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Eine „Talentschmiede für Lehrer und Schüler“

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Von: David Schahinian

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Die HvK-Concert Band spielte unter der Leitung von Lehrerin Dr. Aimée Schmidt.
Die HvK-Concert Band spielte unter der Leitung von Lehrerin Dr. Aimée Schmidt. © David Schahinian

Heinrich-von-Kleist-Schule feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Dabei wurde auch ein neues Logo vorgestellt.

Eschborn -„Alt, grau und langweilig“ sei man mit 50 Jahren. Das ergab zumindest eine spontane Umfrage unter ihren Sechstklässlern, berichtete Cornelia Maid, Lehrerin und Vorsitzende des Personalrats an der Heinrich-von-Kleist-Schule (HvK). Das Lächeln fiel den Gästen des Festakts zum Jubiläum der Bildungseinrichtung leicht, denn die „HvK“ ist nichts davon. Nun gibt es zu solchen Anlässen oft und viel lobende Worte, aber den Rednern am Pult merkte man an, dass sie es ernst meinten. Es war ein kurzweiliger Abend, der die Vielfalt der Schule wie unter einem Brennglas würdigte.

Landrat Michael Cyriax (CDU) nannte sie „Talentschmiede für Lehrer und Schüler“ und hob besonders ihren „Teamspirit“ hervor. Die Schule sei „für alle Kinder unserer Stadt“, betonte Adnan Shaikh (CDU), Bürgermeister Eschborns und Vorgänger von Marc Heimann. Nicht nur Tobias Deitrich, leitender Direktor am Staatlichen Schulamt, ging besonders auf die Digitalisierung ein, die an der HvK auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Die Schüler nutzen digitale Endgeräte, viele Klassenräume sind mit digitalen Tafeln ausgestattet. Sogar eine eigene App gibt es, über die man sich beispielsweise über Vertretungs- und Klausurpläne informieren kann.

Dennoch gab es auch Gründe für leise Kritik, etwa von Dr. Beate Firla, Vorsitzende des Schulelternbeirats. Sie lobte zwar zum einen das „große Engagement“, das die gesamte Schule während der Pandemie an den Tag gelegt habe. Dennoch hätte sie gerne auch mit der Festrednerin Dr. Bettina Stark-Watzinger (FDP) über die „teilweise ungünstigen Rahmenbedingungen“ in puncto Digitalisierung gesprochen. So wünsche man sich beispielsweise eine Initiative, dass die Schulbuchverlage bundesweit Lizenzmodelle für E-Books etablieren, damit Schulen sie als Klassensätze nutzen können. An dieser Stelle brandete Applaus auf. Allein, der Flug der Bundesbildungsministerin wurde kurzfristig abgesagt, ihr Platz blieb am Dienstagabend leer.

Engagement in der Flüchtlingshilfe

Frank Ferro, Vorstand des Fördervereins, gab dem Kollegium und der Schülerschaft noch einige gute Tipps an die Hand, berät er Unternehmen doch berufsmäßig auf ihrem Weg in die Digitalisierung. „Digitalisieren Sie nie analoge Prozesse eins zu eins, sondern erfinden Sie sie neu“, lautete einer. Ein mitunter aufwendigerer Weg, der unter anderem auch voraussetze, die Lehrpläne regelmäßig auf ihre Aktualität zu überprüfen. Aber einer, der sich lohne.

Im Mittelpunkt des Abends standen aber nicht Amts- und Würdenträger, sondern die Schüler und Lehrer. Das wurde nicht nur daran deutlich, dass der Schulleiter sie ausführlich und zuerst willkommen hieß. Jana Rüter und Simon Maßmann von der Schülervertretung zählten auch eindrucksvoll auf, was die Schule alles ausmacht. Als Beispiele seien hier lediglich ihr soziales Engagement in der Flüchtlingshilfe, etwa durch eine Intensivklasse für geflüchtete Kinder und Jugendliche, oder die Selbstverpflichtung zur „Schule ohne Rassismus“ genannt.

Der Schulleiter blickte unterdessen schon nach vorne: „Kollaboratives Arbeiten, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikation - das sind die Schlüsselkompetenzen, mit denen unsere Schülerinnen und Schüler unsere Schulen in Zukunft verlassen müssen.“

Lehrermangel begegnen

Es war nicht seine einzige Botschaft an die Politiker. Die Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen werde zentrales Thema in den kommenden Jahren und sei eine gemeinschaftliche Aufgabe. Auch dem aufkommenden Lehrermangel sei zu begegnen, durch eine attraktive Bezahlung sowie idealen Lehr- und Lernbedingungen.

Den vielleicht größten Überraschungseffekt hatten sich die Verantwortlichen fast bis zum Schluss des Festakts aufgehoben. 42 Jahre „grünes Auge“ sind nun passé, die HvK hat ein neues Logo. Zehn Entwürfe von Schülern aus dem Kunstkurs von Paul Lins hatten es in die engere Auswahl einer Entscheidungskommission geschafft, die schließlich für die Idee von Elli Waschkowitz votiert hat. Sie hat das Kürzel HvK so weit abstrahiert, dass es durch geometrische Formen kaum noch erkennbar ist und damit sehr modern wirkt. Damit nahm sie den Schulleiter beim Wort, der zu Beginn des Prozesses sagte: „Seid mutig und traut euch was.“

Das neue Logo der HvK hat Schülerin Elli Waschkowitz entworfen.
Das neue Logo der HvK hat Schülerin Elli Waschkowitz entworfen. © David Schahinian

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