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Unternehmen wie die Auxilion AG in Heppenheim (Joachim Bangert, rechts im Bild) bieten Schülern eine starke unterstützende Hand.

Berufsorientierung

Heinrich-von-Kleist-Schule soll Standort der „Talent Company“ werden

Ein Fachraum mit mehreren PC-Arbeitsplätzen zur optimierten Berufsorientierung soll die Schule stärker mit Unternehmen verbinden. Die Ausstattung des Raumes kostet allerdings 50 000 Euro.

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben, Unabhängigkeit und attraktiven, nachhaltigen Zukunftschancen – so das Credo der 2008 gegründeten Strahlemann-Stiftung. Daher unterstützt diese zahlreiche nationale und weltweite Bildungsprojekte, allen voran das Konzept der „Talent Company“, das eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft bauen und damit Synergien nutzen will. Genauer gesagt soll die Berufsorientierung an deutschen Schulen auf ein neues, zukunftsweisendes Qualitätsniveau gebracht und somit für Jugendliche frühzeitig Perspektiven geschaffen werden. Gleichzeitig ließe sich dem aktuellen Fachkräftemangel entgegenwirken.

Seit Ende 2009 wurden bisher bundesweit 29 dieser „Talent Companys“ in Schulen installiert, davon sechs im Ballungsraum Frankfurt, einige weitere sind geplant. Dort wurde oder wird also jeweils ein Fachraum zur Berufsorientierung eingerichtet. Nun freut sich die Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule darauf, bald erster Standort im Main-Taunus-Kreis zu sein. „Unsere Schüler mit einer Anschlussperspektive auszustatten, ist unser wichtigstes Ziel, weshalb dieser neue Raum eine fabelhafte Ergänzung in unserer intensiven Vorbereitung auf die Berufswelt ist“, so Schulleiter Adnan Shaikh.

Bestehende Maßnahmen sollen künftig in diesem Raum, der bisher schon als Computerraum genutzt wurde, gebündelt und die Kontakte zu Unternehmen intensiviert werden. „Dort sollen verschiedene PC-Arbeitsplätze eingerichtet werden, damit die Schüler im Internet recherchieren und Bewerbungen schreiben können. Außerdem wird es eine ’Job Wall’ für Angebote von Praktikums- und Ausbildungsplätzen in kooperierenden Betrieben geben. Generell soll in diesem speziellen Raum dann alles stattfinden, was mit dem Thema Ausbildung zu tun hat. Also beispielsweise auch, dass wir Gewerbetreibende und Ausbilder zu Informationsveranstaltungen oder Workshops einladen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Das Konzept der „Talent Company“ dient dazu, Transparenz im Angebotsdschungel und – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Raum zum Wohlfühlen, Kennenlernen und Präsentieren zu schaffen. „Denn Berufsorientierung funktioniert nicht nur über Information, sondern auch über den Aufbau von Bindungen und Beziehungen. Interesse und Motivation werden so gefördert“, weiß Renate Parusel von der Strahlemann-Stiftung.

„Jungen Menschen Wertschätzung zu geben, gerade in diesem wichtigen Lebensabschnitt, beim Übergang von der Schule in den Beruf, sehen wir als eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Zudem finden bereits vorhandene Akteure in der Berufsorientierung einen Ort, um ein starkes, lokales Netzwerk aufzubauen, und so wird das Thema in der Schule fest verankert und institutionalisiert.“

Für eine derartig hochwertige Ausstattung des Raumes sind allerdings mindestens 50 000 Euro notwendig, die – gemeinsam mit der jeweiligen Schule – von der Stiftung akquiriert werden. In Eschborn ist der erste Schritt getan, denn die randstad stiftung hat bereits einen Betrag von 20 000 Euro zugesichert, ein weiterer Förderer hat 15 000 Euro zugesagt.

„Unser Bildungsprojekt ’Du bist ein Talent’ ist an der Heinrich-von-Kleist-Schule schon seit Jahren ein fester Bestandteil zum Thema ’Orientierung in der Arbeits- und Berufswelt’. Mit der gemeinsamen Realisierung einer ’Talent Company’ profitieren insbesondere die Schüler in mehrfacher Weise“, so Hanna Daum, geschäftsführender Vorstand der randstad stiftung. Doch noch fehlen rund 15 000 Euro, um an der Heinrich-von-Kleist-Schule eine „Talent Company“ einzurichten.

Schule und Stiftung sind nun auf der Suche nach regionalen Betrieben, die sich an der Finanzierung beteiligen. „Die Unternehmen kommen durch die Förderung des Projekts nicht nur ihrer Sozialverantwortung nach, sondern investieren in die Zukunft der Jugendlichen aus der Region und damit auch in künftige Fachkräfte für den eigenen Standort“, betont Parusel. „Geplant ist, den Raum in diesem Sommer einzurichten“, sagt Shaikh, „denn sowohl Lehrerschaft als auch Schulträger sind mit dem Projekt einverstanden.

Mehr noch, denn die beiden Kolleginnen, die das hier bespielen würden, Heidi Kling und Elisabeth Kallenberger, sind begeistert.“ Wenn allerdings nicht die volle Fördersumme eingesammelt werden kann, dann wird die Eröffnung verschoben werden müssen. Interessierte Unternehmen und Privatpersonen, die das Projekt unterstützen möchten, können über Kontakt mit der Stiftung aufnehmen.

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