus.

Schnell zeichnete sich nach der Kommunalwahl im März 2021 ab, dass die Zeit wechselnder Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung vorbei ist. Schwarz-Grün holte sich die FWE an Bord. Die Koalition gab im Mai bekannt, die Eschborner Grünen-Kommunalpolitikerin Bärbel Grade zur Ersten Stadträtin wählen zu wollen. Doch so hopplahopp geht das nicht. Es gibt ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren, das die Stadtverordneten vor den Sommerferien in Gang setzten. Heute, Dienstagabend, tagt der Wahlvorbereitungsausschuss der Stadtverordneten ein drittes Mal, um die weiteren Weichen zu stellen. In der ersten Sitzung am 24. Juni, so erläuterte der Ausschuss-Vorsitzende Sebastian Brekner (CDU) gestern auf Anfrage, sei über die Ausschreibung und andere Formalitäten gesprochen und entschieden worden. Sie wurde am 3. Juli auch im Kreisblatt veröffentlicht. Am 29. Juli sichteten die Ausschussmitglieder die Bewerbungen und legten fest, wen sie zu Vorstellungsgesprächen einladen. Die Damen und Herren, die Ambitionen auf die Ebert-Nachfolge haben, präsentieren sich heute in nichtöffentlicher Sitzung. Sebastian Brekner sagte am Montag nicht, wie viele Bewerber es gibt. Er werde dies aber zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Es sei möglich, dass die Stadtverordneten noch in derselben Sitzung eine Wahl-Empfehlung aussprechen. Dies sei gesetzlich jedoch nicht verpflichtend. Die Stadtverordnetenversammlung dürfte am 7. Oktober oder spätestens am 18. November zur Wahl schreiten. Es gilt als sicher, dass die Koalition sich für Bärbel Grade als Erste Stadträtin entscheiden wird. Käme es nicht so, wäre dies überraschend. Das Kreisblatt hatte nach der Kommunalwahl bereits frühzeitig berichtet, dass Grade als heiße Anwärterin auf den Posten gilt. Es handelt sich um einen hauptamtlichen Posten, der mit einer Amtszeit von sechs Jahren verbunden ist.

Welche Aufgaben die künftige Erste Stadträtin in spe übernehmen wird, ist noch nicht offiziell festgelegt. Das Recht, die Dezernate im Magistrat zu verteilen, steht dem Bürgermeister zu. Er wird seine Entscheidung freilich nicht im Alleingang, sondern im Einvernehmen mit der Amtsinhaberin und der Koalition treffen. Umwelt und Verkehr dürften beispielsweise Ressorts sein, die dem Lager der Grünen vorschweben. Adnan Shaikh wird es sich wahrscheinlich nicht nehmen lassen, die Verantwortung für die Finanzen und die Wirtschaft zu behalten. Usus ist es in Eschborn, einige Aufgaben an ehrenamtlich tätige Magistratsmitglieder zu vergeben. So betreut der erfahrene und einflussreiche CDU-Politiker Karlheinz Gritsch weiterhin den Brandschutz. Die FWE hat sich zusagen lassen, Senioren-Angelegenheiten bei ihrem Stadtrat Helmut Bauch zu belassen.

Außen vor ist derzeit die SPD, die im Bürgermeisterwahlkampf 2019 Adnan Shaikh massiv unterstützt hatte und sich in der Folge mehr Einfluss versprach. Zeitweilig fungierte Stadtrat Adi Kannengießer (SPD) als eine Art Stellvertreter Shaikhs, der gerade im Urlaub ist. Gegenwärtig springen Wolfram Schuster (CDU) oder auch Monika Reckhard (Grüne) für ihn ein. Der Magistrat hat - den Posten des Ersten Stadtrats eingerechnet - 14 Mitglieder. Der Bürgermeister steht dem Gremium vor. Die CDU hat fünf Mandate inne, die Grünen derzeit zwei. Die FWE hat einen Sitz. Schon jetzt hat die Koalition im Magistrat eine komfortable Mehrheit. Ihr stehen aus den Reihen der Opposition fünf Stadträtinnen und Stadträte gegenüber: Annette Christoph und Thomas Spriegel (beide FDP), Susanne Sievers (Linke) sowie Adi Kannengießer und sein SPD-Kollege Bernd Wilhelm.

Er leitet den Wahlvorbereitungsausschuss: Christdemokrat Sebastian Brekner.

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