Außenseiter: Für Rod Frawley und die Herren 60 wäre das Finale eine Überraschung.
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Außenseiter: Für Rod Frawley und die Herren 60 wäre das Finale eine Überraschung.

Herren 55 haben Titelchancen

Gastgeber des Top-Events

  • VonAlexander Wolf
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Schon bevor die Regionalliga-Saison bei den Seniorenteams von Tennis 65 Eschborn begann, stellten Hans-Peter Greven sowie seine Herren 55 und Herren 60 die Weichen für den großen Höhepunkt, die deutschen Meisterschaften.

Dass beide Mannschaften ihre Spielzeiten in der Südwest-Staffel als Sieger abschließen würden, stand schnell fest. „Es ging aber auch darum, einzuschätzen, welche Mannschaft im Finale um die deutsche Meisterschaft die besseren Chancen hat“, erklärt der Teammanager und Sponsor.

Weil die Gastgeber am Samstag und Sonntag nicht nur den Heimvorteil, sondern bei den Herren 55 auch die besten Spieler auf ihrer Seite haben, ist der Blick auf die Konkurrenz in dieser Altersklasse besonders interessant. Mit dem US-amerikanischen Weltmeister von 2014 und 2015, Daniel Waldman, und Leon Johan Naude als Weltranglistenspieler aus Südafrika haben die Eschborner hier zwei Schlüsselspieler gemeldet, die im Vorjahr nicht zur Verfügung gestanden hatten. „Ohne sie haben wir das Finale gegen Essen verloren. Dieses Mal sind wir optimistisch, dass es klappt“, meint Greven. Weil mit dem Tschechen Jaromir Zivnicek, dem ehemaligen Bundesligaspieler und derzeitige Nummer zehn der DTB-Rangliste, Manfred Jungnitsch, Norbert Henn als amtierender Deutscher Meister und die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste, Klaus Liebthal (Zweiter DTB-Rangliste), sowie Pedro Herda und Bernd Müller genügend Qualität in der Mannschaft steckt, ist ihr trotz der ungünstigen Konstellation in der Setzliste alles zuzutrauen. „Wir haben sogar Protest gegen die Ranglisten-Bewertung eingelegt“, blickt Greven mit Argwohn auf das anstehende Captains-Meeting.

Wenn am Samstag um 9.30 Uhr die anwesenden Spieler aller Teams überprüft und nach Deutscher oder ITF-Rangliste eingestuft werden, wird laut dem Eschborner ein Top-Spieler wie Fernando Luna zu gering geschätzt. „Er spielt keine Turniere, die ihm Punkte in der Liste bringen, ist aber trotzdem sehr, sehr stark“, sagt Greven über das Beispiel des ehemaligen spanischen Davis-Cup-Cracks. So könnte die Situation entstehen, dass Meister TuS Essen an Position vier und die Eschborner an Position eins gesetzt werden. „Das wäre dann das vorweggenommene Endspiel im Halbfinale“, erklärt der Teammanager. Der THC Neumünster (Niedersachsen) und der TC BW Fürstenzell (Bayern) sind als Meister der Regionalligen Nord-Ost und Süd-Ost ebenfalls mit in der Verlosung. Ob die sechs Eschborner gegen die starke Konkurrenz den großen Wurf schaffen können, bleibt abzuwarten.

Bessere Chancen als ihr Herren-60-Pendant haben Waldman und Co. in jedem Fall. „Bei der älteren Eschborner Mannschaft gilt eher der olympische Gedanke“, verrät Greven. Gegen den TC Aschheim aus Bayern, die westfälische TG Gahm und den amtierenden deutschen Herren-60-Meister aus Hamburg, „Club an der Alster“, ist für die Hausherren das Dabeisein alles. Weil schon das Erreichen der Endrunde für das Team um den amtierenden Herren-60-Hessenmeister Klaus Schulze als Erfolg zu werten ist, wäre ein Finaleinzug eine große Überraschung. Mit dem ehemaligen Wimbledon-Finalisten Rod Frawley und dem mehrfachen Welt- und Europameister Andrew Rae aus Australien sowie Wolfgang Haage (Nummer sieben der Deutschen Rangliste), Werner Herrmann (Nummer 27), Rolf Deutsch (17), Josef Ried, Günther Kießling und Peter Dinckels sind die heimischen Herren 60 schwächer aufgestellt als die Konkurrenz. Für eventuelle Ausfälle stehen zwar noch die beiden englischen Weltranglistenspieler John Feaver und Robin Drysdale zur Verfügung, „eine Platzierung wäre aber schon ein Sahnehäubchen“, meint Greven.

Insgesamt werden also acht der besten Mannschaften Deutschlands auf der Anlage an der Eschborner Hauptstraße antreten und zwei Tage lang ihr bestes Tennis im Kampf um den Meistertitel zeigen. Neben den besten Athleten, die Deutschland in diesen Altersklassen zu bieten hat, treten Tennisasse aus elf verschiedenen Nationen an. Nach dem Captains-Meeting am Samstag geht es gegen 10.15 Uhr los. Die jeweiligen Gewinner bestreiten dann am Sonntag ab 10 Uhr die Endspiele neben den Matches um Platz drei. Am Samstag findet außerdem in der Stadthalle der sogenannte „Spielerabend“ statt. Hier kann jede Mannschaft mit 20 Teilnehmern den Tennissport, die Gemeinschaft und das Seniorenturnier zu den deutschen Vereinsmeisterschaften feiern.

Gastgeber Tennis 65 Eschborn erhofft sich nicht nur einen sportlichen Heimvorteil, sondern vor allem viele Tennis-Fans aus dem Main-Taunus-Kreis und Umgebung. Klatschende und anfeuernde Zuschauer wären laut Heinz-Peter Greven genau die richtige Unterstützung für die beiden Eschborner Teams. Diese sollen über sich hinauswachsen und auf der heimischen Anlage gewinnen. Der Eintritt für das Turnier ist an beiden Tagen frei.

(awo)

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