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Erschöpft, aber zufrieden: Barbara Schwefer in ihrem Garten nach dem erfolgreichen Ende des 10-Kilometer-Laufes.

Leichtathletik in Zeiten der Corona-Krise

Eschborn: Barbara Schwefer läuft 165 Runden ums eigene Haus

Um trotz Corona fit zu bleiben, läuft Barbara Schwefer aus Eschborn 10 Kilometer auf dem eigenen Grundstück.

  • Barbara Schwefer aus Eschborn trainiert auf dem heimischen Grundstück
  • In Corona-Zeiten musste die Leichtathletin aus Eschborn kreativ werden.
  • 10 Kilometer lief Schwefer zuhause auf ihrem Grundstück in Eschborn

Eschborn - Für die Läuferin Barbara Schwefer hat die diesjährige Saison richtig gut begonnen. Zu Beginn des Jahres wurde die Läuferin vom Eschathlon Eschborn, die auch für die TG Schwalbach startet, für den Sieg in ihrer Altersklasse W40 beim Main-Lauf-Cup geehrt. Fünf Läufe dieser insgesamt elf Veranstaltungen kommen in die Wertung. Insgesamt 624 Starter beendeten die Laufserie 2019, so viel wie nie zuvor. Mit der Maximalzahl von 500 Punkten - fünf Rennen kommen in die Wertung - gewann sie die renommierte Laufserie. "Das war schon eine coole Sache", freute sie sich über diesen Erfolg.

Barbara Schwefer aus Eschborn: "Ich laufe derzeit so viel wie sonst nie"

In diesem Jahr hatte sie bereits beim Halbmarathon in Frankfurt ihren ersten Start, den sie mit einer starken Zeit von 1:29,34 Stunden als Siebte ihrer Altersklasse beendete. Die folgenden vier Rennen in Seligenstadt, am Frankfurter Hessen-Center, in Steinberg und Schwanheim sind wegen der Corona-Pandemie bereits abgesagt worden.

Auch Barbara Schwefer muss sich mit der derzeitigen Ausnahmesituation zurechtfinden: "Ich laufe derzeit so viel wie sonst nie, kann aber wie alle nicht schwimmen gehen. Da ich derzeit wie so viele Home-Office mache, gehe ich vor der Arbeit so gegen sieben Uhr laufen im Feld. Ich finde den Sonnenaufgang so toll und werde jetzt etwas früher loslaufen, damit ich ihn noch sehen kann."

So sah die Laufroute aus der GPS-Perspektive ihrer Laufuhr aus: 165 Runden lief Barbara Schwefer um ihr Haus.

Eschborn: Pandemie förderte die Kreativität der Leichtathletin

Dazu fördert die derzeitige Pandemie die Kreativität. Als die Eschbornerin hörte, dass der Franzose Elisha Nochomovitz auf seinem sieben Meter breiten und einen Meter tiefen Balkon in mehr als sieben Stunden einen Marathon gelaufen ist, was viele trotz der in Frankreich herrschenden Ausgangssperre doch für eher durchgeknallt halten, kam sie auf eine ähnliche Idee: "Ich habe gemessen, wenn ich um das Haus und durch den Garten laufe und kam auf 60 Meter. Das wären dann 165 Runden, wenn ich zehn Kilometer schaffen würde. Das ich das durchhalte, war mir klar. Ich wollte aber mal wissen, wie es ihm geht."

Während der Franzose aber über Übelkeit klagte, weil ihm von den vielen schnellen Kurven schwindelig wurde und er zudem Angst hatte, dass sich die Nachbarn über das Fuß-Getrampel beschweren würden, versuchte die Eschborner Läuferin, vor allem den körperlichen Problemen entgegenzuwirken. "Damit ich keinen Drehwurm bekomme, habe ich beschlossen, dass ich nach jedem Kilometer die Richtung ändere", berichtete sie.

Trainin im heimischen Eschborn

So ging sie diese außergewöhnliche Herausforderung an: "Meine Kinder haben mich abgeklatscht und mir das Wasser gereicht, mein Mann hat mich gefilmt. Und so bin ich durchgekommen. Ich war zwar langsam, weil ich ja praktisch ständig in der Kurve laufen musste und das doch dann irgendwie eng wurde. Aber es war witzig - und ich habe es geschafft."

Auch wenn es derzeit keine Laufveranstaltungen gibt, ist es der Eschbornerin möglich, in normalem Umfang dem Laufen nachzugehen. Auch den virtuellen Ironman von Jan Frodeno fand sie stark. Sie freut sich, dass sich die Menschen inspirieren lassen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Auch sie selbst kommt klar - und auf witzigste Ideen: „Wir haben neulich einen Back-Marathon gemacht und Freunden und Bekannten dann die Sachen vor die Tür gestellt. Da haben auch die Kinder mitgemacht. Das hat Spaß gemacht.“

So trainiert Barbara Schwefer weiter und hofft darauf, dass es irgendwann einmal wieder Wettkämpfe geben wird und man auch mal wieder auf die Mitstreiter trifft. Aber bis dahin ist Kreativität gefragt... 

Volker Hofbur

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