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Kunst verbindet die Menschen

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Von: Stephanie Kreuzer

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Die Künstler der „Werkstatt 93“ präsentieren ihre Ausstellung „Die Farbe“ im Museum.
Die Künstler der „Werkstatt 93“ präsentieren ihre Ausstellung „Die Farbe“ im Museum. © Stephanie Kreuzer

Rote Farbe steht im Mittelpunkt: Die Jahresausstellung der „Werkstatt 93“ ist bis Ende Januar im Museum zu sehen.

Eschborn -Zwar wurde kein roter Teppich ausgerollt, aber ansonsten stand im Museum alles im Zeichen der „Farbe Rot“. Die Jahresausstellung der Künstlergruppe „Werkstatt 93“ widmete sich nämlich diesem Motto. Aktuell sind mehr als 30 Kunstwerke zu bewundern, die in verschiedensten Stilrichtungen entstanden sind: Öl-, Acryl-, Aquarell- und Seidenmalereien, Radierungen, Kalligraphien, Grafiken, Drucke und Fotografien sind ebenso zu sehen wie Holz-, Filz- und Arbeiten aus Emaille sowie Skulpturen oder Schmuck.

Der 1993 entstandene Zusammenschluss kreativ tätiger Menschen aus Eschborn und Umgebung vereint Künstler aller Gattungen, die sich monatlich treffen und ihre Werke - mitunter auch kritisch - diskutieren. Auch das jeweilige Thema der Ausstellung, die seitdem nur durch Corona unterbrochen jährlich stattfindet, wird knapp zwölf Monate zuvor sozusagen basisdemokratisch erarbeitet und festgelegt.

„Das Beste dabei ist, dass Kunst die gleiche Kraft hat wie beispielsweise Sport oder Musik: Sie verbindet, ohne dass man dieselbe Sprache sprechen muss“, meint Bürgermeister Adnan Shaikh bei der gut besuchten Eröffnungsfeier im Museum am Eschenplatz, „und dass wir heute Abend Gäste aus der Ukraine haben, zeigt, dass Kunst genau diese Gabe besitzt.“ So stellen die beiden Objekte von Liubov Gavrish „Das Leid des Krieges“ und „Ein stummer Zeuge“ ein zusammenhängendes Konzept dar, das den Schrecken und die Sinnlosigkeit aller Kriege zeigen will. „Mithilfe der abstrakten Formen werden Gefühle wie Schmerz, Trauer, Leid und Tod vermittelt“, so die Künstlerin, die mit gefilzter Wolle sowie Holz, Metall und Stricken arbeitet. Geometrische Formen symbolisieren unter anderem Himmel, Erde und Feuer.

Diethelm Hanka erinnert daran, was sich mit der Farbe Rot, die neben Gelb und Blau eine der drei Grundfarben ist, in Verbindung bringen lässt. „In der Natur steht Rot gleichermaßen für Warnung und Anziehung, denn es ist die Farbe des Kämpfers und der Liebenden, die Farbe von Gefahr, Kraft und Feuer sowie wilder Leidenschaft“, so der Künstler, der zwei Werke aus Holz und rot emailliertem Kupfer beisteuert.

Auch im Alltag kämen wir an dieser energetischen Signalfarbe nicht vorbei, ob es jetzt die Ampel, unser Blut, rote Rosen oder die Rote Karte im Fußball sei. „Warm, erregend und intensiv“, zählt er seine Assoziationen auf. Rote Unterwäsche an Silvester gelte als Glücksbringer für das kommende Jahr, und auch in Ländern wie Mexiko, Chile, China oder Polen sei es Tradition, sich in der Neujahrsnacht Rot zu kleiden.

Auffällig viele Besucher bei der Eröffnung hatten in ihrem Schrank tatsächlich zu dieser Farbe gegriffen. Die Ausstellung „Die Farbe“ der „Werkstatt 93“ ist bis zum 29. Januar 2023 im Museum am Eschenplatz zu sehen. Die meisten Kunstwerke können dann auch käuflich erworben werden. skr

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