Fritz-Wilhelm Krüger
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Fritz-Wilhelm Krüger

Ehrung

"Langjährige Arbeit trägt irgendwann Früchte"

  • VonManfred Becht
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Fritz-Wilhelm Krüger ist nun Ehrenvorsitzender der Eschborner FDP.

Eschborn -Er habe eigentlich immer versucht, Ehrungen zu umgehen, sagt Fritz-Wilhelm Krüger. Besonders erfolgreich ist er bei diesem Teil seiner Arbeit nicht gewesen. Den Ehrenring der Stadt hat er schon bekommen, zuvor die Goldene Ehrenmünze, die Ehrenplakette des Main-Taunus-Kreises; den Ehrentitel des Stadtältesten trägt er auch. Diese Aufzählung dürfte nicht vollzählig sein.

Neuerdings ist Krüger auch noch Ehrenvorsitzender der Eschborner FDP. Aber darüber freut er sich. Er sieht es auch als Zeichen dafür, dass die Partei sich um Kontinuität bemüht, also die Politik weiter verfolgen möchte, die er selbst vertreten hat. Und er sieht es als Anerkennung. So manche Ehrung bekommt man automatisch nach einer bestimmten Zahl von Jahren in den politischen Gremien. Das gilt nicht für den Ehrenvorsitz der Eschborner FDP, aber diese Auszeichnung bestätigt für ihn schon die Einschätzung, dass es bei der Durchsetzung politischer Ziele auch auf die Kondition ankommt.

Verschiedene Ämter neben dem Beruf

Und die hat er bewiesen, er gehörte der Eschborner Stadtverordnetenversammlung seit dem Jahr 1977 an und zog sich erst vor rund einem Jahr zurück. Daneben war er bis 2011 Mitglied des Kreistages, gehörte für einige Jahre auch dem Hessischen Landtag an. Dazu kamen die verschiedensten Ämter innerhalb der Partei. Die finden im kommunalen Bereich zwar viel weniger öffentliche Aufmerksamkeit als die Posten in den Parlamenten, bringen aber auch Arbeit und Termine mit sich. Krüger hat all dies aber neben dem Beruf geschafft, der ihn ebenfalls gefordert hat. Immerhin war er Unternehmer und Geschäftsführer in verschiedenen Firmen.

Das verlangt allerlei, auch Motivation. Angefangen hat alles wegen eines Hochhauses - das Gebäude steht heute noch an der Überführung der Sossenheimer Straße über die L 3005. Er ärgerte sich über das Projekt, das eine einfache Verbindung zwischen den beiden Straßen unmöglich machte. Er wollte etwas tun und schloss sich der FDP an. Das Hochhaus war nicht zu verhindern, aber Krüger machte weiter. "Langjährige Arbeit trägt irgendwann Früchte", davon war er immer überzeugt. Dass dies auch beim Wähler gut ankomme, davon auch.

Und natürlich gelang es der FDP auch durch Krügers Arbeit, in der Eschborner Politik eine bemerkbare Rolle zu spielen. Lange befand sich die FDP in einer Koalition mit der CDU, später auch in einem Bündnis mit SPD, Freien Wählern und Linken. Das war auch auf viel Verwunderung gestoßen: Auf der einen Seite der ausdrücklich wirtschaftsfreundliche Krüger, der sich in seiner Zeit im Landtag nur einmal richtig aufregte - nämlich als er als Sozialist bezeichnet wurde. Und auf der anderen Seite die Linke.

Rückzug aus der Politik bereut er nicht

Das sei ein Experiment gewesen, ein gewisser Aufbruch, bilanziert Krüger. Der Anspruch, etwas zu bewegen habe im Vordergrund gestanden. Gescheitert sei das Bündnis an der SPD, steht für ihn fest. Momentan befinden sich die Liberalen in Eschborn wieder einmal in der Opposition, es regiert ein Bündnis aus CDU, Grünen und Freien Wählern. Eine hohe Lebenserwartung billigt Krüger dieser Koalition nicht zu, auch wenn sie durch die Wahl der Grünen Bärbel Grade zur Ersten Stadträtin jetzt sicher stabilisiert wurde. Das Schöne an dieser Einschätzung ist, dass sich mit Sicherheit herausstellen wird, ob sie zutrifft oder nicht.

Sicher ist sich Krüger, dass der Schritt richtig war, sich vor einem Jahr aus der aktiven Arbeit in Partei und Parlament zurückzuziehen. Dass dies mit etwas Wehmut verbunden sei, hatte er damals gesagt; bereut habe er es nicht, gibt er jetzt zu Protokoll. Der Generationswechsel sei einfach fällig gewesen. Dass sein Wort unabhängig von Ämtern Gewicht hat, wenn er sich zu Wort meldet, und sei es auch nur im kleineren Kreise, das dürfte klar sein.

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