Anne Schroth und Klaus Dühr vom Eschborner Naturschutzbund sensibilisieren auf dem Schutzgebiet des Vereins für mehr Umweltbewusstsein und geben bei Führungen Tipps zum Artenschutz. Hier stehen die beiden an einem der vier selbstgebauten Insektenhotels.
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Anne Schroth und Klaus Dühr vom Eschborner Naturschutzbund sensibilisieren auf dem Schutzgebiet des Vereins für mehr Umweltbewusstsein und geben bei Führungen Tipps zum Artenschutz. Hier stehen die beiden an einem der vier selbstgebauten Insektenhotels.

Umwelt

"Hotels" gegen das Artensterben

  • VonEsther Fuchs
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Ein Beitrag zum Schutz der Natur-Vielfalt: Naturschutzbund hat vier Insekten-Unterkünfte geschaffen.

Eschborn -Wer mit Anne Schroth und Klaus Dühr durch das Schutzgebiet 3 des Nabu (Naturschutzbund) geht, sieht die Vielfalt der heimischen Natur in voller Blüte. Gräser, Kräuter, Farne, Schilf, Büsche, Bäume und eine beachtliche Tierwelt aus Insekten, Amphibien und Reptilien sind zu entdecken.

Schroth und Dühr vom Nabu Eschborn zeigen die bedrohte Schönheit des heimischen Ökosystems. Auch wenn das drei Hektar große Areal Feuchtbiotope, Mauerberge, Holzhaufen und seit kurzem vier Insektenhotels hat, zeigen sich bei den beiden Umweltexperten Sorgenfalten im Gesicht.

Auch im Schutzgebiet 3 mache sich der Artenrückgang bereits bemerkbar. "Wie sieht es da erst in den heimischen Gärten aus? Daran mag ich gar nicht denken", sagt Schroth. Die Biologin und Chemikerin weiß: "Es ist höchste Zeit zu handeln!"

Daher hat der Nabu auf dem Wiesenareal am Feldrand von Niederhöchstadt das bestehende Insektenhotel um drei neue Häuser erweitert. Wildbienen und andere Vielbeiner fühlen sich dort seit kurzem wohl.

Kostengünstig und ökologisch wertvoll

Für Sandbienen gibt es zudem eine neu gesandete Fläche zur Brutablage. Stellenweise aufgetürmte Trockensteinmauern sollen den Eidechsen Unterschlupf bieten. Feuchtbiotope sind für Lurche und Frösche vorhanden. Kostengünstig und ökologisch wertvoll wurden vom Nabu Brut- und Nistplätze errichtet, was zum Nachmachen motivieren soll.

Der Erhalt des Ökosystems wird immer schwerer. "Ich bin erschrocken", macht sich Nabu-Mann Dühr Luft. Eigentlich arbeitete er in der Finanzbranche. Seit März 2012 ist er fast täglich in der Natur. Er und Schroth geben Führungen für Klein und Groß. Schroth war eine der ersten Studentinnen in Frankfurt, "die sich vor Jahren auf das Gebiet Ökologie spezialisierten. Ich wurde belächelt", sagt die ehemalige Lehrerin.

Vorsitzender Oliver Neun ist Hobbyimker. Auf dem Schutzgebiet stehen seine Bienenvölker. Honigbienen und Wildbienen finden gemeinsam kaum noch ausreichend Nektar. Auch da musste der Nabu mit heimischer Wildblumenaussaat nachhelfen.

Rückzugsorte gibt's auch in kleinen Gärten

"In unseren Kunstgärten, die bis zum Zaun des Nachbars aus gemähter Wiese bestehen oder gar Steinwüsten gleichen, findet sich keine Nahrung mehr", bedauert Schroth. Der Klimawandel verschärfe den Rückgang von Pflanzen-, Insekten-, Vogel- und Tierarten. Die vom Nabu errichteten Rückzugsorte aus Naturmaterialien sind Beiträge zum Artenschutz, die auch in kleineren Gärten möglich sind.

Die Aufklärungsarbeit des Eschborner Nabu darf nächste Woche dank der Pandemielockerungen wieder starten. "Ich freue mich auf die Führungen. Dann dürfen wir wieder loslegen", so Schroth, die sich mit Dühr gleich mehrere Besucher für den Neustart eingeladen hat.

Damit Zerstörtes wieder aufblüht

Der Nabu setzt auf Aufklärung von Kindesbeinen an, damit vielleicht irgendwann "das, was wir Hunderte von Jahren zerstörten, wieder aufblüht", hofft Naturfreund Dühr.

Informationen zum Nabu Eschborn im Internet unter www.nabu-eschborn.de oder telefonisch unter (0 61 73) 6 27 21.

Klaus Dühr präsentiert Insektenlarven, die sich in Brutröhren des Nabu verpuppt haben.

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