Bernd Amerschläger wurde im Mai aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr verabschiedet.
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Bernd Amerschläger wurde im Mai aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr verabschiedet.

Jubiläum

Kameraden stehen für ihn Spalier

  • VonStephanie Kreuzer
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Der langjährige Feuerwehrmann Bernd Amerschläger feiert seinen 60. Geburtstag.

Eschborn -Viel Aufhebens um seine Person ist ihm ein Gräuel, aber Ehre, wem Ehre gebührt. Denn Bernd Amerschläger ist ein wahres Urgestein, wenn es um die Feuerwehr in Eschborn geht. Zwar ist er gebürtiger Schwalbacher, aber bereits mit zehn Jahren zog es ihn in die Nachbarstadt - beziehungsweise wurde er gezogen. "Abgeworben hat man mich", erklärt er lachend, "denn ich war im Spielmannszug aktiv, und da ein solcher auch in Niederhöchstadt aufgebaut werden sollte, hat mich der Stabsführer damals auserkoren, die Trommler auszubilden."

Also startete er in der dortigen Jugendfeuerwehr, "und dann kam ich quasi nicht mehr weg". Mit dem Eintritt in die Einsatzabteilung 1978 wurde der gegenseitige Bund verstärkt, und schließlich heiratete er sogar nach Eschborn; seitdem lebt er in Niederhöchstadt. Nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker arbeitete er zunächst bei Mercedes in Kelkheim, um später als Zusteller und später auch als Ausbilder für Jungboten bei der Post tätig zu sein.

Verabschiedung aus dem aktiven Dienst

Als die Stadt Eschborn 1988 für die Feuerwehr einen hauptamtlichen Gerätewart suchte, lag ein Wechsel für ihn auf der Hand: "Das war ja immer mein Hobby, und ich hatte sogar meinen Wehrdienst bei der Feuerwehr abgeleistet." Bis zum Hauptbrandmeister arbeitete er sich hoch, war fünf Jahre lang stellvertretender Stadtbrandinspektor und bis 2007 Wehrführer von Niederhöchstadt. 2016 durfte er sich das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande anstecken lassen.

Nach über 42 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst war für Amerschläger, der heute seinen 60. Geburtstag feiern darf, nun Schluss, und seine Kameraden ließen es sich nicht nehmen, seine Verabschiedung aus dem aktiven Dienst im Mai entsprechend zu inszenieren.

Dafür war im neuen Feuerwehrgebäude des Notfallzentrums ein Spalier aus 45 Feuerwehrfrauen und -männern - in Ausgehuniform - aus Eschborn und Niederhöchstadt angetreten. Einmal längs durch die Halle musste der so Geehrte schreiten, und sichtlich überrascht war er von dieser Geste seiner langjährigen Kollegen.

Für die Kameraden, die ihn teilweise noch aus der Zeit bei der Jugendfeuerwehr kennen, war er eine "tolle, engagierte Unterstützung beim Umzug in den Neubau", wie sie sowieso voll des Lobes sind: Eine "gute Seele" sei er, dessen Rat geschätzt wurde, und er hätte "immer eine Hand zum Helfen frei".

Ein Tüftler und Bastler

Morgens der Erste und abends der Letzte sei er gewesen - und sowieso "einfach zur Stelle, wenn man ihn braucht". Er will jedenfalls in der Alters- und Ehrenabteilung weiter mitwirken und an Vereinstätigkeiten sowohl in Eschborn als auch in Niederhöchstadt teilnehmen.

Wie es ansonsten weitergeht, weiß er selbst noch nicht genau: "Ich bin ja ein Tüftler und Bastler und habe immer was zu tun. In meinem Kopf sind etliche Ideen, doch welche ich davon umsetze, weiß ich noch nicht." Anregungen gab es jedenfalls einige, denn während unter anderem Bürgermeister Adnan Shaikh und Stadtbrandinspektor Stefan Leder Urkunden und Erinnerungsstücke an die Zeit bei der Feuerwehr überreichten, überraschten die Kameraden mit speziellen Geschenken. "Die Eschborner haben für mich einen Paragliding-Tandemflug in Österreich ausgesucht, und aus Niederhöchstadt bekam ich einen Segelflug. Das freut mich ganz besonders, denn ich liebe mein neues Hobby - das Fliegen!"

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