1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Eschborn

Optimismus beim neuen Gemeindezentrum

Erstellt:

Von: Barbara Schmidt

Kommentare

Pfarrer Karsten Böhm vor dem für die Andreasgemeinde viel zu klein gewordenen Gemeindezentrum in Niederhöchstadt.
Pfarrer Karsten Böhm vor dem für die Andreasgemeinde viel zu klein gewordenen Gemeindezentrum in Niederhöchstadt. © babs

Andreasgemeinde angelt sich zwei Partner.

Niederhöchstadt -Wer sein Haus auf vier Säulen gründet, setzt auf Stabilität. Genau diese erhofft sich die evangelische Andreasgemeinde Niederhöchstadt von den vier "Säulen", die den Neubau eines "Begegnungszentrums" am Langen Weg zu einem wirklich tragfähigen Projekt machen sollen.

Von einem neuen, größeren Zentrum träumt die aktive Gemeinde, die ständig mit Raummangel zu kämpfen hat, schon sehr lange. Den Kirchenpavillon der Expo 2000 in Hannover, der die Gestalt eines Wals hatte, hätte Pfarrer Klaus Douglas schon vor mehr als 20 Jahren gern nach Niederhöchstadt transferiert. Als das nicht klappte, gab es immer wieder Visionen für einen größeren Neubau zwischen Montgeron-Platz und Langem Weg.

Sogar ein Ideen-Wettbewerb wurde durchgeführt. Doch in Zeiten, in denen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau eher Pfarrer, Personal und auch Räume einsparen muss und dies unter dem Titel "EKHN 2030" sogar zum Programm gemacht hat, ist es kein Leichtes, für eine Kirchengemeinde überhaupt noch einen sogar größeren Neubau zu wollen.

Umso froher ist Pfarrer Karsten Böhm, der auch schon elf Jahre nach Wegen zur Umsetzung des Neubau-Projekts sucht, nun sagen zu können: "Ich glaube durchaus, dass es damit was wird."

Den entscheidenden Durchbruch brachte die Überlegung, sich mehrere Partner zu suchen. Mit der Stadt arbeitet die Andreasgemeinde bereits in zahlreichen Sozialraum-Projekten gut zusammen. Die reichen von der Buchhandlung "7. Himmel" über das Familienzentrum bis zu Angeboten für Demenz-Kranke. Diese "Stadtteilarbeit" nennt Pfarrer Böhm neben den originären kirchlichen Aufgaben wie Gottesdiensten und Kasualien als "zweite Säule".

Auf einen weiteren Partner neben der Stadt ist Böhm aufgrund persönlicher Erfahrungen gekommen. Er regte an, mal bei der EVIM (Evangelischer Verein für Innere Mission) anzuklopfen, und zu fragen, ob der Sozialträger sich vorstellen könnte, in Niederhöchstadt mit einer Einrichtung der Behindertenhilfe aktiv zu werden. Und tatsächlich: EVIM-Geschäftsführer Björn Bätz könne es sich sogar gut vorstellen, sagt Böhm. Ein Café in Regie der EVIM und weitere Arbeitsmöglichkeiten für Behinderte könnten entstehen.

Richtungsentscheidung des Kirchenvorstands

Die "vierte Säule" des Neubauprojekts fand die Andreasgemeinde schließlich mit der Zentralen Pfarreivermögensverwaltung (ZPV) der Landeskirche EKHN. Oberkirchenrat Markus Keller an ihrer Spitze setze jedes Jahr ein Bauprojekt um, sagt Böhm. Mit ihm kam die Andreasgemeinde überein, den gewünschten Neubau noch um einige kleinere Wohnungen zu ergänzen. Außerdem soll die ZPV als Investor für das Bauvorhaben auftreten und nach der Fertigstellung auch als Vermieter.

"Wir finanzieren als Gemeinde den sakralen Raum und bringen dafür unser Grundstück in das Projekt ein, das wir der ZVP in Erbpacht überlassen", erläutert der Pfarrer. 3780 Quadratmeter ist das Gelände groß, das alte Kirchenzentrum würde einem zwei- bis zweieinhalbgeschossigen Neubau weichen.

Der Kirchenvorstand hat bereits eine entsprechende Richtungsentscheidung getroffen, Auch bei Dekan und Propst sei das Vorhaben auf positive Resonanz gestoßen, sagt Böhm. Die Fraktionen im Stadtparlament und die Anwohner wurden über das neue Modell eines Begegnungszentrums mit vier inhaltlichen Schwerpunkten ebenfalls informiert.

Neben Pfarrer Böhm treiben seitens der Andreasgemeinde Kai Scheunemann, Sandra Mark, Beate Sternberg und Conny Köstlin-Göbel das Vorhaben voran. Die Gruppe hofft, dass es im Sommer 2023 in die konkrete Planung gehen kann.

Über die Gesamtkosten lasse sich derzeit noch nichts wirklich sagen, so Karsten Böhm. Für ihn ein großer Vorteil der nun gefundenen Lösung: Mit der EVIM und der ZPV seien zwei evangelische Partner mit im Boot. Das sei stimmig. So zeigt er sich denn zuversichtlich, dass nach mehr als 20 Jahren aus dem Traum von einem Neubau am Langen Weg Wirklichkeit wird. "Wenn nicht jetzt, wann dann?", fragt Karsten Böhm.

Auch interessant

Kommentare