Adnan Shaikh macht die Arbeit als Rathauschef Spaß; hier beim Schlachtfest der CDU in Niederhöchstadt. Hinter ihm Ex-Minister Heinz Riesenhuber und Bundestagsabgeordneter Norbert Altenkamp, rechts Ex-Ministerpräsident Roland Koch.
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Adnan Shaikh macht die Arbeit als Rathauschef Spaß; hier beim Schlachtfest der CDU in Niederhöchstadt. Hinter ihm Ex-Minister Heinz Riesenhuber und Bundestagsabgeordneter Norbert Altenkamp, rechts Ex-Ministerpräsident Roland Koch.

100 Tage Bürgermeister

Eschborn: Adnan Shaikh fühlt sich im neuen Amt "pudelwohl"

  • vonStephanie Kreuzer
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Der neue Rathauschef in Eschborn sieht sich nicht nur als Krisenmanager

Eschborn -Die 500 Kreppel, die Bürgermeister Adnan Shaikh im Februar zu seinem Einstand an alle Mitarbeiter verteilte, sind nicht nur ihm gut in Erinnerung geblieben: "Ich bin gerade auch bei meinen Antrittsbesuchen aller Außenstellen, inklusive 16 Kitas und Bauhof, sehr wertschätzend aufgenommen worden!" Überhaupt seien seine engsten Mitarbeiter als Team zusammengewachsen: "Wir arbeiten freundlich-locker und vertrauensvoll zusammen, aber ohne Kumpanei. Entscheidungen werden auf eine breite Basis gestellt, ohne sie zu zerreden." Auch seine Aufforderung: "Ich habe für Sie alle immer eine offene Tür und ein offenes Ohr" sei bisher vielfältig genutzt worden.

Nie mit schlechtem Gefühl nach Hause

Shaikhs Bilanz der ersten 100 Tage im Amt fällt daher eindeutig aus: "Ich fühle mich wirklich pudelwohl, und die Arbeit bereitet mir nach wie vor große Freude! Wenn ich zurückdenke, gab es nicht einen einzigen Tag, an dem ich mit einem schlechten Gefühl nach Hause gegangen oder gar am nächsten Tag damit wieder ins Büro gekommen bin, und das ist für mich das Wichtigste."

Gefragt nach Begriffen, die er mit dieser Zeit verbindet, überrascht es daher nicht, was er wie aus der Pistole geschossen formuliert: "Sehr angenehmes Klima, total abwechslungsreich, spannend, gutes Gefühl, große Zufriedenheit und nur manchmal ermüdend".

Von einer Ausnahmesituation in die nächste sei er allerdings gerutscht, denn der Beginn seiner Amtszeit fiel in die Hochphase der Fastnachtszeit. So konnte er zum ersten Mal beim Umzug auf einem Wagen mitfahren und er besuchte Sitzungen aller Vereine in der Stadt.

Doch Mitte März holte ihn die Corona-Pandemie ganz persönlich ein: Nach dem Kontakt mit dem erkrankten Amtskollegen aus Kelkheim, Albrecht Kündiger, ging es für ihn in häusliche Quarantäne, in der er noch nicht einmal zu seiner Familie wirklich Kontakt hatte.

Vom Home Office aus wurden zahlreiche Sitzungen und Besprechungen mit Kollegen aus dem Magistrat, Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung, dem Landrat und Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Städten und Gemeinden per Telefon- beziehungsweise Videokonferenz organisiert. Beim Krisenmanagement beschäftigen ihn vor allem zwei Blickwinkel: Zum einen die Herausforderung, mit täglich neu definierten Rahmenbedingungen oder auch Lockerungen, umzugehen und darauf zu reagieren. Und zum anderen der Zusammenhalt auf den verschiedenen Ebenen: "Gerade in der Verwaltung gab es den absoluten Willen, das gemeinsam anzupacken. Nachdem am 16. März zum ersten Mal der Verwaltungsstab tagte, haben wir an den Themenstellungen gearbeitet."

Nicht zuletzt der Schulterschluss zwischen allen zwölf Bürgermeistern des Main-Taunus-Kreises sei hilfreich, betont Shaikh. "Entscheidend ist ja, keinen Flickenteppich zu haben. Zwar gelingt uns nicht immer eine einheitliche Sprachregelung, aber der Austausch und die Kooperation sind vertrauensvoll und konstruktiv."

Auch bei den Bürgern habe die Corona-Krise zu einem Ruck geführt, denn es gebe weiterhin eine große Disziplin und viel Verantwortungsbewusstsein. "Wir stoßen nur selten auf Unverständnis für die Maßnahmen. Sogar, wenn es beim Bauhof lange Wartezeiten gibt, wird das klaglos akzeptiert. Daran sieht man, dass alle die Situation nicht nur wahr-, sondern auch ernstnehmen", äußert sich der Bürgermeister zufrieden.

Politisches Geschäft nimmt Fahrt auf

Stolz ist er auch auf die musikalischen Aktionen, die die Moral stärken sollten, wie beispielsweise den Drehorgelspieler vor den Seniorenwohnheimen oder das Bläserquartett und den "DJ To Go" auf Fahrt durch Eschborn. Als Ersatz für die abgesagten "Summertime"-Konzerte sind in den Sommerferien diverse kulturelle Veranstaltungen unter dem Motto "Summertime light" geplant: Theater, Konzerte, Lesungen und Kindertheater, natürlich alles "open air" und für maximal 100 Personen.

Inzwischen nehme das politische Geschäft wieder Fahrt auf, so Shaikh, und bald könne man auch wieder alle anderen Themen, ob Bauprojekte, Verkehr, Digitalisierung oder Wohnen, mit voller Kraft angehen. "Meine Hände bleiben in jegliche Richtungen ausgestreckt, da ich weiter mit allen zum Wohle der Stadt zusammenarbeiten möchte."

Das Notfallzentrum soll im Sommer in Betrieb genommen werden, das neue Jugendhaus wird Anfang nächsten Jahres fertiggestellt. Mit einem Jahr Verspätung soll dann die "1250+"-Jahr-Feier stattfinden, nach bestehendem Konzept, "aber alles noch intensiver! Denn dann können wir hoffentlich gleichzeitig feiern, dass Corona überstanden ist." Wichtig sei ihm dann, dass alle ihren Beitrag dazu geleistet haben, die Krise zu bewältigen und im Sinne von #AusLiebezuEschborn und #BleibinEschborn zusammenzurücken.

So hätte er auch nichts dagegen, bis zur Rente als Bürgermeister tätig zu sein: "Ich bin hergekommen, um die Stadt für mindestens sechs Jahre gemeinsam mit den politisch Interessierten und den Mandatsträgern in ein neues Zeitalter zu führen. Wenn es dann zwölf oder gar 18 Jahre werden sollten, wäre das großartig. Denn dass ich mich wohlfühle, bei dem, was ich mache, und dass ich mit guten Leuten zusammenarbeiten kann, die einfach Lust darauf haben, ist von unermesslichem Wert. Ich schätze mich als einen ziemlich glücklichen Menschen ein!"

stephanie kreuzer

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