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Nun dürfen die Eschborner Herren 55 den Pokal behalten

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Die Tennis-Herren 55 von Tennis 65 Eschborn ließen sich auch von dem Lospech nicht aus der Bahn werfen und setzten sich beim THC Neumünster souverän gegen die deutschen Spitzen-Mannschaften durch.

Die Erleichterung beim Mannschaftsführer und Team-Manager Heinz-Peter Greven war groß: Auch beim dritten Anlauf in Folge war Tennis 65 Eschborn in Neumünster nicht zu schlagen und durfte die Heimreise mit dem begehrten deutschen Meisterpokal antreten. Das hat vor den Eschbornern in dieser Altersklasse noch keiner geschafft. Ihnen hätten drei Siege nicht gereicht, sie mussten ihn drei Mal in Folge gewinnen, um ihn behalten zu dürfen.

Es war für die Eschborner Herren 55 ohnehin die letzte Chance, denn die Mannschaft hat das Bestreben, in der kommenden Spielzeit komplett zu den Herren 60 zu wechseln. Und es begann gar nicht so gut für die Eschborner, die mit TuS 84/10 Essen die gleiche Punktzahl mit zu der Endrunde zu den deutschen Meisterschaften nach Schleswig-Holstein brachten. So musste das Los um den ersten Platz der Setzliste entscheiden. Die Essener hatten dort mehr Glück und trafen somit im ersten Halbfinale auf den Gastgeber Neumünster THC, während Tennis 65 Eschborn auf den starken bayerischen Vertreter TC BW Fürstenzell treffen würde. Dies war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe gegen den letztjährigen Gastgeber.

„Das waren enge Spiele“, atmete Heinz-Peter Greven nach dem 6:3-Sieg durch. Nach dem ersten Einzeldurchgang führte seine Mannschaft mit 2:1, weil Norbert Henn und Jaromir Zivnicek an den Positionen zwei und sechs glatt in zwei Sätzen erfolgreich waren. Dan Waldman hatte gegen den Deutsch-Österreicher Friedrich Tschernuth beim 4:6, 7:5 und 8:10 im Matchtiebreak etwas Pech. Ähnlich verlief der zweite Durchgang. Nach einem hart umkämpften ersten Satz setzte sich Eduardo Osta-Valenti gegen den Österreicher Manfred Hundstorfer in zwei Sätzen durch. Manfred Jungnitsch lag in seinem Einzel gegen Hubert Freudenstein mit 7:6 und 3:0 vorne, als dieser die Partie aufgab. Klaus Liebthal hatte Pech: Er unterlag unglücklich mit 3:6, 6:1, 9:11 gegen den Österreicher Andreas Köpf. Damit brauchten die Eschborner noch einen Punkt, um den Finaleinzug perfekt zu machen.

Dies wurde nicht wirklich ein Problem für den Titelverteidiger. Jungnitsch/Waldman und Henn/Liebthal setzten sich sicher in zwei Durchgängen durch. Das nahmen Osta-Valenti/Zivnicek zum Anlass, ihre Partie trotz einer 7:6, 3:0-Führung aufzugeben, um Kräfte für das Gipfeltreffen gegen TuS Essen zu sparen, die sich gegen den Gastgeber THC Neumünster glatt mit 6:0 durchgesetzt hatte und auf das Ausspielen der Doppel verzichtet hatte. „Die waren schon fertig, als wir mit den Doppeln angefangen hatten. Daher haben wir uns für diesen Schritt entschieden, denn Eduardo musste gegen den ehemaligen Weltklassespieler Fernando Luna ran“, begründete Greven diese Maßnahme.

Im Finale lief es optimal für die Eschborner. Im ersten Einzeldurchgang gaben Norbert Henn, Dan Waldman (Greven: „Er wollte etwas gutmachen“) und Klaus-Dieter Stondzik keinen Satz und nur ganze sieben Spiele ab. Damit lagen die Eschborner bereits mit 3:0 in Führung. Wesentlich umkämpfter war der zweite Einzeldurchgang. Eduardo Osta-Valenti gewann das Spitzen-Einzel gegen Fernando Luna in einem typisch spanischen Sandplatz-Duell mit vielen extrem langen Ballwechseln überraschend sicher mit 6:4, 6:1 und sicherte damit den vierten Punkt für seine Mannschaft. Noch enger wurde es in den beiden weiteren Einzelpartien. Klaus Liebthal musste sich auch gegen den starken Letten Maris Rozentals im Matchtiebreak geschlagen geben. „Er war ein bisschen niedergeschlagen. Aber wir haben ihn aufgebaut, der kommt schnell wieder in die Spur“, berichtete Greven. Für die Entscheidung zu Gunsten der Eschborner sorgte Manfred Jungnitsch. Gegen Henri de Wet galt er eigentlich als Außenseiter, denn mit dieser Verstärkung hatte sich Essen Hoffnungen auf den deutschen Meistertitel gemacht. Doch Jungnitsch spielte seine Erfahrung aus und gewann gegen den starken Essener Neuzugang mit 10:5 im Matchtiebreak. Damit lagen die Eschborner uneinholbar mit 5:1 in Führung.

„De Wet war schon sehr gut. Essen hatte sich sicherlich mehr erwartet“, berichtete Greven, der sich freute: „Ich hatte nicht gedacht, dass es so leicht werden würde und wir schon vor den Doppeln das Spiel gewinnen würden.“ Die Eschborner verzichteten auf die Doppel. „Wir haben erst einmal bei unseren Gastgebern schön gefeiert. Neumünster war ein toller Gastgeber, der es auch richtig gut organisiert hatte. Und dann wollten wir auch früher nach Hause fahren, um dort noch einmal zu feiern“, erklärte Greven.

Auch im Zug wurde gefeiert. „Dort haben wir im Speisewagen gesessen. Die hatten aber irgendwann keine Getränke mehr“, berichtete der Mannschaftsführer lachend. Was für ihn noch schöner war: „Alle Spieler haben mir bereits zugesagt. Jetzt hoffen wir, dass wir die Zulassung für die Herren 60 in der Regionalliga bekommen, damit wir komplett wechseln können. Unsere Herren 60 wollen in die nächsthöhere Altersklasse wechseln.“

Ergebnisse, Halbfinale: Tennis 65 Eschborn – TC BW Fürstenzell 6:3. Einzel: Eduardo Osta-Valenti – Manfred Hundstorfer 7:6, 6:2; Norbert Henn – Horst Engel 6:3, 6:4; Manfred Jungnitsch – Hubert Freudenstein 7:6, 3:0 (Aufgabe Freudenstein), Dan Waldman – Friedrich Tschernuth 4:6, 7:5, 8:10, Klaus Liebthal – Andreas Köpf 3:6, 6:1, 9:11; Jaromir Zivnicek – Hermann Stoiber 6:2, 6:0. Doppel: Osta-Valenti/Zivnicek – Engel/Freudenstein 7:6, 3:0 (Aufgabe Eschborn); Jungnitsch/Waldman – Hundstorfer/Köpf 6:1, 6:3; Henn/Liebthal – Tschernuth/Klaus-Dieter Ernst 6:4, 6:2.

Finale, TuS 84/10 Essen – Tennis 65 Eschborn 1:5. Einzel: Fernando Luna – Eduardo Osta-Valenti 4:6, 1:6; Axel Goike – Norbert Henn 2:6, 1:6; Henri de Wet – Manfred Jungnitsch 5:7, 6:3, 5:10; Detlef Hungerberg – Dan Waldman 0:6, 3:6; Maris Rozentals – Klaus Liebthal 6:4, 4:6, 10:6; Thomas Drees – Klaus-Dieter Stondzik 1:6, 0:6. Doppel nicht ausgespielt.

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