Der Mann mit der gelben Signalweste ist Tiefbau-Experte Mark Milbredt. Er arbeitet im Fachbereich 5 der Stadtverwaltung Eschborn und informiert Bürgermeister Adnan Shaikh über das Bauvorhaben an der Düsseldorfer Straße.
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Der Mann mit der gelben Signalweste ist Tiefbau-Experte Mark Milbredt. Er arbeitet im Fachbereich 5 der Stadtverwaltung Eschborn und informiert Bürgermeister Adnan Shaikh über das Bauvorhaben an der Düsseldorfer Straße.

Verkehr

Nach jahrelanger Planung: Termin für A66-Abfahrt in Eschborn steht

  • vonAndreas Schick
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In Eschborn ist die neue Abfahrt von der A66 seit Jahren in Planung. Der Bau läuft schon - einen Termin für die Fertigstellung gibt es nun auch.

  • Bereits seit Jahren wird die neue Abfahrt von der A66 in die Düsseldorfer Straße geplant.
  • Die Abfahrt von der A66 soll den Verkehr in Eschborn entlasten.
  • Die Abfahrt von der A66 in Eschborn soll 2021 fertig sein.

Eschborn - Es gibt Bauprojekte, bei denen der Wurm drin ist. Sie gehen nicht voran, weil es am Nachdruck und manchmal am Personal fehlt, sie zu planen, Hindernisse auszuräumen und mit Partnern zu verhandeln. Eines jener Eschborner Vorhaben, die Jahr für Jahr im Haushaltsplan, in den politischen Gremien und in der Presse auftauchen, ist die künftige Abfahrt von der A66 in die Düsseldorfer Straße (Gewerbegebiet Eschborn-Süd). Allein das Kreisblatt berichtete einige dutzende Male über dieses Verkehrsprojekt, das dazu dienen soll, die Sossenheimer Straße und die Kreuzung mit der Frankfurt Straße zu entlasten sowie den Stau auf der A66 zu verkürzen.

A66 in Eschborn: Planung der neuen Abfahrt reicht lange zurück

Adnan Shaikh ist nach Wilhelm Speckhardt (beide CDU) und Mathias Geiger (FDP) der dritte Bürgermeister, der sich mit der neuen Abfahrt befassen muss. Zwischendurch war auch der ehrenamtliche Stadtrat Adi Kannengießer (SPD) eingebunden, der kürzlich 70 wurde und zeitweilig Planungs- und Baudezernent war. Die Überlegung, diese Abfahrt zu errichten, reicht mehr als 15 Jahre zurück. Aber erst 2008 fällten die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss, wonach sie dieses Vorhaben als sinnvoll einstuften und grünes Licht für die Planungen gaben. Unter Geigers Regie kaufte die Stadt die nötigen Grundstücke. Sie verhandelte mit verschiedenen Versorgern, weil in dem Gebiet allerhand Leitungen verlaufen. Mit den Planern der Regionaltangente West (RTW) entwickelte sich ein Streit, da die Straße und die Zugtrasse einander kreuzen und allem Anschein nach aneinander vorbeigeplant wurde. Inzwischen scheinen alle Hürden genommen. Die Arbeiten für den Bau der neuen Abfahrt laufen. Adnan Shaikh besichtigte die Baustelle kürzlich und veranlasste, dass die Verwaltung eine Wasserstandsmeldung abgibt:

In der Düsseldorfer Straße liegen die Kanalarbeiten "in den letzten Zügen". Im September sollen sie fertiggestellt sein.

A66 in Eschborn: Ein Termin für die neue Abfahrt steht fest

Im darauffolgenden Monat kann mit der Asphaltierung begonnen werden. Ist sie beendet, gehe es mit Kanal- und Straßenbauarbeiten in der Rahmannstraße weiter, heißt es im Rathaus.

"Da das Baustellen-Gebiet eine ehemalige Flakstellung aus dem Zweiten Weltkrieg ausweist, auf dem mit dem Fund von Munition gerechnet werden muss, wurde der Kampfmittelräumdienst bei allen Arbeiten hinzugezogen", betont die Verwaltung. Die Zusammenarbeit funktioniert laut Tiefbauamt der Stadt gut.

"Die neue Abfahrt wird voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2021 in Betrieb genommen werden können", informiert die Rathaus-Pressestelle auf Nachfrage. "Die Kosten betragen rund 15 Millionen Euro." Der Bürgermeister teilt mit, die Abfahrt sei "ein wichtiger Baustein in einem Gesamtkonzept für einen besseren Verkehrsfluss und die Entlastung der innerstädtischen Bereiche".

A66 in Eschborn: Große Projekte in ein Konzept integrieren

Er befürwortet auch den Bau der Süd-Ost-Trasse*, die eines Tages beide große Gewerbegebiete verbinden soll und nach Shaikhs Ansicht "im Vorgriff auf den geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes Nord-West bereits realisiert werden" sollte. Der erst seit Februar amtierende Shaikh hat schon in seinem Wahlkampf 2019 mehrmals bekräftigt, dass er diese Mammutvorhaben "nur als Teil eines intelligenten und integrierten Verkehrskonzepts" betrachtet. Shaikh: "Die Regionaltangente West oder der Bau von Radschnellwegen sind hier Beispiele für laufende Maßnahmen. Unser Ziel muss sein, dass wir mehr Menschen ermöglichen, auch auf anderen Wegen in unsere Stadt zu kommen als mit dem Auto." Eschborn-Süd ist das größte Gewerbegebiet im Main-Taunus-Kreis: Auf 50 Hektar arbeiten fast 23 000 Menschen, wobei in Corona-Zeiten viele Beschäftigte daheim arbeiten. Andreas Schick

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