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Philine Knop

Ausbildung

Azubi-Wettbewerb der IHK: Platz Eins für Tourismuskauffrau aus Eschborn

  • vonStephanie Kreuzer
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Beim Wettbewerb der Industrie- und Handelskammer (IHK) schließt eine Auszubildende des Eschborner Reisebüros Kopp als Bundesbeste ab.

Eschborn - Die Ehrung in Berlin muss dieses Jahr ausfallen, aber die Urkunden und Auszeichnungen wurden trotzdem persönlich überreicht. Denn dass der IHK-Bezirk Frankfurt, zu dem auch der Main-Taunus-Kreis und der Hochtaunuskreis gehören, eine bundesbeste Auszubildende stellt, kommt nicht alle Tage vor. Von 5652 Teilnehmern an den diesjährigen Abschlussprüfungen zur dualen Berufsausbildung schnitten 96 mit Note 1 ab, und 13 davon gehören zu den 91 hessischen Landesbesten ihres Ausbildungsberufs.

So überbrachten der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Klaus-Stefan Ruoff, und die Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, Brigitte Scheuerle, ihre Glückwünsche im LCC Reisebüro Kopp in Eschborn, wo Philine Knop im Januar nach zweieinhalb Jahren ihre Ausbildung zur Tourismuskauffrau so erfolgreich abschloss.

Nach erstem Platz bei IHK-Wettbewerb: Ein Lob für die Geschäftsführung in Eschborn

Schon die Auszeichnung als "Landesbeste" war für das Unternehmen, das sich seit über 30 Jahren in der Ausbildung engagiert, eine Premiere. "Wir waren immer schon sehr daran interessiert, den Nachwuchs zu fördern, und haben selbst in diesem Corona-Jahr neue Auszubildende eingestellt", sagt Geschäftsführerin Isabella Rau. Ein "vorbildliches Engagement über das normale Maß hinaus" bescheinigte ihr Ruoff.

Es ist ein Lob, von dem sich auch die 27-jährige Knop angesprochen fühlen darf. Die gebürtige Hamburgerin zog mit sechs Jahren nach Hanau und legte dort im Jahr 2012 ihr Abitur ab - mit einem Notenschnitt von "nur" 3,0. Ein bisschen "unmotiviert" sei sie damals gewesen, lacht sie heute über ihren kleinen Fauxpas. Immerhin war ihr klar, dass sie erst mal ins Ausland gehen will, und so arbeitete sie ein Jahr in Australien und mehrere Monate in Thailand und Malaysia. Zurück in Deutschland, konnte das Soziologiestudium nicht so recht überzeugen, und der Job in der Gastronomie wurde dann rasch zeitfüllender.

Landesbeste Auszubildende aus Eschborn: „Schon immer viel gereist“

Als ihr im LCC Reisebüro Kopp für Sommer 2017 ein Ausbildungsplatz angeboten wurde, griff sie zu. "Ich bin halt immer schon viel gereist und will eigentlich mal ein Hostel im Ausland, am liebsten in Portugal, eröffnen", erklärt sie ihre Entscheidung für die kaufmännische Ausbildung als Grundlage ihrer weiteren Pläne.

"Zwar hatte ich mich auf die Touristikabteilung beworben, landete aber bei den Firmenreisen, und das hat tatsächlich mehr Spaß gemacht", ist sie heute noch froh. "Auch wenn ich zigmal die gleichen Fragen gestellt habe, war das Team immer supergeduldig mit mir." Den größten Teil ihrer Ausbildung absolvierte sie in Eschborn, aber sie lernte auch die Niederlassungen des LCC Reisebüros Kopp im Main-Taunus-Zentrum, in Rödelheim und im Isenburg-Zentrum kennen.

IHK-Auszeichnung überrascht Eschborner Auszubildende

Eine wichtige Erkenntnis hat sie mitgebracht: "Wer eine touristische Komplettreise plant, ist im Reisebüro immer besser aufgehoben als bei einer Internetrecherche auf eigene Faust. Hier sitzen die Experten, die viel Hintergrundwissen vermitteln können." Sich selbst sieht sie eher als Fachfrau für Mietwagen & Co.

Dass sie Landes- und sogar Bundesbeste ihres Ausbildungsberufs wurde, hat sie komplett überrascht. "Das Lernen ging mir leicht von der Hand, und so hatte ich immer gute Noten in der Berufsschule und konnte wegen einer sehr guten Zwischenprüfung auf zweieinhalb Jahre Ausbildungsdauer verkürzen. Aber es war nie mein Ziel, als Beste abzuschließen." Allerdings sieht sie auch einen Vorsprung gegenüber ihren Mitschülern: "Mit 25, 26 war ich deutlich älter als die anderen, und dank meines großen Interesses an Geografie habe ich zum Beispiel alle Hauptstädte der Welt auswendig im Kopf!"

Nach erstem Platz bei IHK-Wettbewerb: Studium in einem anderen Bereich

Während der Ausbildung reifte in ihr allerdings der Entschluss, doch zu studieren, um zwei Abschlüsse zu haben. So startete sie im Sommersemester an der Fachhochschule Frankfurt mit "Soziale Arbeit", was ihr auch großen Spaß macht, wobei die Vorlesungen aufgrund der Corona-Situation momentan nur per Videokonferenz stattfinden. "Meine Ausbildung wurde mir als Wartesemester angerechnet, und so bekam ich trotz meines schlechten Abiturs einen Studienplatz."

Nebenher arbeitet sie als Teilhabeassistentin an einer Schule, um ein Kind im Schulalltag zu unterstützen. "Mein Fokus liegt derzeit also weniger im Tourismus als auf der sozialen Arbeit, und ich könnte mir gut vorstellen, später einmal diese beiden Bereiche miteinander zu verbinden. So ist ja meine Idee eines Hostels im Ausland immer noch aktuell, und ich sehe auch mögliche Kombinationen mit einem Waisenhaus. Vielleicht kann ich ja noch Mitstreiter dafür begeistern, die ebenfalls im Ausland leben möchten." (Stephanie Kreuzer)

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