Verkehr

Eschborn ist einverstanden mit der Vorzugstrasse

Stadtverordnete begrüßen Radschnellweg-Bau

Eschborn -Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Die Stadt Eschborn ringt darum, ihre Verkehrspolitik neu auszurichten, die Straßen zu entlasten sowie den ÖPNV attraktiver zu machen und die Radfahrer-Infrastruktur zu verbessern. Wie schwierig es ist, diese oft komplizierten Vorhaben zu verwirklichen, zeigt sich an den Bahnhöfen Eschborn-Mitte und Niederhöchstadt. Die Stadt und die Bahn arbeiten seit zig Jahren daran, sie zu modernisieren. Aber die Verfahren ziehen sich aus einer Vielzahl von Gründen hin.

70 Millionen Euro sind veranschlagt

Damit, dass Eschborn Teil eines Radschnellwegs wird, ist 2021 auch nicht mehr zu rechnen. Doch die Planungen werden konkreter. Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hat eine Vorzugstrasse ausgedeutet, mit der er Frankfurt und Friedrichsdorf verbinden will. Eschborn, Steinbach, Oberursel und Bad Homburg sind eingebunden. Die Stadtverordneten haben grünes Licht gegeben. Sowohl im Bau- und Umweltausschuss als auch im Haupt- und Finanzausschuss stimmten sie dieser Vorzugstrasse zu. Ein Streckenplan war kürzlich im Höchster Kreisblatt abgebildet. Gestern Abend sollte die Stadtverordnetenversammlung abschließend entscheiden und zustimmen. Das war nach Redaktionsschluss.

Federführend bei dem Projekt ist der Regionalverband, mit dem die Stadt Eschborn Planungs- und Verwaltungsvereinbarungen abschließen wird, um Rechte und Pflichten beider Seiten zu dokumentieren. Die Festlegung der Vorzugstrasse basiert auf einer Machbarkeitsstudie. Ein Ingenieurbüro hat untersucht, welche Barrieren, Schutzgebiete und sonstigen Restriktionen einzelnen Routen im Wege stehen, verschiedene Strecken auserkoren und schließlich seinen Favoriten gekürt. "Bürgerinnen und Bürgern wurde über eine Online-Beteiligung die Chance eingeräumt, wichtige Hinweise zu geben", betont das Büro SHP Ingenieure aus Hannover, das die Studie anfertigte. Auch Betroffene wurden einbezogen, also zum Beispiel Energieversorger.

In Eschborn genießt das Millionenprojekt großen Rückhalt. Im Bau- und Umweltausschuss fiel das Votum nahezu einhellig aus. Nur Torsten Kunz (FDP) enthielt sich, während sein Fraktionskollege Ralf Engler zustimmte. Kunz ist Landwirt und besorgt wegen des möglicherweise starken Flächenverbrauchs. Grundsätzlich sei der Bau der Trasse "sehr begrüßenswert", sagte Kunz. Er hält aber die Beschreibung "Weg" für die Radverbindung für "verniedlichend", weil eine Mindestbreite von vier Metern erforderlich sei.

Der Landwirt bat darum, die Planung für den Radweg und die künftige RTW so in Einklang zu bringen, dass möglichst wenig Fläche "geopfert" werde. Er könne diese Bedenken nachvollziehen und nehme sie auf, versprach Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU). Die Vorzugstrasse, die an die künftige Radschnellweg-Route Eschborn-Bad Soden angeschlossen werden soll, hat eine Gesamtlänge von 37,4 Kilometern und einen Eschborner Anteil von knapp 4,4 Kilometern. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben in der Studie auf circa 70 Millionen Euro. Der Neubau von Brückenbauwerken und Rampen nehme "einen nicht unerheblichen Kostenfaktor in Anspruch". ask

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