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Der Kreisel an der ehemaligen ?Rapp-Kreuzung? in Eschborn, der frei nach einer alteingesessenen Bäckerei jetzt auch als ?Rapp-Kreisel? bezeichnet wird. Foto; Maik Reuß

Neue Kreisel

Hier geht es nicht immer rund

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Von den beiden neuen Kreiseln in Eschborn versprach sich nicht nur die Stadt einen besseren innerörtlichen Verkehrsfluss. Tatsächlich zeigt ein Ortsbesuch, dass die Autofahrer zügig vorankommen. Allerdings nicht immer.

Morgens um 8 Uhr in Eschborn: Der Verkehr fließt. Freilich nicht um das Gewerbegebiet Süd – wer hier zur Arbeit oder in den Feierabend fährt, ist Kummer gewohnt. Der neue Kreisel an der „Rapp-Kreuzung“ aber, der die Götzenstraße, die Hauptstraße und die Sossenheimer Straße miteinander verbindet, erfüllt seinen Sinn und Zweck. Rund vier Monate nach seiner offiziellen Einweihung scheinen ihn die Einheimischen und die Pendler angenommen zu haben. „Früher kam es an den Ampeln oft zu Staus. Jetzt läuft der Verkehr flüssiger“, zieht Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) eine Zwischenbilanz. Auch Beschwerden über den Kreisel habe es keine gegeben, sagt er.

Bleibt man einmal länger dort stehen, fallen allerdings einige Details auf, die manchem noch Schwierigkeiten bereiten. Das Blinkverhalten ist es lobenswerterweise nur bedingt. Beim Einfahren wird nicht geblinkt, beim Ausfahren schon, so lautet die Regel. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro. Das rechtzeitige Blinken ist sinnvoll, da es den anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig signalisiert, ob sie einfahren können. Am vorgestrigen Morgen „vergaßen“ das schätzungsweise fünfzehn Prozent der Fahrer. „Es gibt Autofahrer, die im Kreisverkehr unsicher sind und nicht wissen, wann sie blinken müssen. Daran hapert es noch ein bisschen“, so Geiger. Das gilt allerdings für jeden Kreisel, nicht nur für die beiden neuen in Eschborn.

Trotz eines Kreiseldurchmessers von 32 Metern macht eine Ecke an der „Rapp-Kreuzung“ gelegentlich etwas Probleme: Für das Abbiegen von der Sossenheimer Straße in die Götzenstraße ist der Platz begrenzt. Lange Lastwagen kommen nicht durch die enge Kurve, sie müssen im Zweifelsfall einen Umweg in Kauf nehmen. Wer es trotzdem versucht, hängt schnell fest. Nicht zur Nachahmung empfohlen ist indes die Lösung, die ein Taxifahrer wählte: Er sparte sich den Kreisverkehr, indem er kurzerhand über die kleine Gasse vor dem Casa Bellissima direkt in die Götzenstraße einfuhr.

Auch scheinen sich manche Verkehrsteilnehmer noch daran gewöhnen zu müssen, dass Radfahrer und Fußgänger den Kreisel ebenfalls nutzen. Es kommt wiederholt vor, dass sich Autofahrer auf ihre Ausfahrt konzentrieren und beschleunigen, um dann abzubremsen, weil ein wartender Fußgänger an der Querung in ihr Blickfeld gerät. Warum viele Autofahrer den Kreisel zudem trotz seiner Breite recht eng befahren, ist ein Rätsel.

Funktionell ja, aber schön ist das Areal indes noch nicht. Im Frühjahr sollen Blumen gepflanzt werden, berichtet Geiger. Auch eine Skulptur soll in der Mitte ihren Platz finden, doch bis dahin dauert es noch: „Wir wollen abwarten, bis die Seniorenimmobilie steht.“ Auf dem Grundstück in der Hauptstraße, das an den Neubau der katholischen Kirchengemeinde angrenzt, sollen Service- und Pflegewohnungen entstehen, eine Inbetriebnahme im Jahr 2020 ist nach Angaben der Stadt wahrscheinlich. Auch ein Café soll in das Gebäude integriert werden – die Kreuzung hat ihren Namen von einer alteingesessenen Bäckerei und Konditorei, die dort betrieben wurde. Insofern sieht Geiger auch keinen Grund, nach einem anderen Namen zu suchen: „Früher war es die Rapp-Kreuzung, heute ist es der Rapp-Kreisel.“

Alle Verkehrsprobleme lösen die beiden neuen Kreisel allerdings nicht. Dass es temporär durch die Zu- oder Abfahrt von Maschinen auf das Grundstück Hauptstraße 41 zu kleineren Stopps kommt, ist dem Bau eines mehrstöckigen Wohnhauses geschuldet. Sehr viel stärker fallen andere Knotenpunkte ins Gewicht: Gibt es nachmittags etwa Rückstau aufgrund der Pendler, die die Stadt und die Gewerbegebiete verlassen, steht der Verkehr mitunter auch in den Kreiseln still.

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