Ehemalige Schüler der Heinrich-von-Kleist-Schule trafen sich zum Interkulturellen Fest auf dem Pausenhof der benachbarten Hartmutschule. Bei Limoncello und orientalischen Speisen hörte man nebenbei gerne mal deutsche Schlager.
+
Ehemalige Schüler der Heinrich-von-Kleist-Schule trafen sich zum Interkulturellen Fest auf dem Pausenhof der benachbarten Hartmutschule. Bei Limoncello und orientalischen Speisen hörte man nebenbei gerne mal deutsche Schlager.

Veranstaltung

Deutsche Schlager und Safran-Hühnchen

  • VonEsther Fuchs
    schließen

Beim Interkulturellen Fest herrschte beste Stimmung. Alt und Jung genossen die Musik.

Eschborn -Jürgen Drews' Schlager "Ein Bett im Kornfeld" macht gute Laune und lädt automatisch zum Mitwippen ein. Italienische Sommerhits und kubanische Rhythmen ergänzen das interkulturelle Musikpotpourri. Gegrilltes Gemüse, Tsatsiki, Pasta und Safran-Hühnchen am Spieß verwöhnen den Gaumen. Ein Gläschen Limoncello rundet den Besuch ab.

Der Ausländerbeirat Eschborn feiert sein Interkulturelles Fest mit Musik, mediterranen Temperaturen und bestem interkulturellem Gemeinschaftssinn. Massimiliano Agosta, Vorsitzender des Ausländerbeirats, und sein Vize Jozef Burda sind erleichtert, dass die Veranstaltung im zweiten Jahr der Krise trotz strenger Hygiene-Auflagen stattfinden kann. "Wir sind zwar nicht mehr wie früher am Rathausplatz. Aber die Leute kommen auch hier auf dem Pausenhof gerne zusammen", so Agosta mit zufriedenem Blick über die gut besetzten Tischreihen.

Im letzten Sommer musste man coronabedingt einen anderen Veranstaltungsort suchen. Fündig wurden die Initiatoren auf dem Pausenhof der Hartmutschule. "Hier lassen sich alle Auflagen einhalten", so der Vereinschef. Es gibt eine Einlasskontrolle am Eingang. Das kleine Festival erfüllt alle Covid-Auflagen mit einem ausgefeilten Hygieneplan.

Der Ausländerbeiratsvorsitzende ist gut vernetzt. Er ist Stadtverordneter und Mitglied des Integrationsbeirats Hofheim. Daher war es recht einfach auch andere Vereine zur Mitgestaltung zu bewegen. Amir Emdadi, Vorsitzender des Vereins KIAN und sein Team sind aktive Unterstützer des Fests. Der Verein KIAN setzt sich für Minderheiten ein und fördert die Inklusion behinderter Kinder. Auf Spielplätzen in und um Frankfurt ist KIAN aktiv und beschafft integrative Spielgeräte für mehr Solidarität und Verantwortungsbewusstsein von Kindesbeinen an. Emdadi und seine Helfer spezialisieren sich am interkulturellen Festtag auf persische Speisen. Zudem informieren sie über künftige Projekte. Nebenbei wendet man die erwähnten Safran-Spieße, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Spontane Autogrammstunde

Beliebt ist auch ein sportlicher Weggefährte des KIAN Vorsitzenden, der gerne zum Fest mitgekommen ist. Mohamadou Idrissou, ehemaliger Bundesligaspieler und Eintracht Kicker hat afrikanische Wurzeln. Der einstige Nationalspieler macht sich für Integration und Inklusion stark. Als Profisportler hat er in der Vergangenheit bei vielen bekannten Vereinen gespielt. Derzeit führt er in seiner Fußballschule Kinder an den Sport heran.

"Es ist schön hier zu sein. Mir gefällt das Fest sehr gut", sagt Idrissou, der auch wegen seiner Größe von 1,91 Meter erkannt wird. "Mo", wie ihn eingefleischte Fans nennen, lässt sich spontan zur Autogrammstunde hinreißen.

Den interkulturellen Tag in der Sonne genießen alt eingesessene Eschborner aller Generationen, Neubürger und eigens angereiste Multikulti-Fans. An einem Tisch in Bühnennähe hat es sich eine Runde Mittzwanziger gemütlich gemacht. Die Gruppe trifft sich seit längerem wieder einmal. "Wir kennen uns noch aus der Schulzeit. Wir haben hier die benachbarte Heinrich-von-Kleist-Schule besucht", so die Auskunft am Tisch. Auf den Tellern geht es interkulturell zu. Die Freunde genießen Rindswurst mit Fladenbrot, Knoblauch-Dip und Safranhuhn. Claudia Lino singt derweil Deutschschlager im Duett mit einem männlichen Partner. Die Sonne von Capri der "Capri Fischer" wechselt sich mit Klaus Lage "Tausendmal berührt" ab. Rody Reyes und seine Band Havanna con Clase entführen die Besucher später musikalisch an die Copacabana in Rio de Janeiro. Die Laune der Gäste könnte nicht besser sein.

Massimiliano Agosta (von links) und Amir Emdadi unterhalten sich mit Jozef Burda, Profifußballer Mo Idrissou und Sayed-Djawid Athar vom Ausländerbeirat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare