Johannes Kalchreuter ist seit August der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Eschborn.
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Johannes Kalchreuter ist seit August der neue Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Eschborn.

Eschborn

Auf die Kanzel geht er mit Freude

  • vonBarbara Schmidt
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  • Behr
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Porträt: Pfarrer Johannes Kalchreuter will in Eschborn neue Akzente setzen

Eschborn -Eine Gemeinde, in der viele mittun, vieles in Kooperation gemacht wird - dieses Profil seines neuen Arbeitsplatzes in Eschborn hat Johannes Kalchreuter stark angesprochen. Und beim Bewerbungsgespräch mit dem Kirchenvorstand hatten beide Seiten schnell den Eindruck: Es passt. Sein Probegottesdienst am Tag vor der Wahl war gerade noch der letzte, bevor wegen der Pandemie auch alle religiösen Feiern und Veranstaltungen ruhen mussten. "Gott sei Dank hat das alles noch geklappt", sagt Kalchreuter im Rückblick. Noch prägt Corona auch das kirchliche Leben stark. Doch seit August ist der gerade 50 Jahre alt gewordene Theologe nun Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in der Stadt am Westerbach.

In Lohr am Main ist Johannes Kalchreuter geboren, aufgewachsen ist er dann in Nastätten und in Nassau an der Lahn. Als er kurz vor dem Abitur seiner Mutter eines Abends verkündet habe, dass er gerne Theologie studieren wolle, habe sie nur gesagt: "Aha. Wie kommst Du jetzt darauf?", erinnert er sich mit einem leisen Lächeln. Seine Erklärung: "Das Thema hat mich einfach fasziniert. Bibel und Glaube - und wie kann man sich die Sache mit Gott so vorstellen?"

Miteinander ins Gespräch kommen

Ein guter Religionslehrer habe zudem Anteil daran gehabt, dieses Interesse zu wecken. Für Kalchreuter auch ein Beleg dafür, wie wichtig es für den Glauben ist, dass er durch Menschen vermittelt wird. So hält er es "für das A und O der gesamten pfarramtlichen Arbeit, miteinander ins Gespräch zu kommen". Nicht das schlechteste Rüstzeug dafür hat er sich abseits kirchlicher Pfade geholt. Denn nach dem Studium in Frankfurt und Marburg ist Johannes Kalchreuter zunächst in die PR-Arbeit gegangen. "So richtig scharf bin ich jetzt nicht darauf, Pfarrer zu werden", gibt er seine damalige Stimmungslage wieder. Da zu jener Zeit ohnehin die Zahl der Bewerber die der Stellen übertraf, passte das gut.

Und die vier Jahre in der Unternehmenskommunikation möchte der Pfarrer auf keinen Fall missen. Dienstleister sein, schauen, ob die Zahlen stimmen, sich einlassen auf das, was da ist, und nicht zuletzt auch mal ein offenes Wort sagen, zählt Kalchreuter Erfahrungen auf, die er damals mitgenommen hat. Die Theologie sei ihm in dieser Zeit dann doch "wichtiger geworden, als ich dachte", bekennt der 50-Jährige. 2002 ging er ins Vikariat. Klar, habe er sich damit vom Gehalt her verschlechtert, bestätigt er lächelnd. Aber Geld ist ja bekanntlich eben nicht alles.

Ihm gefällt die große Offenheit

Vor zweierlei habe er zunächst aber "total Respekt" gehabt, erinnert sich Kalchreuter: Predigen und Unterrichten. In der Schule, in der er dann sogar einige Jahre komplett Dienst tat, durfte er feststellen: "Das macht ja echt Spaß, mit Kindern zu arbeiten." Und auf die Kanzel geht der Pfarrer längst ebenfalls mit Freude. "Nicht in Allgemeinsätzen" zu reden ist ihm wichtig. Lieber spricht er darüber, wie es ihm persönlich mit einem Bibeltext geht, wo er Anfragen hat. "Das traut man sich am Anfang nicht so. Aber es macht die Tür auf für andere Menschen", hat Kalchreuter erfahren.

In Eschborn hat er in seinen ersten Wochen schon "eine große Offenheit" registriert, mit der sich die Menschen hier begegneten. "Das ist kommunikativ, das gefällt mir gut." Der Pfarrer, der sich am besten bei ausgedehnten Wanderungen erholen kann, ist noch dabei, alle Angebote und Mitarbeiter auch im Mehrgenerationenhaus kennenzulernen.

Dass mittlerweile im Grunde alles in der Gemeinde wieder laufe, wenn auch unter Corona-Bedingungen, darüber sei er "heilfroh", sagt Kalchreuter. Auch die Konfi-Arbeit mit dem neuen Jahrgang hat er bereits gestartet. Und freut sich, dass er im Dezember Verstärkung bekommt: Dann beginnt Christine Lungershausen ihren Dienst auf der zweiten, nun auf 75 Prozent begrenzten, Pfarrstelle. Die 38-Jährige, die aus Köln stammt, hat im Interview mit dem Gemeindemagazin schon verraten, ihr Herz schlage für gute Gottesdienste. Und ihr Kollege freut sich sehr darauf, hier mit ihr neue Akzente zu setzen.

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