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Eine schmucke Küche für die IB-Außenwohngruppe

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Sabine und Gerhard Grohs, Inhaber des Küchen Ateliers Grohs in Eschborn, waren sofort bereit, mit einer Spende zu helfen.
Sabine und Gerhard Grohs, Inhaber des Küchen Ateliers Grohs in Eschborn, waren sofort bereit, mit einer Spende zu helfen. © Privat

Bewohner freuen sich über Spende des Eschborner Küchen Ateliers Grohs und der Leberecht-Stiftung.

Usingen/Eschborn -Die Türen klemmten, der Lack war im wahrsten Sinn des Wortes ab und die Funktionalität höchst eingeschränkt. Die alte Küche in einer WG der IB in Usingen, in der vier Klienten leben, hatte die besten - und eigentlich die schlechten Tage auch - hinter sich.

Kein Wunder also, dass sich Angela Danneberg als Gruppenleiterin der Außenwohngruppe Usingen an die Leberecht-Stiftung wandte und hoffte, dass für ihre Schützlinge etwas getan werden könnte. Denn eine neue Küche mal eben bezahlen, das ist bei der IB nicht drin.

Der Beirat tagte nur kurz zu dem Thema, und schon stand fest, dass die ganze Sache unterstützt werden soll. Und man nahm gleich noch einen kompetenten Partner mit ins Boot, nämlich das Eschborner Küchen Atelier Grohs. Inhaber Sabine und Gerhard Grohs nahmen die Sache in die Hand, und die neue Küche fand ihren Weg nach Usingen.

Umfangreicher Stauraum

Die neue Küche in der Wohngruppe am Füllgarten kann sich sehen lassen, vor allem weil Grohs kräftig unterstützte, nicht nur materiell, sondern auch durch die Mitarbeiter, die an nur einem Tag das ganze Küchenensemble aufstellten. Auch wenn sich die ganze Umsetzung Pandemie-bedingt verzögerte, war dann Ende Oktober alles fertig. "Wir sind sehr glücklich über die wunderbare und hochwertige neue Küche und möchten allen herzlich für Ihr Engagement und die Bewilligung der Spende danken", sagte Danneberg.

Die Küche ist längst eingeweiht. Dominik Hepp, staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger bei der IB, weiß, dass die Klienten unter Anleitung der Angestellten gerne kochen und ihr Essen zubereiten. Die Wohngruppe mit den vier Bewohnern ist nur in den Nachstunden ohne Betreuung, denn die vier Klienten kommen ganz gut alleine zurecht.

Alle arbeiten in der Oberurseler Werkstatt für Behinderte und finden täglich den Weg alleine dorthin. Und: "Sie lieben es, wenn wir dort gemeinsam kochen und Rezepte ausprobieren", sagte Hepp, der vor allem über den umfangreichen Stauraum begeistert ist. "Bei vier Personen kommen da schon viele Utensilien zusammen." Und da sei es sehr gut gewesen, dass man mit dem Küchenstudio die Planung durchgesprochen habe. "Jetzt hat jeder Bewohner seinen Platz in der Küche und kann seine eigenen Dinge verstauen."

Damit ist die Wohnung fast komplett. Fast. Denn eigentlich hätten die Bewohner und IB-Mitarbeiter gerne noch im Wohnzimmer mal gründlich saniert und Möbel erneuert. "Vor allem eine neue Couch ist wichtig", sagte Hepp. Ansonsten ist auch in der Begegnungsstätte in der Zitzergasse derzeit eher ruhiges Arbeiten angesagt. Besuche sind schwierig, mit Auflagen und immer mit einem Test verbunden, selbst die Klienten sind täglich dran, wenn sie die Angebote der IB nutzen wollen.

Denn neben den dort wohnenden Klienten - nur drei im eigentlichen Haus, der Rest in Wohnungen rund um die Begegnungsstätte oder in der Bahnhofstraße - kommen täglich auch Tagesbesucher, die in der Familie leben, aber tagsüber in der Zitzergasse Angebote nutzen. Oder die die Beratung und Hilfe annehmen, wenn es etwa um Behördengänge oder Arztbesuche geht. Das betrifft derzeit etwa zwölf Klienten, in der Außengruppe werden sie von acht Mitarbeitern insgesamt umsorgt.

Selbstbestimmtes Leben

Ziel dieser Betreuung ist es, Menschen mit Behinderung ein weitestgehend selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu ermöglichen, heißt es dazu vom IB. Das Angebot beinhaltet Betreuung und Begleitung an allen Wochentagen, Wochenenden und an den Feiertagen. Man gebe Hilfestellung bei der Selbstversorgung, der persönlichen Lebensgestaltung und in Krisensituationen. Im Rahmen von Gruppenveranstaltungen werden soziale Kontakte aufgebaut und gepflegt. Gemeinsame Aktivitäten stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Regelmäßige Treffen sind in der Kochgruppe und während des Wochenendprogramms möglich. Das Programm wird auf die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner abgestimmt. Für Bewohner, die noch nicht oder nicht mehr arbeiten können, bieten die Mitarbeiter Musik- und Reittherapie, sportliche und kreative Programmpunkte, ein Gruppenangebot mit Mittagessen und die Mitarbeit in der Kochgruppe an.

Es können aber auch ganz individuelle Programme zur Gestaltung des Tages vereinbart werden. Im Sommer ist sogar ein Angebot im Neu-Anspacher Hessenpark dabei. bur

In der neuen Küche macht das Kochen richtig Spaß. Sie lässt sich leicht bedienen.
In der neuen Küche macht das Kochen richtig Spaß. Sie lässt sich leicht bedienen. © IB-Außenwohngruppe Usingen

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