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Das 25 Millionen Euro teure Notfallzentrum an der Oberurseler Straße ist im Rohbau fertig.

Eschborn

Neues Notfallzentrum wird 2020 fertig

Feuerwehr und Arbeiter-Samariter-Bund ziehen in den 25 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex in Eschborn ein.

Wie ein riesiges Schlachtschiff steht der graue Gebäudekomplex an der Oberuseler Straße. Ringsum wogen Getreidefelder. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind Wohnhäuser und Schrebergärten. Zum Richtfest für das neue Notfallzentrum, das die Stadt Eschborn am Ortsrand in Richtung Steinbach bauen lässt, sind viele Gäste gekommen, darunter auch Lokalpolitiker aller Fraktionen. Ein großes Büffet ist aufgebaut, eine Jazzband macht Musik.

Der neue Standort für die Freiwillige Feuerwehr und den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zählt zu den Großprojekten, die Eschborn lange vor sich herschoben hat. Am Geld lag es dabei nie in Hessens reichter Stadt. Vielmehr war das Notfallzentrum, das noch in der Ära von Ex-Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) auf den Weg gebracht wurde, über Jahre hinweg Spielball der Eschborner Kommunalpolitik. Vor allem Grüne und Linke hatten sich zunächst gegen den teuren „Notfallpalast“ ausgesprochen und einen Alternativstandort weg von den Wohngebieten im Camp-Phönix-Park gefordert. Auch eine Bürgerinitiative zog gegen das Projekt zu Felde, eine Anwohnerin hatte Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Wegen eines Formfehlers musste das Bebauungsplanverfahren zweimal neu aufgerollt werden. Und im Eschborner Rathaus gab es personelle Engpässe. Das Bauamt war hoffnungslos überlastet. Von einem Projektstau, der aufgearbeitet habe werden müssen, sprach Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) bei Richtfest. Für das Notfallzentrum sei vor vier Jahren ein eigener Projektleiter eingestellt worden. „Jetzt trägt die zielstrebige Arbeit Früchte.“

Das Notfallzentrum steht auf einem 16000 Quadratmeter großen Grundstück oberhalb de Eschborner Friedhofes an der Oberurseler Straße. Die Baukosten liegen bei 25,2 Millionen Euro.  

2020 soll das Notfallzentrum fertig sein. Dann können die Eschborner Rettungskräfte endlich aus den engen Räumlichkeiten in der Unterortstraße hinter dem Rathaus ausziehen. Für die Feuerwehrleute fehlen dort Umkleiden, sie müssen in der Fahrzeughalle in ihre Arbeitsuniformen schlüpfen. Der Arbeiter-Samariter-Bund hat keine eigene Waschhalle, um seine Einsatzfahrzeuge zu desinfizieren. Und zum Büro für soziale Dienste im ersten Stock muss man über eine enge Treppe hochsteigen.

Hauptnutzer des neuen Notfallzentrums an der Oberurseler Straße werde die Feuerwehr sein, kündigte Bürgermeister Geiger an. Neben Arbeitsplätzen für Stadtbrandinspektor und hauptamtliche Mitarbeiter gebe es künftig auch eine Fahrzeug-, eine Schlosser-, Funk- und Atemschutz- sowie eine Schlauchwerkstatt. Weiters einen Übungsturm zum Anleitern und zur Schlauchtrocknung, Räume für die Jugendfeuerwehr, einen großen Schulungsraum und Stellplätze für 24 Großfahrzeuge. 

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Der Arbeiter-Samariter-Bund bringt seine Abteilung für Soziale Dienste im Notfallzentrum unter, die ASB-Jugend und die Breitenausbildung. 80 hauptamtliche und 30 ehrenamtliche Mitarbeiter sind laut Geiger beim ASB tätig, 20 Fahrzeuge im Einsatz. Mieter der Rettungswache ist der Main-Taunus-Kreis. Drei Fahrzeuge können im Notfallzentrum rund um die Uhr untergestellt werden.

Von einem „historischen Tag“ sprach Brandschutzdezernent Karlheinz Gritsch (CDU) beim Richtfest. „Wir haben lange darauf gewartet, dass das neue Notfallzentrum gebaut wird“, sagte Gritsch. Die Arbeitsbedingungen für Rettungskräfte an der Unterortstraße seien unzumutbar. „Gut, dass sich das bald ändert.“

Von Andrea Rost

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